Neubau Kinderspital / Frauenklinik: Ein visionäres Projekt

Der medizinische Fortschritt und die Bedürfnisse der Bevölkerung haben sich in den letzten Jahrzehnten stark verändert. Die Patientenzahlen vervierfachten sich im Kinderspital seit dessen Eröffnung 1971. Um auch zukünftig beste Medizin für unsere Kleinsten anbieten zu können und die räumliche Situation zu verbessern, ist ein Neubau des KISPI und die räumliche Nähe der Frauenklinik unausweichlich. Roland Schwilch, Gesamtprojektleiter Neubau Kinderspital, Dr. med. Janet Weber, Projektleiterin Nutzer, und Isabelle Odermatt, Projektleiterin Supportbereiche, nehmen Stellung.

10. April 2019

Prof. Dr. med. Thomas J. Neuhaus, Departementsleiter Kinderspital, und Dr. med. Corina Christmann, Chefärztin ad interim / Co-Leiterin der Frauen- klinik, freuen sich gemeinsam mit den Projektverantwortlichen auf den Neubau. Von links: Prof. Dr. med. Thomas J. Neuhaus, Janet Weber, Roland Schwilch, Isabelle Odermatt, Dr. med. Corina Christmann.

Prof. Dr. med. Thomas J. Neuhaus, Departementsleiter Kinderspital und Dr. med. Corina Christmann, Chefärztin ad interim / Co-Leiterin der Frauenklinik, freuen sich gemeinsam mit den Projektverantwortlichen auf den Neubau. Von links: Prof. Dr. med. Thomas J. Neuhaus, Dr. med. Janet Weber, Roland Schwilch, Isabelle Odermatt, Dr. med. Corina Christmann.

Was sind die Herausforderungen dieses Projekts?

Roland Schwilch: Dieser Neubau ist der erste Realisierungsschritt in der Arealentwicklung am LUKS Luzern. Die Gesamtbetrachtung war notwendig, um die zukünftige bauliche Entwicklungen wie Sanierungen und Neubauten auf dem Spitalareal in einen Gesamtkontext zu stellen. Dabei wurde deutlich, dass Kinderspital und Frauenklinik in einem Gebäudekomplex zu realisieren sind.

Janet Weber: Eine wichtige Grundlage für den Neubau bilden die künftigen Abläufe. Diese werden von den Mitarbeitenden mitentwickelt. Es braucht Mut, innovative Ideen mit heute Bewährtem zu kombinieren. Dies ist zwar anspruchsvoll, aber auch eine grosse Chance des Projekts. Die Mitarbeitenden so können ihre eigene Zukunft aktiv mitgestalten.

Isabelle Odermatt: Und diese Chance bezieht sich nicht nur auf die Mitarbeitenden des Kerngeschäftes. Auch Supportbereiche wie z.B. Logistik und Gastronomie haben die Möglichkeit, ihre zukünftigen Ansprüche in die Planung einfliessen zu lassen. Gemeinsam legen wir damit den Grundstein für Innovationen und somit ein zukunftsorientiertes Projekt auf allen Ebenen.

Warum rücken das Kinderspital und die Frauenklinik näher zusammen?

Janet Weber: Für das Perinatalzentrum als Bindeglied zwischen Kinderspital und Frauenklinik ist die unmittelbare räumliche Nähe ganz essenziell. So ist die Anerkennung als Zentrum für hochspezialisierte Medizin in der Neonatologie und Geburtshilfe auch in Zukunft sichergestellt. Das LUKS als Zentrumsspital garantiert damit weiterhin eine hohe Qualität der Gesundheitsversorgung in der Zentralschweiz.

Roland Schwilch: Mit dem Zusammenschluss lassen sich für den Betrieb und die Supportbereiche kurze Wege realisieren. Dennoch werden die Frauenklinik und das Kinderspital von aussen als eigenständige Einheiten mit jeweils eigenem Eingang erkennbar sein. Die Räumlichkeiten werden nach neusten Erkenntnissen der Spitalarchitektur gestaltet, um die Genesung der Patienten und das Wohlbefinden der Angehörigen auch von baulicher Seite her bestmöglich zu unterstützen.

