Was beeinflusst den Schlaf von Babys?

Schlafprobleme sind bei Säuglingen häufig – doch über die biologischen Ursachen ist noch wenig bekannt. Genau hier setzt ein vom Schweizerischen Nationalfonds gefördertes Forschungsprojekt an, das von PD Dr. med. Petra Zimmermann, Leitende Ärztin am Kinderspital Zentralschweiz und klinische Forscherin an der Universität Luzern, mitgeleitet wird.
Im Zentrum steht das Hormon Melatonin. Es ist vor allem als «Schlafhormon» bekannt, spielt aber auch eine Rolle für das Immunsystem, die Gehirnentwicklung und die Darmgesundheit. Neugeborene produzieren in den ersten Lebensmonaten kaum eigenes Melatonin und sind deshalb auf externe Quellen angewiesen – insbesondere auf Muttermilch.
Diese enthält Melatonin nicht konstant, sondern im Tagesverlauf unterschiedlich. Sie könnte damit eine wichtige Rolle bei der Entwicklung des kindlichen Schlaf-Wach-Rhythmus spielen. Wie stark dieser Effekt tatsächlich ist, ist jedoch noch weitgehend ungeklärt.
Auch das Mikrobiom rückt in den Fokus – also die Bakterien im Darm und in der Muttermilch. Erste Hinweise deuten darauf hin, dass diese Mikroorganismen ebenfalls Melatonin produzieren könnten. Welche Bedeutung das für die Entwicklung von Säuglingen hat, wird bisher kaum verstanden.
«Wir wissen noch wenig darüber, wie diese biologischen Signale im frühen Leben zusammenspielen», sagt Petra Zimmermann. «Genau das möchten wir besser verstehen.»
Das vom Schweizerischen Nationalfonds unterstützte Projekt untersucht diese Zusammenhänge über mehrere Jahre hinweg. Dabei werden unter anderem Daten zu Schlaf, Ernährung und Gesundheit von Säuglingen erhoben und miteinander verknüpft.
Ziel ist es, besser zu verstehen, wie sich Schlaf und Biorhythmus im frühen Leben entwickeln – und welche Rolle Muttermilch und Mikrobiom dabei spielen. Langfristig könnten daraus Erkenntnisse entstehen, die Familien im Alltag unterstützen und die Betreuung von Säuglingen weiter verbessern.
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