«Es gibt für mich keinen anderen Beruf, in dem ich täglich so viel Dankbarkeit erlebe.»

Dr. med. Holger Spangenberger im Portrait (Chefarzt Medizin, LUKS Wolhusen)

15. November 2018

Dr. med. Holger Spangenberger Chefarzt Medizin LUKS Wolhusen

Seit fünf Jahren arbeite ich am LUKS Wolhusen. Der Schwerpunkt meiner Tätigkeit liegt in der interventionellen Gastroenterologie – sprich: ich bin die meiste Zeit am Endoskopieren, von der Darmspiegelung bis hin zur endoskopischen Ultraschalluntersuchung. Aber auch die Versorgung der allgemeininternistischen stationären Patienten auf dem Notfall, der Intensiv- und der Normalstation gehört zu meinem Alltag. Wichtig ist es mir, dass wir in unserem kleinen Spital kurze Wege haben. Die Zusammenarbeit innerhalb des Teams, aber auch mit den anderen Fachabteilungen ist exzellent. Insbesondere mit der Chirurgie arbeiten wir Hand in Hand – schnell ist ein Befund bei der Spiegelung demonstriert und gemeinsam besprochen. Und manchmal gehen wir auch in den OP, um dort endoskopische Untersuchungen für die Chirurgen zu machen.

Freuden und Herausforderungen

Das Schöne an meinem Beruf ist die Kombination von allgemeiner Innerer Medizin mit der ganzen Breite des Faches und gleichzeitig spezialisierter Gastroenterologie. In der Endoskopie kann ich auch im kleinen Haus sehr anspruchsvolle Untersuchungen wie Endosonografische Interventionen und Punktionen durchführen. Die Herausforderungen sind aber vor allem auf der menschlichen Seite. Das Mitteilen einer Karzinomdiagnose oder schlechten Prognose bei Intensivpatienten ist immer noch eine der anspruchsvollsten ärztlichen Tätigkeiten. Verbesserungspotenzial sehe ich bei der Zusammenarbeit zwischen den Standorten. Wir können nur als Konzern bestehen, wenn in den peripheren Häusern vieles und medizinisch Spannendes getan wird, mit der Sicherheit, dass bei sehr komplexen Fällen das Zentrumsspital hinter uns steht und kollegial übernimmt. Es klappt bereits gut und wir können einander sehr gut unterstützen.

Frisch und ausgeruht in den Tag

Ausgeschlafen sein, am besten schon Bewegung vor der Arbeit (mit dem E-Bike von Luzern oder zumindest zu Fuss den Spitalberg hoch), gut gelaunt den Tag beginnen – das ist es, was für mich einen erfolgreichen Tag ausmacht. Am liebsten habe ich vor der ersten Visite noch eine halbe Stunde für mich, in der ich mit dem Sekretariat reden oder andere informelle Gespräche führen kann, bevor es in den Alltag geht. Und besondere Eingriffe mit dem Team in Ruhe besprechen, bevor die konzentrierte Arbeit am Endoskop startet – das ist wichtig für den Tageserfolg.

Es gibt für mich keinen anderen Beruf, in dem ich täglich so viel Dankbarkeit erlebe. Dies ist die grösste Freude und belohnt für all die viele Arbeit. Und ein Hochgefühl ist es am Abend, wenn am Ende eines langen Tages auch die komplexen Eingriffe erfolgreich waren.