Vorsicht Erstickungsgefahr: Erdnüsse können zur grossen Gefahr für Kleinkinder werden

Gerade in der Advents- und Vorweihnachtszeit behandelt das Luzerner Kantonsspital (LUKS) jeweils gehäuft Kleinkinder, die sich an Erdnüssen und anderen Fremdkörpern verschlucken. Das LUKS mahnt in diesem Zusammenhang zur Vorsicht und ruft die Massnahmen in Erinnerung, die bei einem Notfall zu treffen sind.

6. Dezember 2018

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Erdnüsse sind in der Adventszeit in aller Munde – aber Vorsicht: Für Babys und Kleinkinder kann die kleine Weihnachtsknabberei zur grossen Gefahr werden. Das Kinderspital Luzern und die Klinik für Hals, Nasen, Ohren (HNO) des LUKS behandeln zur Advents- und Vorweihnachtszeit gehäuft Kinder unter drei Jahren mit Fremdkörpern in der Nase oder in den tieferen Atemwegen. «Verschluckte oder in die Nase gesteckte Erdnüsse oder Kleinteile können bei Kleinkindern Atemwegsbeschwerden auslösen und im schlimmsten Fall zu einer lebensgefährlichen Atemwegsblockade führen», sagt Prof. Dr. med. Nicolas Regamey, Leitender Arzt für Pneumologie am Kinderspital Luzern.

Erdnüsse nur eine der Gefahrenquellen

Obwohl am häufigsten Erdnüsse in die Luftröhre geraten, ist die Palette möglicher Gegenstände, die für Kinder eine Erstickungsgefahr bergen, breit: Steinchen, Perlen, Pflanzenkerne oder -teile, Plastikteilchen, Nadeln, Kaugummis, Münzen, Knöpfe, etc. Die Gefahr einer sogenannten Fremdkörperaspiration – also dass Kleinteile in die Luftröhre geraten beziehungsweise eingeatmet werden – kann dabei beispielsweise auch von ungekochten Äpfeln oder Karotten ausgehen, die während des Spielens oder Gehens gegessen werden und aufgrund eines Stolperers oder Ausrutschers verschluckt werden.

Chronische Atemwegsprobleme als mögliche Folge

Im besten Fall kann das Kind selbst den Fremdkörper durch Husten wieder aus der Luftröhre befördern, im schlimmsten Fall droht jedoch akute Erstickungsgefahr: Gelangt der Fremdkörper in die unteren Atemwege, kann er sich in den Bronchien festsetzen. Mögliche Folgen sind Atemschwierigkeiten, Husten oder Lungenentzündungen. «Auch später kann es zu einer gefährlichen Atemnot kommen, wenn der Fremdkörper durch anhaltendes Husten ungünstig verrutscht», sagt Prof. Dr. med. Thomas Linder, Chefarzt Klinik HNO. Wird die Fremdkörperaspiration nicht erkannt, kann dies zu chronischen Atemwegsproblemen beziehungsweise zu Funktionsstörungen eines gesamten Lungenlappens führen.

 

 

Notfall – das ist zu tun

Ruhe bewahren! Versuchen, dem Kind den Fremdkörper aus dem Mund zu nehmen. Vorsicht beim Herausholen mit den Fingern: Der Gegenstand könnte so noch weiter in den Rachen gelangen.

Das Kind atmet nicht mehr:

  • Rufen Sie unverzüglich den Sanitätsnotruf 144 an.
  • Säuglinge: Kind mit Gesicht nach unten auf den Unterarm nehmen und auf den Rücken klopfen.
  • Heimlich-Manöver, bei Kindern ab einem Jahr: Die Hände in der Mitte des Kinderbauches verschränken, sodass dieser eingedrückt wird, was das Aushusten des Fremdkörpers unterstützt. Achtung: Diesen Griff wegen Verletzungsgefahr nicht üben, sondern nur im Notfall anwenden.

Das Kind hat etwas verschluckt und hustet, aber atmet:

  • Das Kind vorerst in Ruhe lassen und beobachten.
  • Bei bleibendem Husten (auch wenn der Gegenstand inzwischen draussen ist) oder sonstigen Atembeschwerden den Arzt aufsuchen. Es könnte sich ein zweiter Fremdkörper in den Atemwegen befinden.

 

 

Simona Benovici
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