Die 10 häufigsten Fragen von Stomaträgern

Jacqueline Metzger, Leiterin Stomaberatung LUKS Luzern, beantwortet die häufigsten Fragen künftiger Stomaträgerinnen und -träger.

1. Oktober 2020

Lesezeit: 3 Minuten
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Verschiedene Krankheiten führen dazu, dass Stuhl und Urin nicht mehr auf dem normalen Weg ausgeschieden werden können. Durch eine Operation wird vorübergehend oder bleibend ein Stoma, ein künstlicher Darm- oder Blasenausgang, angelegt. Dabei tauchen viele Fragen auf. Die Stomaberaterinnen am Luzerner Kantonsspital unterstützen und begleiten künftige Stomaträger und ihre Angehörigen professionell, kompetent und umfassend in allen Bereichen rund um das Stoma. Hier beantworten wir vorweg die zehn häufigsten Fragen.

Wie häufig muss ich den Beutel wechseln?

Dies hängt vom Stoma, dem gewählten System und von der Stuhlkonsistenz ab; allgemein kann man sagen, dass der Beutel alle zwei Tage gewechselt werden sollte.

Sind die Beutel geruchsdicht?

Die Beutel sind mit einem Aktivkohlefilter ausgestattet, welcher für eine gewisse Zeit die Geruchsneutralisierung garantiert. Der Beutel sollte aus diesem Grund regelmässig gewechselt werden.

Wo kann ich das Material beziehen?

Während der ersten drei Monate nach der Operation erhalten Sie das Material von der Stomaberatung. Danach wird ein Rezept ausgestellt, womit das Material selbständig bei einer spezialisierten Verteilerfirma bestellt werden kann.

Wer bezahlt das Material?

Die Krankenkasse übernimmt die Kosten abzüglich Selbstbehalt und Franchise.

Kann ich noch Sport treiben und schwimmen gehen?

In der Regel ja. Auch Schwimmen gehen ist gut möglich. Bei Sportarten mit intensivem Körperkontakt, wie zum Beispiel Kampfsport, muss das Stoma mit einer Schutzkappe geschützt werden.

Kann ich noch Sex haben mit einem Stoma?

Grundsätzlich ja. Eventuell gilt es andere Stellungen, als die gewohnten auszuprobieren. Zusätzlich gibt es verschiedene Möglichkeiten, den Beutel dezent abzudecken, falls dies ein Bedürfnis ist.

Muss ich eine Diät einhalten?

Es gibt keine spezifische Stomadiät. Mit wenigen Einschränkungen können Sie alles essen, was Ihnen schmeckt. Wichtig sind gutes Kauen und vier bis fünf Mahlzeiten in kleineren Portionen pro Tag.

Sieht man den Beutel unter den Kleidern?

In der Regel nicht. Bei enganliegenden Kleidungsstücken kann sich der Beutel natürlich eher abzeichnen als unter einem etwas locker sitzenden Hemd oder einer Bluse.

Kann ich das Stoma selbständig versorgen?

Wir Stomaberaterinnen leiten Betroffene noch während des Spitalaufenthaltes zur Selbständigkeit an. Manchmal ist es sinnvoll, nach dem Spitalaustritt für eine gewisse Zeit die Spitex zur Unterstützung in Anspruch zu nehmen.

Wo kann ich mich melden, wenn ich Fragen habe?

Die Stomaberatung des LUKS ist schon vor der Operation für ein vorbereitendes Gespräch für Sie da und betreut Betroffene nach dem Spitalaustritt ambulant weiter. Zusätzlich sind wir für Sie von Mo bis Fr von 08.00 bis 09.00 und von 13.00 bis 14.00 Uhr telefonisch unter 041 205 44 65 gerne für Betroffene und Angehörige da.

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