Wenn der Schuh drückt

Surentaler - Diverse Massnahmen können bei einem Hallux valgus zu Schmerzfreiheit führen

16. August 2018

Lesezeit: 2 Minuten
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Der Hallux valgus oder Schiefstand der Grosszehe ist die häufigste Fehlstellung des Vorfusses. Rund 35 Prozent der über 65-Jährigen sind davon betroffen, in erster Linie Frauen. Die Ursache dieser Erkrankung ist nicht eindeutig geklärt. Neben der Vererbung sind das Tragen von Schuhen mit hohen Absätzen und die Einengung des Vorfusses als ungünstige Faktoren bekannt.

Beim Hallux valgus kommt es zu einem Abweichen der Grosszehe in die Richtung der Kleinzehen. In Extremvarianten können die Kleinzehen sogar über der Grosszehe zu liegen kommen. Als häufigste Folge dieser Fehlstellung tritt beim Tragen von geschlossenen Schuhen eine störende Druckstelle auf der Innenseite des Ballens auf. Andererseits kann es zu schmerzhaften Schwielen unter dem Vorfuss kommen.

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Dr. med. Martin Wonerow ist Leitender Arzt Orthopädie am Luzerner Kantonsspital Sursee.

So kann man vorbeugen

Vorbeugend ist das Training der Fussmuskulatur und des Bindegewebes durch Barfusslaufen und Fussgymnastik sinnvoll. Sollte sich dennoch ein Hallux valgus entwickeln, muss nicht sofort operiert werden. So kann durch eine Anpassung der Schuhe, Einlagenversorgung und Physiotherapie versucht werden, Schmerzfreiheit zu erreichen. Erst wenn diese Massnahmen nicht helfen, wird ein Fusschirurg anhand der Untersuchungsbefunde sowie den Erwartungen des Patienten das passende Operationsverfahren auswählen. Erfolgt die Operation, ist die Prognose gut: 75 Prozent der Patienten sind nach einem Eingriff mit dem Ergebnis sehr zufrieden, 90 Prozent berichten über ein deutlich erleichtertes Gehen. Kurz: Wenn der Schuh drückt, findet sich in den meisten Fällen ein Weg, die Schmerzen zu beseitigen. Am Donnerstag, 30. August, von 18.30 bis 20.30 Uhr findet am Luzerner Kantonsspital in Sursee eine Informationsveranstaltung zum Thema «Gesunde Füsse» statt. Der Eintritt ist kostenlos.

Autor: Martin Wonerow
Quelle: Surentaler vom 16.08.2018