Welches Spital ist das richtige?

Willisauer Bote - Richard Herzog, aufgrund chronischer Schmerzen benötige ich demnächst ein künstliches Hüftgelenk. Wie finde ich heraus, welches Spital für mich das richtige ist?

23. Oktober 2019

Lesezeit: 2 Minuten
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Dr. med. Richard Herzog, Chefarzt Orthopädie LUKS Wolhusen

RATGEBER GESUNDHEIT

Am einfachsten ist sicher, wenn Sie Ihren Hausarzt nach einem geeigneten Spital fragen. Heute gehen aber immer mehr Menschen ins Internet, um herauszufinden, wo sie für ihre Beschwerden die bestmögliche Behandlung bekommen. Keine Frage: Das Internet bietet tatsächlich gute Entscheidungsgrundlagen. Man muss sie nur richtig gewichten.

Was meinen Sie damit?

Viele Spitäler führen Patientenumfragen durch. Die Ergebnisse sind aber mit Vorsicht zu geniessen. Ein Spital kann eine gute Bewertung erhalten, wenn es in den Bereichen Hotellerie und Gastronomie gut abschneidet, in seinem Kernbusiness hingegen mittelmässig ist. In meinen Augen sollte bei der Spitalwahl das Behandlungsergebnis im Vordergrund stehen. Diesbezüglich gibt es klare Kriterien. Zum Beispiel die Infektrate. Beim Implantieren eines künstlichen Hüftgelenks ist ein Infekt ein Desaster, da er in der Regel mehrere Nachoperationen verursacht und der Patient über längere Zeit Antibiotika benötigt. Der andere entscheidende Faktor ist die Revisionsrate. Wenn ein neues Gelenk, das eigentlich 20 Jahre halten müsste, schon nach drei Jahren erneut operiert werden muss, ist das Ziel überhaupt nicht erreicht.

Wo finde ich diese Angaben denn im Internet?

Über die Infektrate gibt die Webseite www.anq.ch präzise Auskunft. Und unter www.siris-implant.ch findet man die Revisionsrate. Zusätzlich gibt es noch die einzelnen Spital-Webseiten, die in der Qualitätsbeurteilung aber möglicherweise nicht ganz objektiv sind.

Wie schneidet das LUKS Wolhusen in diesen beiden Punkten ab?

Sehr gut. Gerade im Bereich Orthopädie, auf den wir spezialisiert sind. Pro Jahr führen wir rund 250 künstliche Hüftgelenk-Operationen durch, wobei unsere Infektrate im letzten wie auch im vorletzten Jahr bei 0 Prozent lag. Der Schweizer Durchschnitt beträgt etwa 1.2 Prozent. Auch bei der Revisionsrate liegen wir mit 0.2 Prozent deutlich unter dem Schweizer Durchschnitt.

Quelle: Willisauer Bote vom 15. Oktober 2019
Interview: Alex Piazza