Schweizer Premiere mit 3D-OP-Videosystem

Das Kinderspital des Luzerner Kantonsspitals (LUKS) setzt für minimalinvasive Operationen ein neuartiges 3D-Videosystem ein. Die Kinderchirurgie am LUKS verfügt als erstes und bisher einziges Kinderspital in der Schweiz über ein solches 3D-Laparoskopie-System.

15. Dezember 2016

Prof. Dr. med. Philipp Szavay beim Eingriff mit dem 3D-OP-Videosystem

Dreidimensionale Darstellung des Operationsfelds

Die grosszügige Unterstützung der Kinderspitalstiftung Fischbacher-Labhardt hat dem Kinderspital des LUKS Luzern zu einer wichtigen Innovation verholfen: Für sogenannte Schlüsselloch-Operationen steht der Kinderchirurgischen Klinik seit diesem Jahr ein Video-Laparoskopie-System der neuesten Generation zur Verfügung. Das Besondere daran ist die dreidimensionale Darstellung des Operationsfelds.

Wenngleich in den letzten Jahren die minimalinvasive Chirurgie etabliert werden konnte, und heute oftmals schon den «Gold Standard» darstellt, ging dies einher mit der Reduktion der Darstellung auf ein zweidimensionales Bild am Monitor. Dies verlangte vom Chirurgen, sich an die fehlende räumliche Bildtiefe anzupassen.

Brillante Visualisierung in HD-Qualität

Mit dem technologischen Fortschritt wurden insbesondere auch die optischen Systeme weiterentwickelt. So ist heute die High-Definition- (HD-) Darstellung Standard. Zudem wurde mit Hochdruck an qualitativ überzeugenden 3D-Optiksystemen gearbeitet. Nachdem erste 3D-Systeme noch zu Kopfschmerzen und Schwindel bei Operateuren geführt haben, stehen nun mit einer neuen 3DHD-Generation Systeme zur Verfügung, die sich durch eine hohe Bedienerfreundlichkeit, eine aussergewöhnlich präzise dreidimensionale Visualisierung und brillante Darstellung des Operationsfelds auszeichnen.

Zahlreiche Vorteile für alle Beteiligten

Das neue System bringt dem erfahrenen laparoskopischen Chirurgen durch eine schnellere und sicherere intraoperative Navigation Vorteile. Weniger erfahrene Operateure und Chirurgen in der Weiterbildung profitieren dank der räumlichen Darstellung des Operationsfelds von einer einfacheren Abschätzung der Abstände anatomischer Strukturen zueinander und einer einfacheren Handhabung der Instrumente. Dies erleichtert das Erlernen und Adaptieren der minimalinvasiven Operationstechnik. Zudem wird die fehlende Taktilität zum Teil optisch kompensiert.

Anatomische Strukturen können nunmehr noch präziser und eben dreidimensional dargestellt werden, was eine noch bessere, sicherere und damit auch schnellere OP-Technik ermöglicht. Für das OP-Team zahlt sich die 3D-Laparoskopie durch die weniger anstrengende Hand-Augen-Koordination aus. Dies ermöglicht ein ermüdungsärmeres Operieren.

Führendes Zentrum für minimalinvasive Kinderchirurgie

Die 3D-Laparoskopie kommt gerade jüngeren Patienten zugute, die von einem minimalen Operationstrauma, einer präzisen und schonenden Operationstechnik und damit von einer rascheren Rekonvaleszenz profitieren. Die Kinderchirurgie am Kinderspital des LUKS verfügt als erste und momentan einzige kinderchirurgische Einrichtung in der Schweiz über ein solches 3D-Laparoskopie-System. Damit untermauert das Kinderspital den Anspruch als Zentrum für minimalinvasive Kinderchirurgie in der Schweiz.

Prof. Dr. med. Philipp O. Szavay, Chefarzt Kinderchirurgie LUKS Luzern