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Ganzheitliche Therapie bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen

Weltweit nimmt die Inzidenz der chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (IBD) stetig zu. Neue Therapiestrategien, eine rasch wachsende Zahl innovativer Medikamente und der Anspruch an eine ganzheitliche Behandlung erhöhen die Komplexität der Versorgung. Wie begegnen wir dieser Herausforderung an der LUKS-Gruppe?
30. September 2026
Lesezeit: 3 Minuten
ced ambulanz
Dr. med. Jon-Duri Senn, Leitender Arzt Gastroenterologie und Leiter Bereich IBD, Dr. Dr. sc. med. Roxane D. Staiger, Leitende Ärztin Allgemein- und Viszeralchirurgie, Goran Krummenacher, Study Manager, Dr. med. Franziska Righini, Leitende Ärztin KidZ, Antonia Ils, Ernährungsberaterin, Michèle Gwerder, Pflegefachfrau HF und IBD-Nurse, Dr. med. Roger Scherer, Assistenzarzt Gastroenterologie, (auf dem Bild fehlt Aline Christen, Pflegeexpertin APN II)

Entzündliche Darmerkrankungen gehen häufig mit einer deutlichen Einschränkung der Lebensqualität einher, deshalb ist uns ihre Betreuung an der LUKS Gruppe ein besonderes Anliegen. Unser Ziel ist eine moderne, individuelle und ganzheitliche Versorgung auf Basis der aktuellen wissenschaftlichen Evidenz. In unserer IBD-Sprechstunde am Standort Luzern bündeln wir die Kompetenzen in der Behandlung dieses komplexen Krankheitsbildes.

Eine zentrale Rolle übernimmt hier die spezialisierte IBD-Nurse Michèle Gwerder. Sie bildet eine wichtige Schnittstelle zwischen Patientinnen und Patienten, Ärztinnen und Ärzten und weiteren Fachdisziplinen. Während des gesamten Krankheitsverlaufs begleitet sie Betroffene gemeinsam mit dem Ärzteteam, beantwortet Fragen, erklärt diagnostische Untersuchungen, unterstützt bei der Durchführung moderner Therapien und steuert die interdisziplinäre Terminabstimmung.

Gerade bei jungen Patientinnen und Patienten sind diese Aspekte besonders wichtig – insbesondere in der Pubertät, wenn der Wechsel vom Kinderspital in die Erwachsenen-Gastroenterologie erfolgt. In enger Zusammenarbeit mit Dr. med. Franziska Righini und Aline Christen vom Kinderspital Zentralschweiz wird dieser Schritt während zwei gemeinsamen Transitionssprechstunden sorgfältig vorbereitet und begleitet.

Um eine Behandlung nach höchsten evidenzbasierten Standards sicherzustellen, setzen wir neben interner Weiterbildung auf einen engen Austausch mit der Gastroenterologie des Universitätsspitals Zürich. Besonders hervorzuheben ist Prof. Gerhard Rogler: Im regelmässigen IBD-Kolloquium des LUKS stellt er aktuelle Themen zu entzündlichen Darmerkrankungen vor und bespricht komplexe Fälle gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen. Die Veranstaltung steht auch externen Ärztinnen und Ärzten offen. Hervorzuheben ist auch die aktuelle (R)evolution der medikamentösen Therapien mit mehreren neuen Präparaten. Aktuelle Studien zeigen diesbezüglich hohe Wirksamkeit bei gleichzeitig sehr guter Sicherheit sowie positive Signale hinsichtlich Effekten auf extraintestinale Manifestationen und Fisteln.

Alle etablierten medikamentösen Therapien stehen in allen Spitälern der LUKS Gruppe zur Verfügung. Darüber hinaus ist Dr. med. Jon-Duri Senn auch am Spital Schwyz als Leitender Arzt tätig. Da mehrere neue Substanzklassen kurz vor der Zulassung stehen, beteiligt sich unser gastroenterologisches Studienzentrum aktiv an klinischen Studien. Dadurch können wir Betroffenen mit unzureichendem Ansprechen auf etablierte Therapien frühzeitig Zugang zu neuen therapeutischen Optionen ermöglichen.

Auch neue Erkenntnisse aus der Ernährungsmedizin spielen eine wichtige Rolle. Deshalb arbeiten wir eng mit der Ernährungsberatung – insbesondere mit Antonia Ils – zusammen und stehen in regelmässigem Austausch.

 

«Eine Vielzahl von Daten hilft uns, frühzeitig Krankheitsschübe zu erkennen. Mit gezielten Therapien können wir so unsere Patientinnen und Patienten individuell unterstützen.»

Dr. med. Jon-Duri Senn, Leitender Arzt Gastroenterologie und Leiter Bereich IBD

Patientinnen und Patienten mit fistulierendem Morbus Crohn stellen uns regelmässig vor therapeutische Herausforderungen. Deshalb haben wir gemeinsam mit Dr. med. Roxane Staiger eine interdisziplinäre IBD-/viszeralchirurgische Sprechstunde etabliert. In diesem Rahmen entwickeln wir individuelle Behandlungskonzepte nach internationalen Standards, wie sie unter anderem vom TOPClass Consortium erarbeitet wurden.

Eine wichtige Rolle spielt zudem unser klinisches Informationssystem EPIC. Über die MeinLUKS-App können jederzeit Informationen zur Behandlung, Termine und Dokumente digital eingesehen werden. Zusätzlich ermöglicht die App eine Vorbereitung auf die Sprechstunde, etwa durch das Ausfüllen von Fragebögen, und erfasst die relevanten nicht invasiven Marker zur Therapiekontrolle und stellt sie für alle sichtbar und verständlich dar.

All diese Elemente – spezialisierte Pflege, interdisziplinäre Zusammenarbeit, enge Vernetzung mit universitären Partnern, moderne Diagnostik und innovative Therapien – bilden das Fundament unserer Arbeit. Denn eine erfolgreiche IBD-Therapie bedeutet nicht nur die Kontrolle der Entzündung, sondern vor allem eine nachhaltige Verbesserung der Lebensqualität unserer Patientinnen und Patienten.

Unterlagen für IBD-Sprechstunde

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