100 Jahre Pathologie am Luzerner Kantonsspital

Am Anfang einer erfolgreichen Therapie steht die exakte Diagnose: Die Grundlage dafür liefert primär die Pathologie, die somit eine wichtige Schnittstelle zwischen Diagnostik und Therapie darstellt. Das Pathologie-Institut am Luzerner Kantonsspital (LUKS) gehört zu den führenden Anbietern in der Schweiz und das seit 100 Jahren.

25. November 2019

Lesezeit: 3 Minuten
joachim diebold pathologie luzern

Vor hundert Jahren nahm die Pathologie des Luzerner Kantonsspitals (LUKS) als pathologisch-bakteriologisches Institut seine Arbeit auf. Es war die vierte eigenständige Abteilung des 1902 eröffneten Kantonsspitals und ergänzte die bereits bestehenden Kliniken für Medizin, Chirurgie und Augenheilkunde. Ein grosser Meilenstein war vierzehn Jahre später der Bezug eines eigenständigen Institutsgebäudes. Seither hat sich die Pathologie rasant weiterentwickelt. Sie ist heute ein wichtiger Bestandteil der Gesundheitsversorgung der Region.

Frau Dr. med. Helene Kloss – erste Chefärztin der Schweiz

Eine bedeutende Rolle in der Geschichte des Instituts für Pathologie spielte Dr. med. Helene Kloss. Sie war von 1919 bis 1947 als Leiterin der Pathologie sehr erfolgreich am LUKS tätig. Noch heute erinnert das unter ihr errichtete Institutsgebäude an die erste Chefärztin an einem Schweizer Spital. Der Flachbau im Bauhausstil des Architekten Heinrich Auf der Maur aus dem Jahr 1933 besticht durch seine klaren Linien und seine Funktionalität. Es steht heute unter Denkmalschutz und ist weiterhin das Herzstück des Instituts. Nach ihrer frühzeitigen Pensionierung mit 60 Jahren zog die Ärztin nach Bern, wo sie die letzten Jahrzehnte im Ruhestand verbrachte.

Partner für alle Spitäler der Zentralschweiz

Die Luzerner Pathologie ist heute bestens gerüstet: Sie bietet das gesamte diagnostische Spektrum an Analysen von Gewebe und Zellen (Histologie und Zytologie), Molekularpathologie und Autopsie. Das ärztliche Fachwissen und die methodischen Möglichkeiten entsprechen dem Niveau eines Universitätsinstituts. Die Luzerner Pathologie gehört zu den führenden Anbietern in der Schweiz. Sie war das erste öffentliche Pathologie-Institut der Deutschschweiz mit eidgenössischer Akkreditierung und verfügte auch als erstes Institut der Schweiz über eine lückenlose Verfolgung der Gewebeproben mittels Barcodes. «Wir sind Partner für alle Spitäler und für einen grossen Teil der Spezialarzt- und Hausarztpraxen der Region», erklärt Chefarzt Prof. Dr. med. Joachim Diebold. Die Befunde sind für sie entscheidend, damit diese für ihre Patientinnen und Patienten die richtige Behandlung wählen können. «Dank unserer langen Erfahrung und unseren internen Fallbesprechungen können wir immer wieder entscheidende Impulse für die Behandlung der Patienten liefern», so Joachim Diebold.

Die Pathologie ist eine zentrale Disziplin der Krebsforschung

Ein Schwerpunkt des Instituts liegt in der wissenschaftlichen Erforschung von Krankheiten. Die Pathologie ist dazu ganz besonders prädisponiert, da hier unmittelbar das krankhaft veränderte Gewebe morphologisch und molekularbiologisch untersucht werden kann. Hier nimmt die Pathologie eine Brückenstellung zwischen den Grundlagenwissenschaften und klinisch tätigen Ärzten ein. Rund 15 Ärztinnen und Ärzte des Luzerner Instituts analysieren jedes Jahr mehr als 80'000 Zell- und Gewebeproben. Dabei gilt es, gut- und bösartige Gewebsneubildungen zu erkennen und einer der über 1000 verschiedenen Tumorarten zuzuordnen. Zahlreiche Kooperationen bestehen zu Wissenschaftlern aus den klinischen Fachrichtungen, um Untersuchungsergebnisse der Pathologie und klinische Beobachtungen optimal miteinander zu verbinden.

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