Beckenbodenzentrum

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Dr. med. Corina Christmann, Leiterin Beckenbodenzentrum, Frauenklinik LUKS

Urogynäkologie: Blasen- und Beckenboden-Erkrankungen

Im Beckenbodenzentrum an der Frauenklinik betreuen wir Patientinnen mit Blasen- und Beckenboden-Erkrankungen. Viele Patientinnen sind durch die Tabuthemen Senkungsbeschwerden, Urin- oder Stuhlinkontinenz sehr eingeschränkt. Unser Team kann helfen, die Situation zu verbessern und Lebensqualität zurückzugewinnen.

Eine grosse Vielfalt an Therapien

Die Behandlung von Blasen- und Beckenbodenschwächen erfordert Geduld. Wir bieten evidenzbasierte Medizin auf höchstem Niveau an. Es steht uns eine breite Vielfalt an Behandlungsmethoden zur Verfügung.

Zusammenarbeit der Spezialisten

Dank der Grösse unseres Zentrumsspitals können wir hier am LUKS für jede Patientin das richtige Behandlungskonzept anbieten. Wir arbeiten eng mit der Urologie und der Chirurgie zusammen. Unsere Physiotherapie ist Teil des Behandlungskonzepts. 
 

Beckenboden stärken und die Leistungsfähigkeit von Darm und Blase verbessern

Ein wichtiges Ziel unseres Zentrums ist, Patientinnen und ihre Ärzte laufend auf unsere Diagnostik- und Behandlungsmöglichkeiten aufmerksam zu machen.

Beckenboden-Sprechstunde

Etwa jede zweite Frau erleidet im Lauf des Lebens eine Beckenbodenschwäche, die zu Senkungszuständen der Organe (Gebärmutter, Scheidenstumpf, Darm oder Blase) führen kann. In der Sprechstunde beraten und behandeln wir Patientinnen mit:

  • Belastungsinkontinenz (Stressinkontinenz)
  • Überaktive Blase (OAB) oder nicht unterdrückbarer Harndrang mit und ohne Urin-Inkontinenz
  • Senkungszustände: Gebärmutter-, Blasen-, Mastdarm- und Scheidenvorfall
  • Stuhlschwäche: Inkontinenz, Verstopfung
  • Seltenere urogynäkologische Erkrankungen: Behandlung von wiederkehrenden Harnweginfekten, interstitieller Zystitis (Blasenschmerz-Syndrom) und chronischen Beckenbodenschmerzen (u.a. nach Beckenbodenoperation mit oder ohne Netzeinlage)

Die häufigsten Behandlungsstrategien bei Belastungsinkontinenz (Stressinkontinenz)

  • Konservative Therapie: Beckenbodenspezifische Physiotherapie, welche bei uns im Hause stattfinden kann
  • Minimalinvasive Schlingeneinlage: Goldstandard der Inkontinenztherapie, bekannt unter dem Begriff «Bändchen»
  • Laparoskopische Urethropexie/BURCH-Kolposuspension: Wenn das Schlingensystem nicht funktioniert oder bei speziellen Indikationen wird der Blasenhals durch Haltenähte angehoben und fixiert. Dieser Eingriff erfolgt schonend via Schlüsselloch-Technik.
  • Blasenhalsinjektionen (Bulking Agent): Die Injektionen können unter Lokalanästhesie erfolgen. Die Wirkung nimmt jedoch nach 18 Monaten markant ab.

Die häufigsten Behandlungsstrategien bei überaktiver Blase

  • Konservative Therapie: Blasentraining sowie medikamentöse Behandlungen
  • Botoxinjektionen: Das Botox wird während der Blasenspiegelung unter Lokalanästhesie in den Blasenmuskel gespritzt. Die Wirkungsdauer beträgt zwischen 6 und 18 Monaten. 

Neuromodulation mittels:

  • Implantation eines sakralen Neurostimulators: Ein kleiner Schrittmacher wird operativ implantiert. Dieser hilft, die Nerven zu kontrollieren, welche die Blase und den Darm steuern.
  • PTNS (Periphere Tibialis Nerve Stimulation)

Die häufigsten Behandlungsstrategien bei Senkungs- oder Deszensusbeschwerden

  • Konservativ: Anpassung von Pessaren
  • Chirurgisch: gesamtes Spektrum der vaginalen und laparoskopischen Deszensuschirurgie, inklusive gebärmuttererhaltende Verfahren
  • Bei Scheiden-Blasen-Fisteln: Vaginale, adominale oder laparoskopische Korrektur