Dank Studientätigkeit neue Medikamente für Patienten mit Schilddrüsenkarzinom

Patienten mit medullärem Schilddrüsenkarzinom hatten bisher nur beschränkte Therapiemöglichkeiten. Chemotherapien und andere Medikamente sind relativ schlecht verträglich. Unter der Leitung von Prof. Dr. Oliver Gautschi und Stephanie Largiadèr beteiligt sich unser Team an einer globalen Studie für ein neues Medikament, welches gezielt die RET-Kinase blockiert. Diese Kinase spielt bei gewissen Tumoren der Schilddrüse oder der Lunge eine wichtige Rolle.

22. September 2020

Lesezeit: 3 Minuten
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Computertomographisches Bild einer Lebermetastase vor Therapie mit Selpercatinib (links) und nach sechs Monaten unter Selpercatinib (rechts).

Internationale Studientätigkeit am LUKS

Das LUKS wurde 2018 neben dem Institute Gustave Roussy in Paris und START in Madrid vom Sponsor (einer US-amerikanischen Pharmafirma) als eines der drei ersten europäischen Zentren für diese Zulas-sungsstudie ausgewählt. Die Attraktivität dieses neuen Medikamentes führte zu vielen Zuweisungen aus dem In- und Ausland, was das Studienteam vor grosse Herausforderung stellte, da die Studie alle Reisen und Übernachtungen finanzierte. Dank harter Arbeit und interdisziplinärer Zusammenarbeit insbesondere mit den Kollegen des Schilddrüsenzentrums, gehörte das LUKS weltweit zu den bestrekrutierenden Zentren. Da im Rahmen dieser Studien auch regelmässig Blutuntersuchungen, computertomografische Kontrollen und Re-Biopsien bei Tumorprogress stattfinden, konnten diverse andere Abteilungen Nutzen aus dieser Studie ziehen, sodass das LUKS insgesamt davon profitiert hat. Die meisten Studienpatienten stehen auch heute (2020) immer noch unter Therapie und kommen alle für Kontrollen regelmässig ans LUKS. 

Optimierte Behandlung für Patienten mit medullärem Schilddrüsenkarzinom 

Diese Phase 1-2 Studie (LIBRETTO-001) untersuchte bei Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder meta-stasiertem RET-mutiertem medullären Schilddrüsenkarzinom, die zum Teil stark vortherapiert waren, das Ansprechen auf das Medikament Selpercatinib, ein erster selektiver RET- Inhibitor. Das Gesamtansprechen auf dieses Medikament war um die 70% und gut 80% der Patienten lebten nach einem Jahr ohne Krank-heitsprogression. Aufgrund der selektiven Wirkung dieses Medikamentes waren auch die Nebenwirkungen sehr gering, sodass nur gerade 2% aller Patienten das Medikament aufgrund von Nebenwirkungen absetzen mussten. Diese aussergewöhnlich guten Daten führten bereits zur Zulassung von Selpercatinib zur Behandlung von Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem RET-mutiertem medullären Schilddrüsenkarzinom durch die FDA. Daneben untersuchte die Studie auch die Wirksamkeit bei Patienten mit Lungenkrebs und RET-Fusion, wo das Medikament ebenfalls gut wirkt und bereits von der FDA zugelassen wurde. 

Early access Programm am LUKS

Dank der guten interdisziplinären Zusammenarbeit und des Meisterns des grossen Arbeitsanfalles durch die Studienabteilung am Tumorzentrum, wurde das LUKS 2020 für eine Nachfolgestudie (LIBRETTO-201) in der Schweiz ausgewählt. Im Rahmen dieses Programmes können wir weiteren Patienten mit lokal fortgeschrit-tenem oder metastasiertem RET-mutiertem medullären Schilddrüsenkarzinom oder Lungenkrebs mit RET-Fusion, die entweder auf eine Standardtherapie progredient sind, oder eine solche Therapie nicht tolerieren, bereits heute den selektiven RET-Inhibitor Selpercatinib anbieten. Bisher ist das LUKS das einzige Spital, in dem Selpercatinib eingesetzt wird. Die Zulassung von Selpercatinib in der Schweiz wird aber bereits 2021 erwartet. Die Geschwindigkeit, mit der moderne Medikamente entwickelt werden, ist bemerkenswert. Die Tatsache, dass das LUKS immer wieder an erfolgreichen klinischen Studien teilnimmt, ist einer Vielzahl von Mitarbeitern zu verdanken, die täglich hervorragende Arbeit leisten und jeden Patienten mit grossem Respekt und Empathie behandeln. 

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