«Gute Lösungen brauchen Zeit.»

Martina Studer, M. Sc., Klinische Psychologin, Luzerner Höhenklinik Montana, im Portrait

19. Juni 2019

Lesezeit: 2 Minuten
foto martina studer

Ich startete mit 16 Jahren mit der Lehre als Fachfrau Gesundheit ins Berufsleben. Ich erinnere mich gut daran, wie ich es vom ersten Tag an schätzte, mit Menschen zu arbeiten. Heute, über zehn Jahre und ein Psychologiestudium später, hat sich beruflich für mich zwar einiges verändert, diesen so spannenden und manchmal auch herausfordernden Beziehungsaspekt konnte ich aber zu einem hauptsächlichen Arbeitsinhalt machen. Dass sich Patienten uns Psychologen, einem erst völlig fremden Menschen, in der Therapie öffnen und uns enorm viel Vertrauen schenken, beeindruckt mich immer wieder.

Herausfordernder Berufseinstieg

Ich startete letztes Frühjahr an der Luzerner Höhenklinik Montana. Ich empfand den Einstieg als herausfordernd, weil ich zu Beginn zwar ganz viel theoretisches Wissen mitbrachte, aber noch herausfinden musste, welche Behandlungsstrategien gut funktionieren. Es war hilfreich, gleichzeitig zum Berufseinstieg mit der Weiterbildung zur eidgenössisch anerkannten Psychotherapeutin zu beginnen. Auch wenn der Besuch der Workshops einen grossen zusätzlichen Zeitaufwand darstellt, geben die Wochenendkurse meinem therapeutischen Handeln einen wertvollen Rahmen. Darüber hinaus ermöglichte mir auch der Austausch mit den Psychologen und den anderen Berufsleuten an der LHM einen guten Einstieg. Die Synergien der verschiedenen Disziplinen und Erfahrungen der Mitarbeitenden in wertschätzender Atmosphäre zu nutzen, ist für die gute Versorgung der Patienten zentral.

Dass sich Patienten uns Psychologen, einem erst völlig fremden Menschen, in der Therapie öffnen und uns enorm viel Vertrauen schenken, beeindruckt mich immer wieder.

Martina Studer, M. Sc. Psychology, Klinische Psychologin Luzerner Höhenklinik Montana

Kreativität und Geduld für gute Lösungen

Im Rehabilitationsalltag treffe ich auf Klienten, die sich in einer Krise befinden und denen hoffnungsvolle Perspektiven fehlen. Die psychologischen Bedingungen dafür sind so unterschiedlich wie die Patienten selbst und immer komplexer als die Erklärungsmodelle, die wir aktuell haben. Meine bisherige Erfahrung zeigt, dass es für gute Lösungen Kreativität und Geduld braucht und es hilft, sich nicht allein auf prototypisch vereinfachende Modelle zu stützen.

Hinter dem Vorhang des Alltags

Ich habe mich oft gefragt, wie ich als Psychotherapeutin sein möchte. Als Berufsfrau möchte ich immer meine grosse Neugier am Gegenüber bewahren, mein Handeln regelmässig hinterfragen und dazu bereit sein, manchmal auch neue Wege zu gehen. Wissenschaftlich fundierte Techniken sind dabei auf die Bedürfnisse der Patienten angepasst. Darüber hinaus sollen mir meine emotionale Berührbarkeit, Offenheit und die nötige Portion Humor helfen, mit dem Klienten auf einer echten und menschlichen Basis zu interagieren und zu bearbeiten, was hinter dem Vorhang des Alltags und der Worte liegt.