LUKS schliesst 2019 mit Verlust ab – nachhaltige Entwicklung erschwert

Mit der Einführung des neuen Klinikinformationssystems LUKiS und der Planung verschiedener Bauprojekte hat das Luzerner Kantonsspital (LUKS) im vergangenen Jahr wichtige Meilensteine erreicht. Zudem hat die Politik grünes Licht gegeben für die «Heirat» der Kantonsspitäler Luzern und Nidwalden. Derweil stiegen die Patientenzahlen im stationären Bereich und der Umsatz nahm auf CHF 947.8 Mio. leicht zu. Aufgrund des höheren Betriebsaufwands und nicht kostendeckender Abgeltungen (insbesondere Tarife) fällt das Finanzergebnis mit einem Minus von CHF 5.3 Mio. jedoch negativ aus. Die sich abzeichnenden finanziellen Auswirkungen der COVID-19-Pandemie erschweren eine nachhaltige Entwicklung.

29. April 2020

Lesezeit: 5 Minuten
Jahres- und Finanzbericht 2019

Der Druck auf das Gesundheitswesen war auch im Jahr 2019 hoch. Das Bevölkerungswachstum, die demographische Entwicklung sowie der medizinische Fortschritt machen ein Leistungswachstum nötig und verursachen hohe Mehrkosten. So wurden im vergangenen Jahr mehr stationäre Patientinnen und Patienten betreut – nämlich 43'510 (2018: 42'644) – wobei die Tarife nach wie vor nicht kostendeckend sind, was eine nachhaltige Entwicklung erschwert. Der Umsatz stieg auf CHF 947.8 Mio. an (2018: CHF 939.7 Mio.). Der Betriebsaufwand nahm 2019 im Vergleich zum Vorjahr zu – dieses Wachstum ist geprägt durch eine Neubewertung im Bereich Materiallager sowie notwendige Rückstellungen. Werden diese einmaligen buchhalterischen Effekte mitberücksichtigt, erreicht das LUKS 2019 trotz einem ausgewiesenen Verlust von CHF 5.3 Mio. eine ähnliche Produktivität wie im Vorjahr. Mit einer im Vorjahresvergleich leicht höheren Eigenkapitalquote von 52.9 Prozent hat das LUKS eine solide Bilanz.

Neues Klinikinformationssystem LUKiS erhöht Behandlungsqualität

Mit der Einführung des neuen Klinikinformationssystems LUKiS im September 2019 beweist das LUKS, dass es mit technologischen, diagnostischen und therapeutischen Innovationen Schritt hält. So ist Benno Fuchs, CEO/Direktor des LUKS, denn auch überzeugt: «Die Einführung von LUKiS ist ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg in unsere Zukunft. Wir sind uns bewusst, dass dies nur möglich war, weil unsere Mitarbeitenden das Projekt engagiert und geduldig mitgetragen haben.» Dank LUKiS laufen nun alle Patientendaten in Echtzeit und vollständig in einem System zusammen. Damit trägt das Klinikinformationssystem dazu bei, die Behandlungsqualität und die Patientensicherheit weiter zu erhöhen.

Ende Juni 2020 wird das Einführungsprojekt von LUKiS offiziell abgeschlossen, danach beginnen der langfristige Betrieb und die laufende Optimierung und Weiterentwicklung des Systems. «Wir müssen noch einige wesentliche Schritte zum Ziel tun, sind aber sehr zufrieden, dass wir während der Einführung von LUKiS alle unsere Patientinnen und Patienten auf dem gewohnt hohen Niveau behandeln und betreuen konnten», zieht Benno Fuchs eine erste Bilanz. Schon heute zeigt sich, dass dank den neuen Funktionalitäten die Abläufe und die Qualität der Gesundheitsversorgung verbessert werden können. Der Tatbeweis wurde im Rahmen der ausserordentlichen COVID-19-Lage bereits erbracht:

  • Dank der gemeinsamen digitalen Arbeitsplattform konnten die Intensivstationen schnell und unkompliziert mit ärztlichem und pflegerischem Personal aus anderen Abteilungen unterstützt werden. Diese Verschiebung wäre vor LUKiS in diesem Tempo nicht möglich gewesen. 
  • LUKiS ermöglicht es, verschiedene relevante Daten an einem Ort übersichtlich darzustellen. So wurde dank einem eigens dafür eingerichteten digitalen Cockpit (COVID-Dashboard) jederzeit der Überblick über Verdachtsfälle, bestätigte Fälle, ausstehende Resultate und weitere Kennzahlen sichergestellt.
  • Das neue Klinikinformationssystem stellt anhand der vorhandenen Daten auch Entscheidungshilfen zusammen, welche die Ärzte bei der Einschätzung von COVID-Krankheitsverläufen unterstützt. So können allfällig benötigte Ressourcen wie Intensivbetten, Beatmungsplätze oder Personal besser geplant und eine gezielte Behandlung frühzeitig eingeleitet werden.
  • Personen, die sich am LUKS auf COVID-19 testen lassen, können dank dem Patientenportal MeinLUKS, welches Teil von LUKiS ist, innert kurzer Zeit unkompliziert ihr Resultat selber online abrufen. Dadurch wird das Team der Infektiologie merklich entlastet und die Getesteten erhalten rasch Gewissheit. Weitere Funktionalitäten von MeinLUKS sind bereits in Planung und werden den Patienten schon bald zur Verfügung stehen.

