Chirurgie trifft Rehabilitation und Prävention

Unser Zentrum für ältere Unfallpatienten ist 2018 wieder durch die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie zertifiziert worden. Das ist eine Bestätigung für die funktionierende interdisziplinäre Zusammenarbeit in unserem Altersunfallzentrum: von der Notfallaufnahme bis zur Prävention.

11. Juni 2019

Lesezeit: 2 Minuten
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Das Altersunfallzentrum (AUZ) feierte 2018 sein fünfjähriges Jubiläum. Das erste Zentrum seiner Art ist eine gemeinsame Einrichtung der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie in Luzern sowie der Akutgeriatrie in Wolhusen. Hier erhalten ältere Sturzpatienten eine optimale ärztliche und pflegerisch-therapeutische Versorgung nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen.

Ganzheitliche Therapie

Mit zunehmendem Alter stürzen Menschen häufiger und erleiden dabei oft Knochenbrüche. Die Folgen von Stürzen können die Selbstständigkeit erheblich einschränken. Deshalb behandeln wir im AUZ nicht nur die Knochenbrüche. Wir kümmern uns auch um die Begleiterkrankungen, die bei diesen gebrechlichen Patienten häufig sind und die Rehabilitation beeinflussen. Unser Ziel ist es, so viele Patienten wie möglich schnell wieder in ihr ursprüngliches Leben zurückzuführen. Dafür ist die ganzheitliche Therapie über die gesamte Behandlungskette entscheidend. Sie beginnt bereits vor einer Operation: Der Patient wird nicht nur durch den Chirurgen und den Narkosearzt beurteilt, sondern auch durch den Altersmediziner. Er schätzt die Leistungsreserven und das Rehabilitationspotenzial ein.

Minimalinvasive Operationen

Knochenbrüche müssen unsere Chirurgen rasch stabilisieren. Die schnelle Schmerzreduktion verhindert eine längere Immobilisation. Denn Bettlägerigkeit hat schon nach wenigen Tagen negative Folgen: Abbau von Muskelmasse und Koordinationsvermögen, Druckgeschwüre, Lungen- und Blasenentzündungen. Die meisten älteren Patienten leiden an Osteoporose. Ihnen kann dank den technologischen Fortschritten trotzdem geholfen werden. Heutige Platten und Schrauben halten besser in osteoporotischen Knochen. Auch die Operationstechnik hat sich rasant entwickelt – hin zu minimalinvasiven Verfahren. Die kleineren Operationswunden verursachen weniger Blutverlust und weniger Schmerzen. Zudem begünstigen sie die Knochenheilung, und es treten weniger Infektionen auf.

Von der Chirurgie über Pflege, Therapie oder Rehabilitation – im Altersunfallzentrum und am LUKS betrachten wir den Patienten und sein Wohl immer ganzheitlich und arbeiten in interdisziplinären Teams an seiner raschen Genesung.

Rehabilitation und Prävention

Nach der Operation plant der Altersmediziner gemeinsam mit Pflege, Ernährungsberatung und Physiotherapie die Rehabilitation. Ziel ist auch, Folgefrakturen und erneute Stolperstürze zu verhindern. Im Osteofit-Programm koordinieren wir Knochendichtemessungen, erfassen das Sturzrisiko und bieten nach der Rehabilitation Gruppenkurse für Gangsicherheit an. Denn die Angst vor einem erneuten Sturz ist ein wichtiger Grund dafür, dass einmal gestürzte Patienten kaum mehr wagen, ihr häusliches Umfeld zu verlassen.

Zertifizierte Erfolgsgeschichte

Das AUZ ist ein Erfolg. Das beweist auch die Re-Zertifizierung 2018. Die ganzheitliche Erfassung und Behandlung der Patienten hat sich bewährt. Dadurch erkennen wir Risikofaktoren wie Mangelernährung, Verwirrtheit, Knochenbrüchigkeit, Sturzgefahr und können entsprechend therapieren. 90 Prozent unserer älteren Patienten können nach der Operation wieder voll belasten. Das bedeutet: Sie können schneller wieder auf den eigenen Beinen stehen – und sie müssen weniger lang im Spital bleiben.