Warum heilt meine Wunde auch nach Wochen nicht?

Vor sechs Wochen habe ich (w, 71) mich bei der Gartenarbeit am Unterschenkel verletzt. Ich habe die Wunde desinfiziert und mit einem Pflaster verbunden. Obwohl ich das Pflaster seither täglich gewechselt habe, ist die Wunde nicht kleiner geworden. Warum kann das sein? Was soll ich tun?

8. Oktober 2020

Lesezeit: 2 Minuten
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Dr. med. Carolin Cellbrot, Spitalfachärztin Chirurgie, LUKS Sursee

Wie Sie das offenbar gemacht haben, sollte nach einer Bagatellverletzung die Wunde gereinigt und desinfiziert werden. Meist genügt es, sie mit einem Pflaster steril abzudecken. Zudem sollte der Tetanusschutz (Wundstarrkrampf) überprüft und bei Bedarf aufgefrischt werden.

Bei einer schlecht heilenden Wunde reicht es nicht, nur diese alleine zu beurteilen. Grunderkrankungen wie Diabetes mellitus, Fettleibigkeit oder Erkrankungen des Immunsystems und der Gefässe können eine entscheidende Rolle spielen. Medikamente, Rauchen und nicht zuletzt die Ernährung beeinflussen die Wundheilung ebenfalls.

In einer Wundsprechstunde in einem Spital oder einer spezialisierten Praxis wird zunächst geklärt, welche Grunderkrankungen vorhanden sind und welche Medikamente eingenommen werden. Wie wurde die Wunde bislang behandelt? Dann wird die Wunde beurteilt. Ist sie trocken, feucht oder nass? Wie sehen Wundrand und Wundumgebung aus? Ist eine Wunde wie hier am Unterschenkel lokalisiert, wird der Puls an den Füssen untersucht. Genau wie am Handgelenk kann am Fuss ein Puls getastet werden. Ist er kräftig, spricht das für eine gute Durchblutung des Beines. Bei fehlenden Fusspulsen oder Hinweisen für eine chronisch-venöse Insuffizienz (z. B. Ödeme, Krampfadern oder Zustand nach einer Thrombose) ist zur weiteren Abklärung eine Untersuchung durch einen Gefässspezialisten angezeigt. Zum Teil sind auch bildgebende Verfahren nötig.

Auch eine Schmerztherapie kann nötig werden

Anschliessend wird die Wunde gereinigt, und Beläge werden abgetragen. Dies ist aufgrund von Schmerzen nicht immer problemlos möglich. Wundbehandlung umfasst in solchen Fällen auch immer eine Schmerztherapie.

Die Wundauflage, also das Material, das direkt auf die Wunde gelegt wird, wird meist so gewählt, dass ein feuchtes Wundmilieu entsteht. Die Auswahl an Wundauflagen ist sehr vielfältig. Eine optimal auf den Patienten abgestimmte Therapie beschleunigt die Wundheilung und reduziert Schmerzen. Ödeme bedürfen einer Kompressionstherapie.

Bei einfacheren Verbänden können der Patient oder Angehörige zur selbständigen Wundpflege angeleitet werden. Bei aufwändigeren Verbandswechseln wird eng mit der Spitex oder dem Hausärzten zusammengearbeitet. Gelegentlich müssen auch andere Fachdisziplinen wie Physiotherapie, Diabetesberatung, Orthopädisten oder andere Spezialisten wie Dermatologen, Gefässchirurgen usw. beigezogen werden.

Eine einfache Antwort auf Ihre einleitende Frage gibt es also nicht. Generell lässt sich aber sagen, dass eine Konsultation beim Hausarzt oder in einer Wundsprechstunde empfehlenswert ist, wenn die Wunde über einen längeren Zeitraum (über 6 Wochen) keine Heilungstendenz zeigen.

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