«Gesundheitsversorgung neu und integral andenken»

Ein weiterer wichtiger Meilenstein war die Zustimmung des Luzerner Kantonsrats zur Umwandlung des LUKS von einer öffentlich-rechtlichen Anstalt in eine gemeinnützige Aktiengesellschaft. Der Beschluss ebnet den Weg für einen gemeinsamen Spitalverbund des LUKS und des Kantonsspitals Nidwalden (KSNW). «Die Politik hat erkannt, dass die Gesundheitsversorgung angesichts der unzähligen Herausforderungen neu und integral angedacht werden muss», ist Dr. Ulrich Fricker, Präsident des Spitalrats des LUKS und des KSNW, überzeugt. Diese kantonsübergreifende «Heirat» schafft die Voraussetzungen, das Angebot der beiden Spitäler zu konsolidieren und zu koordinieren. Sie stellt auch sicher, dass die Bevölkerung nach wie vor wohnortsnah, qualitativ hochstehend und wirtschaftlich versorgt werden kann. Die Arbeiten für die Überführung der beiden Spitäler in die neue Rechtsform sind angelaufen und werden in den nächsten Monaten konkretisiert. Parallel dazu erarbeiten die Sozialpartner einen Entwurf eines Gesamtarbeitsvertrags (GAV) mit dem Ziel, diesen den Mitarbeitenden im 1. Halbjahr 2021 zur Urabstimmung zu unterbreiten.

Im August 2019 hat das LUKS seine Liste mit Bauprojekten veröffentlicht, die langfristig realisiert werden sollen. Der Erneuerungsbedarf der Gebäude ist unbestritten. Das zeigt sich insbesondere beim Kinderspital. Dieses ist seit 1971 in Betrieb. Die Platzverhältnisse sind eng und genügen heutigen Ansprüchen nicht mehr. Daran ändern auch die vielen Erweiterungen und Zwischensanierungen nichts. Erste Baueingaben wurden Anfang 2020 gemacht, das Siegerprojekt wird voraussichtlich bis Mitte 2020 bekannt gegeben. Das Kinderspital und die Frauenklinik sollen bis Ende 2025 vollständig neu gebaut werden. Im vergangenen Jahr ebenfalls vorangetrieben wurde die Planung für Wolhusen und Sursee.

COVID-19 mit finanziellen Auswirkungen auf die Folgejahre

«Das LUKS ist gut finanziert. Wir stehen im Vergleich mit anderen Schweizer Spitälern sehr gut da. Dieses solide Fundament bedeutet aber nicht, dass wir die anstehenden Investitionen problemlos finanzieren können», stellt Benno Fuchs klar. So hat neben den nicht kostendeckenden Abgeltungen (Tarife und gemeinwirtschaftliche Leistungen) die COVID-19-Pandemie erhebliche finanzielle Folgen: Durch den Notfallbetrieb mussten sowohl die ambulanten als auch die stationären Behandlungen massiv reduziert werden. Zudem kann die Rückkehr in den Regelbetrieb nur langsam erfolgen, da auf eine noch unbestimmte Zeit Vorhalteleistungen auf den COVID-Stationen erbracht werden müssen. «Dieser Umstand wird für das LUKS voraussichtlich zusätzlich grosse Auswirkungen auf den Jahresabschluss 2020 und allenfalls die Folgejahre haben», so Dr. Ulrich Fricker.

Der vollständige Jahres- und Finanzbericht 2019 des LUKS steht unter luks.ch/jahresbericht zur Verfügung.

Jahresbericht 2019

Das LUKS kann im Geschäftsjahr 2019 auf eine Vielzahl erfolgreich abgeschlossener oder vorangeschrittener Projekte und Investitionsvorhaben zurückblicken. Der Jahresbericht 2019 bietet eine ausführliche Übersicht. Zudem wird das neue Klinikinformationssystem LUKiS aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchtet. Welche Auswirkungen hat LUKiS auf die medizinische Qualität? Welches sind die Erfahrungen mit der digitalen Arbeitsplattform? Verschiedene interne und externe Fachpersonen geben in Interviews Antworten auf diese und andere Fragen. Mehr unter: luks.ch/jahresbericht

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