Neue Therapieoptionen für Lymphödeme

Mithilfe der Mirko- und der Supermikrochirurgie gelingt es, den Lymphfluss wiederherzustellen. Das LUKS kann als einziges Spital in der Zentralschweiz verschiedene neue Verfahren anbieten.

30. August 2020

Lesezeit: 3 Minuten
Newsroom 5

Die Lymphchirurgie ist ein wesentlicher Bestandteil der Krebstherapie. Sie hat nicht nur hohen diagnostischen Wert, sondern gilt auch als Goldstandard vieler onkologischer Therapiekonzepte. Das Lymphödem als Komplikation dieser Therapien bleibt ein herausforderndes klinisches Problem. Dabei sind Lymphödeme der unteren Extremitäten weitaus häufiger als solche der oberen Extremitäten, die vor allem mit Brustkrebs und dessen Therapie verbunden sind.

Das Management von Lymphödemen ist komplex. Das zunehmend verbesserte Verständnis des Lymphgefässsystems wie auch die Einführung der Mikro- und Supermikrochirurgie haben indes neue Wege zur Behandlung des Lymphödems eröffnet. Die Supermikrochirurgie ermöglicht es, kleinste Lymphgefässe von 0.3 bis 0.8 mm Durchmesser zu präparieren und so deren Durchfluss wiederherzustellen. Feinste Operationsinstrumente und ein Mikroskop mit bis zu 40-facher Vergrösserung kommen dabei zum Einsatz. Aktuell gibt es keinen Goldstandard in der Behandlung des Lymphödems; für die Rekonstruktion des Lymphabflusses sind mehrere Techniken möglich.

Neue Abflusswege schaffen

Das Prinzip der lympho-venösen Anastomosen (LVA) ermöglicht eine Flüssigkeitspassage über die Anlage neuer, extraanatomischer Abflusswege. Zum präoperativen Auffinden der entsprechenden Lymphgefässe injizieren wir den Farbstoff Indocyaningrün (IGC), um ein wegweisendes Mapping der insuffizienten Lymphbahnen zu erhalten. Die noch aktiven Lymphgefässe werden anschliessend an gleichkalibrige Venen anastomosiert, um die Kontinuität des Lymphabflusses wiederherzustellen. Zudem besteht die Möglichkeit, Lymphgefässe direkt mit anderen umliegenden Lymphgefässen zu anastomosieren. Bei den betroffenen Extremitäten können Umfangsreduktionen von knapp 40% und ebenso deutliche Hautverbesserungen erzielt werden.

Bei betroffenen Extremitäten können Umfangsreduktionen von knapp 40% erzielt werden.

PD Dr. med. Mario Scaglioni, Leitender Arzt Hand- und Plastische Chirurgie, LUKS Luzern

Gesunde Lymphknoten transplantieren

Eine andere Möglichkeit ist, gesunde körpereigene Lymphknoten in die betroffene Region zu transplantieren. Die häufigsten Spenderareale sind die Achselhöhle und die Leiste. Diese Technik wird angewendet, wenn die Lymphgefässe bereits stark sklerotisch sind und ihre Funktion verloren haben. Die transplantierten Lymphknoten wirken wie ein Schwamm und können die Lymphe aufnehmen und abtransportieren. Ein weiterer, nicht vollständig geklärter Mechanismus ist die von Lymphknoten initiierte Neubildung von Lymphgefässen, was zu einer signifikanten Umfangsreduktion eines Lymphödems führt.

Lymphgewebe transferieren

Alternativ gibt es die Möglichkeit, mit freien Lappenplastiken den Lymphfluss in den betroffenen Extremitäten wiederherzustellen. Dabei fungiert ein freier oder gestielter Hautlappen mit Lymphgefässen als Lymphbrücke. Diese Behandlungsoption nutzt die spontane Regeneration oder Wiederverbindung von Lymphgefässen, nachdem ein Teil durch die Lymphbrücke ersetzt wurde. Die Wiederherstellung von Lymphbahnen nach freiem Gewebetransfer konnte in lymphoszintigrafischen Studien bestätigt werden.

Alle genannten Verfahren zur Diagnostik und Therapie benötigen anspruchsvolle Techniken und Instrumentarien, welche so erst in wenigen Zentren in Europa angeboten werden. Das LUKS bietet die präoperative Lymphgefässdiagnostik und die rekonstruktive Lymphgefässchirurgie als einziges Spital in der Zentralschweiz an.

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