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«Wir wollen auch anderen Frauen Mut zum Wiedereinstieg machen»

Monika Heiniger und Natascha Ricciardi hatten den Pflegeberuf für mehrere Jahre verlassen. Wie bei vielen Frauen waren die eigenen Kinder der Grund dafür. Am Luzerner Kantonsspital (LUKS) wagten sie den beruflichen Wiedereinstieg – mit Erfolg.
8. März 2022
Lesezeit: 3 Minuten
Monika Heiniger, Fachfrau Gesundheit akut, vor ihrem Teammitgliedern.
Monika Heiniger, Fachfrau Gesundheit akut, vor ihren Teammitgliedern.

Monika Heiniger und Natascha Ricciardi verkörpern eine Geschichte, welche zum heutigen «Tag der Frau», ausgezeichnet passt. Über Jahre waren die beiden nicht berufstätig. Die Kinderbetreuung stand im Vordergrund. Eine Zeit, die beide überhaupt nicht missen möchten. Und doch war es irgendwann an der Zeit, wieder neue Wege einzuschlagen. Heute arbeiten sie auf der Bettenstation der Chirurgie im 9. Stock des Spitalzentrums des LUKS Luzern. Beide sagen: «Wir wollen auch anderen Frauen Mut zum Wiedereinstieg machen.»

Rückkehr war immer geplant

Die 46-jährige Monika Heiniger machte einst eine Ausbildung zur Krankenpflegerin, arbeitete anschliessend auf der Chirurgie und war schliesslich über Jahre als OP-Schwester tätig. «Nach dem ersten Kind bin ich aus dem Beruf ausgestiegen und nach dem zweiten und dritten war eine unmittelbare Rückkehr nicht vorstellbar», sagt sie. 12 Jahre war sie nicht mehr im Spital tätig, gar 20 Jahre nicht mehr auf einer Chirurgie-Bettenstation.

«Ich wollte immer irgendwann zurück», sagt sie. Der Beruf habe ihr immer Spass gemacht. «Auch finanzielle Gründe spielten eine Rolle für die Rückkehr», sagt sie offen. «Als Mutter arbeitet man ja auch sehr viel. Aber eben unbezahlt.» Mit erheblich negativen Folgen für die berufliche Vorsorge.

«Ausschlaggebend für die Bewerbung war schliesslich ein Inserat des LUKS, welches sich gezielt an Wiedereinsteigerinnen richtete», erzählt sie. Und nun sei sie da. «Ich arbeitete ein halbes Jahr in einem 80-Prozent-Pensum – auch um die Berufsroutine schneller zurückzuerhalten, danach reduzierte ich auf 60 Prozent.» Sie schätzt, dass diese individuelle Lösung nach kurzer Zeit bereits umgesetzt werden konnte.

«Man ist nie allein»

Bei Natascha Ricciardi ist die Situation ganz ähnlich. Die heute 45-jährige gelernte Pflegefachfrau war bis vor 14 Jahren bereits am LUKS tätig. Auch sie beendete ihre Tätigkeit, als sie Mutter wurde. Da sie berufsbegleitend eine Handelsschule abgeschlossen hatte, arbeitete sie nach der Geburt des Kindes zeitweise als Sachbearbeiterin und später noch bei der Spitex, die letzten sieben Jahre war sie jedoch nicht mehr erwerbstätig.

«Für mich war klar, dass ich zurück in die Akutpflege möchte», sagt Ricciardi. Im November 2021 trat sie am LUKS eine Halbtagesstelle an. Das heisst, sie arbeitet stets am Vormittag und nur am Wochenende ganztags. «Das ist optimal für mich, da ich zu Hause sein kann, wenn mein Kind aus der Schule kommt», sagt sie. Ricciardi ist dankbar für die Möglichkeit zur Teilzeitarbeit, welche ihr das LUKS bietet. Bei ihrem Austritt vor 14 Jahren waren solche Modelle nicht möglich, alles verlief nach Schichtplan.

«Es braucht Überwindung, aber sie ist es wert.»

Natascha Ricciardi

«Auch wenn ich mich gut und lernfähig fühle, musste ich mich erst wieder in meiner Rolle zurechtfinden», erklärt sie. Am Patientenbett habe sich nicht viel verändert, das Administrative könne man nicht mehr mit früher vergleichen. Bekanntlich setzt das LUKS seit September 2019 auf das neue Klinikinformationssystem LUKiS.

«Es braucht Überwindung, aber sie ist es wert», sagt Ricciardi. «Es ist gut zu wissen, dass man nicht allein ist», sagt sie zu ihrer täglichen Arbeit in ihrem Team. Sie hat auch noch einen Tipp für Frauen in ähnlicher Situation bereit: «Zuhause muss man entlastet werden. Eine Doppelbelastung wird auf Dauer zu viel.» Aber das müsse jede Familie selbst regeln.

Work-Life-Balance spielt zentrale Rolle

Das LUKS hat die Mitarbeiterattraktivität in der im Sommer 2021 vorgestellten Strategie als Schwerpunkt definiert. Die berufs- und bereichsübergreifende Zusammenarbeit, persönliche und fachliche Förderung sowie zeitgemässen Arbeitsbedingungen tragen zu einem attraktiven Gesamtpaket bei.

Aus verschiedenen Studien zur Berufslaufbahn in der Pflege weiss man, dass nebst dem Lohn insbesondere auch die Sinnhaftigkeit der Arbeit, die Wertschätzung durch die Vorgesetzten, die Entwicklungsmöglichkeiten oder die Work-Life-Balance eine zentrale Rolle für die Zufriedenheit spielen. Flexiblere Arbeitsmodelle, etwa für Mitarbeitende mit Kindern, werden in Zukunft weiter an Bedeutung gewinnen. Genau damit will das LUKS auch den Wiedereinstieg, etwa nach einer Mutterschaftspause, fördern.

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