Janet Weber: Dem Wunsch der Patienten nach mehr Privatsphäre will man künftig auch baulich stärker entsprechen. Es werden zum Beispiel mehr Familienzimmer im Bereich der Geburtshilfe realisiert werden. Für Begleitpersonen im Kinderspital soll es im Neubau generell die Möglichkeit der Übernachtung beim hospitalisierten Kind geben.

Die Mitarbeitenden können ihre eigene Zukunft aktiv mitgestalten.

Dr. med. Janet Weber

Was sind die Vorteile für die Mitarbeitenden?

Janet Weber: Bis die Mitarbeitenden in den Neubau einziehen können, ist ihr aktiver Einbezug ins Projekt sehr wichtig. Wie das neue Kinderspital und die künftige Frauenklinik ausschauen müssen, damit sie auch betrieblich funktionieren, wissen die Mitarbeitenden nämlich sehr genau. Der Neubau wird ihnen dafür eine moderne Arbeitsumgebung bieten und soll sie in ihrem beruflichen Alltag unterstützen. Unsere Mitarbeitenden sollen gerne in den neuen Räumen arbeiten.

Inwiefern wird die Baustelle die tägliche Arbeit einschränken?

Roland Schwilch: Leider ist die Realisierung ohne Rochaden bestehender Arbeitsplätze nicht möglich. Wir konnten diese aber auf ein Minimum reduzieren. Auch auf Provisorien kann grösstenteils verzichtet werden. Wir sind bereits an der Rochadenplanung und werden die betroffenen Mitarbeitenden frühzeitig informieren. Die gute Nachricht ist, dass wir nicht innerhalb des Gebäudes sanieren, sondern einen Neubau schaffen. Damit kann der Betrieb bis zum letzten Tag ohne Einschränkungen stattfinden. Aber eine Baustelle führt immer zu Lärm, Schmutz und Umleitungen. Wir werden unser Möglichstes tun, damit die Belastungen so gering wie möglich ausfallen. Ganz verhindern können wir sie nicht. Dafür bitten wir heute schon um Verständnis.

Das Projektteam

Roland Schwilch, Gesamtprojektleiter
Dr. med. Janet Weber, Projektleiterin Nutzer

Teilprojektleitende:

  • Prof. Dr. med. Philipp Szavay, Chefarzt Kinderchirurgie, LUKS Luzern
  • Birgit Wernz, Leiterin Pflege KISPI
  • Dr. med. Barbara Kipp, Chefärztin ad interim / Co-Leiterin Frauenklinik, LUKS Luzern
  • Dr. med. Martin Stocker, Chefarzt Neonatologie / pädiatrisch-kinderchirurgische Intensivstation, LUKS Luzern
  • Dr. med. Markus Hodel, Chefarzt Geburtshilfe und Feto-Maternale Medizin

Isabelle Odermatt, Projektleiterin Supportbereiche

Teilprojektleitende:

  • Philippe Linder, Leiter Einkauf & Logistik LUKS
  • Daniel Gehriger, Leiter Gastronomie / Hotellerie LUKS
  • Sonja Bertschy, Leitende Ärztin Infektiologie
  • Adrian Uster, Leiter Immobilienmanagement
  • Walter Vogel, Leiter Haus- und Betriebstechnik
  • Thomas Jucker, Projektleiter IT

Autorin: Jacqueline Theiler, Public Affairs / Baukommunikation, Unternehmenskommunikation LUKS

Zum Thema

Standort steht fest

Die Planung für den Neubau des Kinderspitals schreitet voran; es soll östlich des heutigen Kinderspitals zu stehen kommen. Neu ist geplant, die Frauenklinik auf dieselbe Baufläche wie das neue Kinderspital zu verlegen. Diese direkte Anbindung entspricht den künftigen Anforderungen an ein Perinatalzentrum. Die Fertigstellung ist 2025 vorgesehen.