Trotz steigenden Patientenzahlen rückläufiger Gewinn

Das Luzerner Kantonsspital (LUKS) hat 2018 erneut in seine hohe medizinische Kompetenz und Qualität investiert, wichtige Bauprojekte realisiert, strategische Partnerschaften weiterentwickelt und die Digitalisierung vorangetrieben. Obwohl die Patientenzahlen und das Leistungsvolumen noch einmal gewachsen sind, konnte der Ertrag nur leicht gesteigert werden und der Gewinn war rückläufig. Grund sind die vom Bundesrat schweizweit reduzierten Behandlungstarife. Das LUKS erwirtschaftete 2018 einen Umsatz von CHF 939.7 Mio. und schloss mit einem Gewinn von CHF 4.1 Mio. ab.

17. April 2019

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luks pilatus

Das Wachstum und die Alterung der Bevölkerung erhöhen den Druck auf das Gesundheitswesen. Trotz wachsender Patientenzahlen blieb der stationäre Bereich des LUKS 2018 mit insgesamt 42 644 Patienten stabil und nur der ambulante Bereich verzeichnete mit 678 600 Patientenkontakten einen neuen Höchststand. «Das ambulante Wachstum konnten wir gut auffangen. Das LUKS hat die Entwicklung von 'ambulant vor stationär' früh erkannt und ambulante Leistungen seit jeher gefördert. Wir haben die Organisation und die Infrastruktur entsprechend angepasst - zum Beispiel mit einem ambulanten Operationszentrum», stellt Benno Fuchs, CEO/Direktor des LUKS fest. Bei den Geburten wurden mit insgesamt 3370 Neugeborenen an den LUKS-Standorten Luzern, Sursee und Wolhusen die Vorjahreszahlen ebenfalls übertroffen.

Neuerungen und Digitalisierung vorangetrieben

Auch im vergangenen Jahr hat das LUKS diverse Neuerungen umgesetzt. Mit der Neueröffnung des Brustzentrums am Seidenhof in der Nähe des Bahnhofs Luzern entspricht das LUKS dem Trend zur vermehrt ambulanten Leistungserbringung. Die langjährige Zusammenarbeit mit dem Zuger Kantonsspital wurde durch die Ergänzung der Radio-Onkologie in Baar vertieft. Das LUKS kann damit künftig onkologischen Patienten im Kanton Zug wohnortsnah die gleichen Therapien wie in Luzern anbieten. Im Bereich bauliche Erneuerungen hat das LUKS 2018 die Planungen für den Neubau Kinderspital / Frauenklinik am Standort Luzern und das neue Spital in Wolhusen sowie die Evaluation des künftigen Spitalstandorts in Sursee weiter vorangetrieben.

Im 2018 erfolgten zudem umfassende Vorarbeiten für die Einführung des neuen, digitalen Klinikinformationssystems im Herbst 2019. Einmal erfasst, können damit alle LUKS-Mitar­beitenden jederzeit und überall auf die relevanten Patienteninformationen zugreifen. «Wir sind überzeugt, dass das neue System die interdisziplinäre Zusammenarbeit und die Behandlungsqualität weiter fördern und die Kommunikation vereinfachen wird», hält Benno Fuchs dazu fest.

Starkes Leistungswachstum, hohe Mehrkosten

Die im ambulanten Bereich erbrachten Leistungen sind im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegen. Trotzdem nahm der Betriebsertrag mit CHF 939.7 Mio. nur leicht zu. Der erwirtschaftete Gewinn war mit CHF 4.1 Mio. rückläufig. Grund sind die vom Bundesrat reduzierten ambulanten Behandlungstarife (Tarmed). Diese führten zu einer Verschlechterung des Ergebnisses um CHF 20 Mio. Infolge des Leistungswachstums trägt das LUKS hohe Mehrkosten, die mit den reduzierten Tarifen nicht mehr abgegolten werden. «Wir benötigen aber auch künftig angemessene Gewinne aus unserer Tätigkeit, um weiterhin für die gute Versorgung unserer Bevölkerung, in unsere Mitarbeitenden, in die medizinische sowie technologische Entwicklung und in moderne Gebäude investieren zu können», so Benno Fuchs. «Vor diesem Hintergrund überprüfen wir unsere Strategie, um in den Folgejahren die entsprechenden Resultate zu erzielen.»

Spitalverbünde sind die Zukunft

«Wir pflegen mit verschiedenen Spitälern der Zentralschweiz eine intensive Zusammenarbeit, die sich auch 2018 bestens bewährt hat. Um eine qualitativ hochstehende und wirtschaftliche Versorgung in der Region zu sichern, braucht es in Zukunft allerdings Spitalverbünde», sagt Dr. Ulrich Fricker, Präsident des Spitalrats LUKS, überzeugt. Ein wichtiger Meilenstein im vergangenen Jahr war die Unterzeichnung des Aktienkauf- und Aktionärsbindungsvertrags zwischen den Kantonsregierungen Luzern und Nidwalden sowie dem LUKS für eine vertiefte Zusammenarbeit im Rahmen der Spitalregion Luzern/Nidwal­den (LUNIS). Der Vertrag regelt die Grundsätze des partnerschaftlichen Handelns und die Stellung des Kantonsspitals Nidwalden als Tochtergesellschaft des LUKS. Er tritt in Kraft, wenn die Änderung der Spitalgesetze in den beiden Kantonen beschlossen und die beiden Spitäler in Aktiengesellschaften umgewandelt sind. «Für unsere Patientinnen und Patienten, aber auch für die beiden Spitäler und die Zentralschweiz ist dieser Schritt äusserst wichtig», resümiert Dr. Ulrich Fricker.

Der vollständige Jahres- und Finanzbericht 2018 des LUKS steht unter luks.ch/jahresbericht zur Verfügung.

Meilensteine 2018

Das LUKS kann im Geschäftsjahr 2018 auf eine Vielzahl erfolgreich abgeschlossener oder vorangeschrittener Projekte und Investitionsvorhaben zurückblicken:

  • Eröffnung des neuen Brustzentrums am Seidenhof im Stadtzentrum von Luzern
  • Fertigstellung des Anbaus für die Radio-Onkologie am Zuger Kantonsspital in Baar
  • Start des Pilotbetriebs "Rettungsdienst Zentralschweiz"
  • Unterzeichnung des Aktienkauf- und Aktionärsbindungsvertrags zur vertieften Zusammenarbeit im Rahmen der Spitalregion Luzern/Nidwalden (LUNIS)
  • Erweiterung der Notfallstation am LUKS Sursee
  • Realisierung eines modernen Aufwachraums für das Kinderspital Luzern
  • Start des Testplanungsverfahrens zur Definition der konkreten Lage des Neubaus Kinderspital / Frauenklinik auf dem Spitalareal des LUKS Luzern
  • Siegerprojekt Spitalneubau für das LUKS Wolhusen erkoren
  • Eröffnung des Personalparkhauses am LUKS Luzern
  • Erstes Treffen der «Joint Master»-Studierenden Medizin «Luzerner Track»

 

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