Schwanger in Zeiten von Corona

Was bedeutet der Erreger COVID-19 für Schwangere, Gebärende und Neugeborene? Dr. med. Markus Hodel, Chefarzt Geburtshilfe und Feto-Maternale Medizin an der Frauenklinik des Luzerner Kantonsspitals gibt Antworten auf die wichtigsten Fragen.

18. Mai 2020

Lesezeit: 2 Minuten
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Bei vielen Frauen überwiegt die Sorge, dass sie sich in der Schwangerschaft mit dem Coronavirus anstecken und somit ihr Baby gefährden könnten. Ist diese Sorge berechtigt?
Ich kann die Frauen beruhigen. Es gibt nach aktuellem Wissensstand  keine Hinweise, dass Schwangere bei einer Covid-19 Erkrankung besonders gefährdet sind. Es ist deshalb zu erwarten, dass die meisten gesunden Schwangeren bei einer allfälligen Infektion keine oder nur leichte bis mittelschwere Symptome wie bei einer Grippe erleben.

Besteht eine Gefahr für Neugeborene?
Neugeborene können zwar an COVID-19 erkranken, die aktuellen Daten sprechen allerdings dafür, dass der Krankheitsverlauf milde ausfällt.  Langzeitfolgen lassen sich aufgrund der kurzen Beobachtungszeit nicht beurteilen.

Ist eine Hausgeburt die sichere Alternative, um eine Ansteckung zu vermeiden?
Diese Entscheidung sollte nicht durch COVID-19 beeinflusst werden. Schwangere und Neugeborene gelten nicht als Risikogruppe, und das LUKS und die Geburtshilfe sind sehr gut auf den Umgang mit der COVID-19-Lage vorbereitet. 
Das LUKS hat u.a. eine Wärmebildkamera im Eingangsbereich zur Frauenklinik Luzern installiert, um Personen mit Fieber frühzeitig zu erkennen. Zudem macht es ein Triage-Container möglich, potentiell infektiöse COVID-19 Patienten bereits vor den Eingängen von nicht-infektiösen Patienten zu trennen. Dadurch können wir der Frau und ihrem Kind maximale Sicherheit bieten.  

Müssen Schwangere mit Fehlbildungen bei ihrem Kind rechnen?
Nein, müssen sie nicht. Es findet keine Übertragung der Infektion von der Mutter auf das ungeborene Kind statt und daher besteht kein Risiko von Fehlbildungen.
Jedoch sind bislang folgende Komplikationen bei Corona infizierten Schwangeren bekannt: Bei ca. 10 Prozent entwickelt sich eine Wachstumsverzögerung bei den Feten, zudem kann es nach der 34. oder35. Schwangerschaftswoche leicht gehäuft zu einer Frühgeburt kommen. Diese Entwicklungen sind im Ultraschall aber gut zu sehen und zu therapieren.

Wie sieht es mit Stillen aus? Sollte man in Zeiten von Corona auf Stillen verzichten?
Stillen ist weiterhin unbedenklich möglich;  selbstverständlich unter Einhaltung der allgemeinen Hygienemassnahmen. Der Erreger wurde bislang nicht in der Muttermilch infizierter Patientinnen nachgewiesen.

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