Standort des neuen Kinderspitals definiert mit Anbindung der Frauenklinik

Die Planung für den Neubau des Kinderspitals am Luzerner Kantonsspital (LUKS) schreitet voran. Das LUKS hat den Standort innerhalb des Spitalareals festgelegt. Damit kann die Ausschreibung des Studienauftrags erfolgen. Neu geplant ist, die Frauenklinik auf dieselbe Baufläche wie das neue Kinderspital zu verlegen. Diese direkte Anbindung entspricht den künftigen Anforderungen an ein Perinatalzentrum.

13. Februar 2019

bild1

Das im Jahr 1971 erbaute Kinderspital ist spürbar in die Jahre gekommen und es herrscht trotz Provisorien und Umbauten Platzmangel. Deshalb plant das LUKS einen Neubau, für den es einen neuen Standort auf dem Spitalareal in Luzern evaluiert hat. Der neue Bau soll östlich des heutigen Kinderspitals zu stehen kommen. Die Fertigstellung ist auf 2025 vorgesehen. Um den Erhalt des Perinatalzentrums zu sichern, wird die Anbindung der Frauenklinik in die weitere Planung eingeschlossen.

Testplanung führt zu neuen Standort

Ein Spital befindet sich ständig im Bau, besonders wenn mehrere Gebäude auf dem Areal stehen, die sich je nach Alter und Gebäudezustand unterscheiden. Entsprechend wichtig ist es, deren Erneuerung bzw. das Bauen in Etappen optimal aufeinander abzustimmen. Seit Sommer 2017 läuft ein Testplanverfahren, mit welchem die bauliche Gesamtstrategie für das östliche Spitalareal erarbeitet wird. Ergebnis ist ein Entwicklungsplan, der die Grundlage für die Bebauung und Nutzung des Areals für die kommenden zwanzig Jahre bildet. Ein wichtiger Teil dieses Plans ist der nun festgelegte Standort des neuen Kinderspitals. Er liegt östlich des jetzigen Kinderspitals. Damit kann nun die konkrete Gebäudeplanung in Angriff genommen werden. Die weiteren Ergebnisse der Testplanung liegen im Sommer 2019 vor.

Kinderspital und Frauenklinik künftig verbunden

Das Perinatalzentrum des LUKS ist eines von neun Perinatalzentren in der Schweiz. Es gewährleistet die intensivmedizinische Behandlung von Früh- und Neugeborenen sowie die Betreuung werdender Mütter während einer Risikoschwangerschaft oder -geburt und sichert damit die entsprechende hochspezialisierte Versorgung der Zentralschweiz. Die Anforderungen zur Zertifizierung von Perinatalzentren (Geburtshilfe, Neonatologie und Neugeborenen-Intensivstation) werden steigen. So wird die räumliche Anbindung der einbezogenen Bereiche künftig Voraussetzung für eine Anerkennung sein. Aktuell sind am LUKS die Geburtshilfe und die Neonatologie in der Frauenklinik und die Neugeborenen-Intensivstation im Kinderspital räumlich voneinander getrennt untergebracht. Deshalb plant das LUKS, neben dem Kinderspital auch die Frauenklinik an den neuen Standort zu verlegen und diese mit dem Kinderspital direkt Tür an Tür zu bauen. Die Frauenklinik wird somit in die weiteren Planungsschritte integriert. Das LUKS behält sich vor, das Projekt in Etappen (Kinderspital, Geburtshilfe, Gynäkologie) zu realisieren. Vorausgesetzt ist immer die Zertifizierung des Perinatalzentrums.

Studienauftrag mit Präqualifikation startet Ende März 2019

In einem nächsten Schritt erfolgt die Ausschreibung eines Studienauftrags. Im Rahmen einer Präqualifikation werden 4 bis 5 Planerteams zur Erarbeitung eines Projekts für den Neubau Kinderspital / Frauenklinik ausgewählt. Die Ausschreibung wird am 29./30. März 2019 veröffentlicht. Der Studienauftrag selbst dauert vom Sommer 2019 bis Sommer 2020. Der eigentliche Bau startet 2022. Das Kinderspital soll bis 2025 fertiggestellt sein. Die Kosten des Neubaus Kinderspital / Frauenklinik werden sich voraussichtlich auf 170 bis 200 Millionen Franken belaufen.

Massnahmen zur Überbrückung bis zum Umzug ins neue Kinderspital

Um das Kinderspital bis zur geplanten Fertigstellung des Neubaus zu entlasten und die Infrastruktur zu verbessern, hat das LUKS seit 2012 etappenweise Überbrückungsmassnahmen im ambulanten und stationären Bereich umgesetzt. So hat es beispielweise einen Pavillon angebaut sowie die Neonatologie und den Bereich zur Aufbereitung von Muttermilch in die Frauenklinik verlegt. Dadurch erhielt das Kinderspital mehr Platz und das LUKS konnte die Infrastruktur für Patienten, Eltern und Mitarbeitende deutlich verbessern. Vor kurzem wurden der Zimmerkomfort erhöht, WC-Anlagen saniert und zusätzliche Nasszellen eingebaut. Dank der Paul und Gertrud Fischbacher-Labhardt Spitalstiftung konnte das LUKS zudem vor einigen Jahren einen modernen Operationssaal realisieren und im 2018 einen Aufwachraum einrichten. Mit diesen Massnahmen wurde das Notwendige umgesetzt, um den betrieblichen Bedürfnissen bis zum Bezug des Neubaus gerecht zu werden.

Keine belastende Sanierung der Frauenklinik bei laufendem Betrieb

Das Gebäude, in der sich heute die Frauenklinik befindet, wird bei Fertigstellung des Neubaus Kinderspital / Frauenklinik rund 25-jährig sein, womit eine erste Sanierung anstehen wird. Die Verlegung der Frauenklinik in den Neubau hat damit den Vorteil, dass die Frauenklinik nicht bei laufendem Betrieb saniert werden muss, was sehr belastend wäre. Die Infrastruktur des bestehenden Gebäudes, wie die Ambulatorien oder die Bettenstationen, kann das LUKS aufgrund der Raumknappheit auf dem Spitalareal nach der Sanierung des leeren Gebäudes optimal weiternutzen. Für das Gebäude des heutigen Kinderspitals wird für die Zeit nach dem Umzug eine Zwischennutzung geprüft; schlussendlich wird es jedoch zurückgebaut.

Weitere Informationen und Bildmaterial

www.luks.ch/bauen