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Angehörige auf der Intensivstation gezielt begleitet

Das Zentrum für Intensivmedizin (ZIM) des Luzerner Kantonspitals (LUKS) nimmt an einer nationalen Studie teil. Ziel ist es, die Bedeutung einer aktiven Unterstützung von Angehörigen schwerkranker Patientinnen und Patienten zu untersuchen. Heute leidet rund ein Viertel der Angehörigen unter psychischen Folgen.
18. Juli 2022
Lesezeit: 2 Minuten
Das Zentrum für Intensivmedizin des LUKS beteiligt sich an einer nationalen Studie.

Das Zentrum für Intensivmedizin des LUKS beteiligt sich an einer nationalen Studie.

Wenn eine angehörige Person auf der Intensivstation liegt, ist das keine einfache Situation. Die Menschen im Umfeld der Patientin oder des Patienten sind vom Ereignis oft stark betroffen. Hoffnung, Ängste, Verunsicherung oder viele offenen Fragen wirken belastend. Manchmal müssen stellvertretend wichtige Entscheidungen getroffen werden.

Die Forschung des Zentrums Klinische Pflegewissenschaft des Universitätsspitals Zürich (USZ) wird dabei nebst 15 weiteren Intensivstationen auch vom ZIM am LUKS Luzern unterstützt. Dieses Engagement unterstreicht die Anstrengungen des LUKS im strategischen Handlungsfeld «Qualität». Darin wird die Förderung von Forschung und Entwicklung ebenso thematisiert wie die Messung von Qualitätsindikatoren.

Psychische Belastung mindern

«Die Studie möchte herausfinden, ob eine aktive Unterstützung von Angehörigen durch eine zuständige Familien-Pflegefachperson in enger Zusammenarbeit mit dem Behandlungsteam die Beteiligung, Kommunikation und Betreuung von Familien verbessert», heisst es im Studienbeschrieb. «Ebenfalls wird untersucht, ob diese pflegerische Unterstützung und Begleitung den Familien helfen, mit der kritischen Erkrankung besser umzugehen, und ob es ihre psychische Belastung mindert.»

Fabienne Lussmann, Pflegeexpertin Stufe 1, Prüfperson für die FICUS-Studie, und Johanna Hoffmann, Pflegeexpertin Stufe 2 und Studienkoordinatorin, werden die Daten für die Studie am LUKS sammeln. «Die Angehörigen werden in allen teilnehmenden Intensivstationen regelmässig schriftlich über die Qualität der Betreuung und ihre psychische Gesundheit befragt.» Die Studie wird vom Schweizerischen Nationalfonds unterstützt, Ergebnisse sind bis 2025 zu erwarten.

Innovationen verbessern Behandlungsqualität

«Bisherige Studien zeigen, dass der Bedarf von Angehörigen nach Information, Einbezug sowie emotionaler und praktischer Unterstützung besser berücksichtigt werden muss», erklären die beiden. Ungefähr ein Viertel aller Angehörigen von schwererkrankten Patientinnen oder Patienten, die auf einer Intensivstation behandelt werden, leidet unter psychischen Folgen.

Die Studie will nun den Nutzen einer zusätzlichen Unterstützung von Angehörigen durch eine Intensivpflegekraft in der Rolle als Familien-Pflegefachperson ermitteln. Positive Ergebnisse aus der Studie unterstützen die Implementierung eben dieser Familien-Pflegefachperson in die Intensivpflege - zu Gunsten der Angehörigen.

>> Erklärvideo zur Studie

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