Neubau Kinderspital: Optimale Bedingungen für Physio- und Ergotherapie

Im heutigen Kinderspital sind die räumlichen Möglichkeiten stark eingeschränkt. Verschiedene Angebote müssen in denselben Zimmern kombiniert werden: Therapieküche, Mitarbeitendenbüro und Handtherapie teilen sich teilweise einen Raum. Diese Situation ist weder für die Kinder noch für die Fachpersonen ideal.
Im Neubau des Kinderspitals und der Frauenklinik, der im Herbst eröffnet wird, stehen künftig klar getrennte und spezifisch ausgestattete Räume zur Verfügung. Dazu gehören:
- ein eigener, steriler Handtherapieraum
- grosszügige Gruppentherapieräume
- zusätzliche Räume für Wahrnehmungs- und sensorische Förderung
- separate Materialräume, die visuelle Reize reduzieren und mehr Ruhe ermöglichen
«Besonders Kinder, die schnell überreizt sind, profitieren enorm von ruhigen, strukturierten Bereichen», erklärt Irene Zemp. Auch die Physiotherapie gewinnt deutlich an Platz. Die neuen Einzelzimmer bieten ausreichend Raum für Mobilisationsgeräte – ein grosser Vorteil für nicht mobile Kinder, die bisher oft unter beengten Bedingungen behandelt werden mussten.
Ein Highlight ist die grosse, helle Turnhalle, die Physio- und Ergotherapie zusammen nutzen werden. Ergänzt wird sie durch eine speziell entwickelte Kletterwand, deren Neigung individuell angepasst werden kann.
Therapie-Garten als Herzstück
Ein besonderes Highlight des Neubaus ist der Therapie-Garten. Das von der Stiftung Zukunft Kinderspital Zentralschweiz geförderte Projekt wird dank einer grosszügigen Unterstützung des Rotary Clubs Luzern-Wasserturm aus Mitteln des Hildegard Stierli-Kronenberger Fonds realisiert. Der Garten eröffnet vielfältige Möglichkeiten für Bewegung und Wahrnehmung:
- Kletterturm mit Rutsche
- Allwetterplatz für Ballspiele
- Weidentunnel und Sensorik-Weg
- beschatteter Sandbereich
- Wasserstelle
- Wiesenflächen für Ruhe und Entspannung
Der Garten ermöglicht es, bei trockenem Wetter fast das ganze Jahr über draussen zu therapieren – vom Balancieren bis zum Velofahren. «Heute üben wir das Velofahren oft in den Gängen im Untergeschoss. Der neue Garten bietet eine viel alltagsnähere Umgebung», sagt Manuela Zihlmann.
Kürzere Wege, stärkere Vernetzung
Die räumliche Nähe zu weiteren Fachbereichen wie Psychosomatik, Kunsttherapie, Lerntherapie oder der Kinder-Beckenbodenphysiotherapie schafft neue Synergien. Gemeinsam genutzte Infrastruktur, kurze Wege und ein intensiver fachlicher Austausch stärken die interdisziplinäre Zusammenarbeit. Auch organisatorisch bringt der Neubau Vorteile: Die gemeinsame Anmeldung von Physio- und Ergotherapie erleichtert den Zugang und sorgt für eine einheitlichere Betreuung von Kindern und ihren Familien.
Mehr Qualität im Arbeitsalltag
Der Neubau verbessert nicht nur die Therapiebedingungen für die kleinen Patientinnen und Patienten, sondern auch den Arbeitsalltag der Mitarbeitenden. Prozesse können neu gedacht und Abläufe effizienter gestaltet werden. Neue Büroräume ermöglichen konzentriertes Arbeiten, während separate Aufenthalts- und Pausenräume Raum für Erholung bieten.
Die Vorfreude ist entsprechend gross. «Die neuen Räumlichkeiten, die bessere Ausstattung und die Nähe zu anderen Disziplinen bieten eine enorme Chance, unsere Arbeit weiterzuentwickeln», sagt Irene Zemp.
Physio- und Ergotherapie sind sich einig: Die neuen Bedingungen schaffen die Basis für moderne, kindgerechte und alltagsnahe Therapien – und damit beste Voraussetzungen für die Entwicklung der kleinen Patientinnen und Patienten.
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