Luzerner Kantonsspital ersetzt digitale Insellösungen durch umfassendes Klinikinformationssystem

Nach über zwei Jahren Vorarbeit sind es noch knapp zwei Tage bis zum grossen Start. Mit der Einführung des neuen Klinikinformationssystems LUKiS setzt das Luzerner Kantonsspital als erstes Spital in einem deutschsprachigen Land auf die durchgehende Digitalisierung des Klinikalltags mit dem integrierten System von Epic. Trotz intensiver Vorbereitung kann es während der Einführungsphase zu Wartezeiten für die Patienten kommen. Die Spitalleitung dankt den Mitarbeitenden für das besonders grosse Engagement und bittet die Bevölkerung um Verständnis.

19. September 2019

Lesezeit: 4 Minuten
start lukis

Am 21. September um 3 Uhr morgens ist es soweit. Nach 27 Monaten Vorbereitungszeit nimmt das Luzerner Kantonsspital (LUKS) das neue Klinikinformationssystem LUKiS in Betrieb. Es ist die bisher erste Einführung eines solchen integrierten Systems in einem deutschsprachigen Land. Ab diesem Moment arbeiten rund 5500 Mitarbeitende, welche in Medizin, Pflege und Administration direkt mit den Patientinnen und Patienten zu tun haben, mit einer neuen gemeinsamen digitalen Arbeitsplattform. Der Start des Klinikinformationssystems LUKiS ist für das LUKS eine grosse Herausforderung, jedoch vor allem ein wichtiger Schritt in die Zukunft. Neu stehen den verantwortlichen Spezialistenteams alle Informationen zu den Patientinnen und Patienten fachübergreifend jederzeit aktuell und überall zur Verfügung. Ziel ist die Patientensicherheit und Qualität weiter zu erhöhen.

LUKS übernimmt Pionierrolle

Das LUKS übernimmt mit der umfassenden digitalen Gesamtlösung für alle Kliniken und Abteilungen und dem Einbezug der zuweisenden Ärzte und der Patienten eine Pionierrolle in der Schweiz. Auf dem Weg dahin gab es einige Hürden zu meistern. LUKiS wurde von einem eigens gebildeten Team mit rund 90 Mitarbeitenden aus allen Fachrichtungen des LUKS zusammen mit dem Systemanbieter Epic für das LUKS konfiguriert. In den vergangenen Monaten haben alle Mitarbeitenden eine Schulung absolviert. 800 speziell ausgebildete Super-User stehen ihren Teams in der Einführungsphase vor Ort unterstützend zur Seite. Ab dem 20. September ist während mindestens drei Wochen rund um die Uhr die LUKiS-Zentrale mit verschiedenen Spezialisten wie IT-Analysten, klinischen Fachexperten und Systemtrainern in Betrieb. In der ersten Phase geht es darum, LUKiS in den Spitalalltag zu integrieren. Mit zunehmender Routine werden die Vereinfachungen im Alltag mehr und mehr spürbar werden.

In der Startphase sind Verzögerungen möglich

«Mehr als zwei Jahre haben wir uns detailliert auf diesen Moment vorbereitet. Nun erwarten wir mit Spannung den Start unserer neuen digitalen Arbeitsplattform LUKiS», erklärt Benno Fuchs, Direktor des LUKS. «Wir erleben eine intensive Phase in der Geschichte des LUKS, die allen Mitarbeitenden viel abverlangt. Wir bitten die Bevölkerung um Verständnis, dass in der Startphase gewisse Arbeitsschritte länger dauern können.» Trotz der umfassenden Vorbereitung kann es in den ersten Wochen zu Verzögerungen und Störungen bei der Datenbearbeitung kommen. Viele Prozesse in der Medizin, Pflege und den Supportbereichen mussten neu konzipiert werden. Für die Mitarbeitenden bedeutet die Umstellung anfänglich Mehraufwand und Mehrarbeit, für die Patienten kann es zu zusätzlichen Wartezeiten kommen. «Ab sofort arbeitet das ganze Spital mit einer digitalen Plattform, mit der wir für die Zukunft gerüstet sind. Wir geben uns 100 Tage Zeit, bis das System eingespielt und Gewohnheit ist», sagt LUKiS-Projektleiter Xaver Vonlanthen.

Ausbaufähige, flexible Gesamtlösung

Mit LUKiS hat sich die Spitalleitung für einen neuen, ganzheitlichen Ansatz und gegen die Weiterentwicklung bestehender Insellösungen entschieden. Diese flexible, ausbaufähige, und dadurch zukunftsfähige Gesamtlösung wird zum Herzstück der internen und externen Zusammenarbeit. Die Mitarbeitenden des LUKS rücken mit der gemeinsamen digitalen Arbeitsplattform näher zusammen. Dank der Digitalisierung können auch die behandelnden Haus- und Spezialärzte über das Zuweiserportal «LUKSLink» Zugriff auf die Daten ihrer Patienten erhalten, sofern die Patienten dies möchten. In einem zweiten Schritt werden die Patienten auf Wunsch via Portal oder App «MeinLUKS» selber Zugriff auf ihre Daten haben.

Hohe Anforderungen an die Datensicherheit

Wichtige Aspekte bei der Einführung des neuen Klinikinformationssystems sind der Datenschutz und die Datensicherheit. Sämtliche Daten bleiben in der Schweiz und werden nach modernsten Standards mehrfach gesichert. Das gesamte Datenmanagement unterliegt der Schweizer Rechtsordnung. Es gilt das Berufs- und Patientengeheimnis. Der Zugang der Mitarbeitenden zu Daten ist über rollenbasierte Berechtigungen, die der Funktion angepasst sind, geregelt und eingeschränkt. Sämtliche Zugriffe und Bearbeitungsschritte werden protokolliert und können auf ihre Rechtmässigkeit überprüft werden. Die Bearbeitung der Daten wird damit transparenter.

Das Luzerner Kantonsspital (LUKS) ist mit über 7000 Mitarbeitenden der grösste Arbeitgeber und der grösste Ausbildungsbetrieb der Zentralschweiz. Es ist zudem das grösste Zentrumsspital der Schweiz und stellt die hochqualifizierte medizinische Versorgung der Region sicher. Das LUKS verfügt über ein breites Leistungsangebot an den Standorten Luzern, Sursee, Wolhusen und Montana, national anerkannte interdisziplinäre Zentren und Leistungsaufträge in hochspezialisierter Medizin. Als erstes Spital in einem deutschsprachigen Land führt es ein integriertes Klinikinformationssystem ein, das auf dem System von Epic basiert. Das US-amerikanische Unternehmen Epic ist einer der grossen Branchenführer und entwickelt seit über 40 Jahren ausschliesslich Klinikinformationssysteme. Über 1000 Kliniken weltweit arbeiten mit dem Epic-System.

Weitere Informationen
www.luks.ch/lukis

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LUKiS-Bulletin
Das LUKS informiert mit einem Bulletin regelmässig über die Einführung von LUKiS. Sie finden dieses ab dem 23. September 2019 unter www.luks.ch/lukis

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