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Sarkom-Netzwerk - Seltene Krebsarten besser behandeln

Mit der Zahl der Fälle steigt die Qualität der Behandlung von seltenen Krebserkrankungen der Weichteile. Auf Initiative der LUKS Gruppe tauschen mehrere Spitäler dafür untereinander ihre Daten aus. Dank Beteiligung der Universität Luzern wird die Qualität der Datenerhebung laufend verbessert.
28. Oktober 2022
Lesezeit: 2 Minuten
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Prof. Dr. med. Bruno Fuchs, Chefarzt Sarkomchirurgie LUKS Luzern

Bösartige Tumore können sich praktisch überall im Körper ausbreiten, auch in den Weichteilen, also in Muskeln, Fett- und Bindegewebe. Mit 1% der jährlich in der Schweiz neu diagnostizierten Krebsfälle sind «Sarkome» selten. Gleichzeitig ist die Behandlung äusserst komplex: «Weil der Weichteilkrebs überall auftreten kann, in den Extremitäten, in der Lunge, im Bauch, ja sogar im Herz, sieht die Operation immer anders aus», sagt Sarkomchirurg Prof. Dr. med. Bruno Fuchs. Bereits die Gewebeuntersuchung erfordere eine grosse Expertise, nicht selten erfolge die Diagnose zu spät. Um Erfahrung mit den seltenen Sarkomen zu sammeln und damit die Qualität der Behandlung zu steigern, müssten Fälle in der Schweiz gebündelt werden. Das hätte aber den Nachteil, dass die Patientinnen und Patienten zum Teil weit anreisen müssten.

Regelmässige Besprechungen

Für das Problem fand Professor Fuchs eine logische Antwort: «Wir bündeln das Wissen, das an vielen Spitälern vorhanden ist, in einem gemeinsamen Netzwerk». 2018 gründete er das «Swiss Sarcoma Network», in dem sich die teilnehmenden Kliniken verpflichten, die Daten aller ihrer Sarkom-Patientinnen und -Patienten in Echtzeit zu erfassen und zur Verfügung zu stellen. Bis Anfang 2022 waren die Informationen zu 1100 Fällen eingeflossen. Einmal pro Woche treffen sich die Spezialistinnen und Spezialisten zum Innovation telemedizinischen Tumorboard und diskutieren dort ihre Fälle. Neben dem LUKS in Luzern sind auch die Kantonsspitäler in Winterthur, Chur und Bellinzona, die Klinik Hirslanden Zürich sowie das Zürcher Stadtspital Waid und Triemli beteiligt. Die Kooperation mit der Universität Luzern soll die Qualität der Datenerhebung noch weiter verbessern. Für ihre Idee der spitalübergreifenden Zusammenarbeit mittels digitaler Plattform und Datenerhebung in Echtzeit erhielt das Netzwerk den German Medical Award 2021.

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