Das Luzerner Kantonsspital präsentiert seine Baustrategie

Das Luzerner Kantonsspital (LUKS) plant an seinen drei Standorten die Bauten der Zukunft. In Luzern wurde in den vergangenen Monaten mit einem Testplanverfahren die bauliche Gesamtstrategie für das östliche Spitalareal erarbeitet. Diese sieht in einem ersten Schritt den Neubau Kinderspital / Frauenklinik vor. In Wolhusen erfolgt noch diesen Monat die Baueingabe für den Spitalneubau. In Sursee sind die Abklärungen im Gang, damit der Standortentscheid im Herbst erfolgen kann.

16. August 2019

Lesezeit: 5 Minuten
LUKS Luzern Aussenaufnahme Areal Ost

Die Gesellschaft und das Gesundheitswesen verändern sich. Die Bevölkerung wächst, die Ansprüche an die Medizin steigen, die verfügbaren Flächen am Luzerner Kantonsspital (LUKS) sind knapp und der wirtschaftliche Druck auf die Spitäler bleibt gross. Das LUKS stellt sich diesen Herausforderungen. Mit verschiedenen Planungs- und Bauprojekten werden zurzeit die Weichen für die Zukunft gestellt. Am Standort Luzern war dazu die Erarbeitung einer baulichen Gesamtstrategie notwendig, die zukünftige Entwicklungsflächen und die schrittweise Ablösung bestehender Gebäude aufzeigt.

Bauen mit Weitblick nötig

Ein Spital ist nie fertig gebaut – insbesondere am Standort Luzern mit zahlreichen Gebäuden unterschiedlichen Alters und Zustands. Mehrere Gebäude sind am Ende ihres Lebenszyklus angelangt und müssen demnächst erneuert werden. Die räumlichen Strukturen entsprechen nicht mehr den Bedürfnissen eines modernen Spitalbetriebs. Totalsanierungen bei laufendem Betrieb sind schwer umsetzbar, belastend und teuer. Aus diesem Grund sind Neubauten Sanierungen vorzuziehen. Die bestehende Infrastruktur bietet heute keine freien Flächen mehr. Darüber hinaus ist das Areal weitläufig und die Wege sind lang. Durch ein Näherrücken der Bauten können Freiflächen geschaffen, betriebliche Abläufe vereinfacht und die Orientierung für Patienten und Besucher verbessert werden.

Testplanverfahren lanciert

Das LUKS hat deshalb in den vergangenen Jahren eine Standort- und eine Immobilien­strategie entwickelt. Eine Machbarkeitsstudie kam zudem zum Schluss, dass eine Konzentration des Kerngeschäfts auf das Areal Ost sinnvoll ist. Um die Arealentwicklung zu konkretisieren, wurde 2017 ein Testplanverfahren mit drei regionalen und internationalen Planungsteams lanciert. Ihre Aufgabe war es, eine bauliche Gesamtstrategie für den Standort Luzern zu erarbeiten. Ziel war namentlich ein zweckmässiger und nachhaltiger Umgang mit den Ressourcen, die Funktionalität der Gebäude, die Optimierung von Prozessen und die Aufrechterhaltung des Betriebs. Die Ergebnisse dieser Testplanung führten zum Entwicklungsplan für das Areal Ost. Dabei konnte eine städtebaulich überzeugende und quartierverträgliche Lösung entwickelt werden.

Leitplanken für die bauliche Entwicklung setzen

Der nun vorliegende Entwicklungsplan setzt die Leitplanken für die bauliche Entwicklung am Standort Luzern in den nächsten 30 Jahren. Er ermöglicht das Bauen in Phasen und hält für die nächste Entwicklungsphase immer ein Baufeld frei – auch für die nächste Generation. Gleichzeitig dient er als Entscheidungsgrundlage, wie die kurz- und mittelfristigen baulichen Massnahmen umzusetzen sind. Dies stellt sicher, dass die längerfristige Entwicklung des Areals nicht behindert und die notwendige Flexibilität für künftige Veränderungen nicht gefährdet wird. Der Entwicklungsplan besteht aus vier Baufeldern, die in drei Phasen entwickelt werden können. Jede Phase muss in sich betrieblich und qualitativ funktionieren. Dieses Vorgehen ermöglicht ein Bauen in Etappen. Die erste Phase soll bis 2026 abgeschlossen sein, sie fokussiert auf den Neubau Kinderspital / Frauenklinik.

Studienauftrag zum Neubau Kinderspital / Frauenklinik gestartet

Im Februar 2019 informierte das LUKS über den neuen Standort für den Neubau Kinderspital / Frauenklinik und startete mit einer öffentlichen Ausschreibung die Präqualifikation des Studienauftrags. In der Zwischenzeit wurden fünf Planungsteams ausgewählt und das LUKS konnte im Sommer mit dem Studienauftrag starten. Das Siegerprojekt des Studienauftrags wird Mitte 2020 bekannt gegeben. Grund für den Neubau ist, dass das 1971 erbaute Kinderspital veraltet ist und Platzmangel herrscht. Um die Anerkennung des Perinatalzentrums (Geburtshilfe, Neonatologie und Neugeborenen-Intensivstation) zu sichern, wird die Frauenklinik direkt an das Kinderspital angebaut. Diese räumliche Anbindung ist Voraussetzung für den Erhalt der Zertifizierung des Perinatalzentrums und damit der Versorgungsqualität in der Region. Das Gebäude der heutigen Frauenklinik wird bei der Fertigstellung des Neubaus rund 25-jährig und sanierungsbedürftig sein. Nach der Sanierung des leeren Gebäudes kann das LUKS die Infrastruktur aufgrund der Raumknappheit auf dem Areal optimal weiternutzen.

Erste Vorbereitungsarbeiten Ende 2019

Bereits Ende 2019 sind erste Vorbereitungsarbeiten sowie eine Baueingabe für den Aushub für den Neubau Kinderspital / Frauenklinik geplant. Die Fertigstellung des Neubaus ist auf 2025 vorgesehen. Das heutige Kinderspital und die Frauenklinik bleiben bis zum Bezug des Neubaus vollumfänglich in Betrieb. Aus Platzgründen und um den Verkehr auf dem Areal zu reduzieren, wird zudem in Zukunft die Parkierung auf dem Areal neu organisiert. Sie soll künftig unterirdisch unter dem Neubau Kinderspital / Frauenklinik erfolgen und ist langfristig erweiterbar. Sie wird das heute bereits 50-jährige Besucher-Parkhaus ersetzen. Unter dem Neubau Kinderspital / Frauenklinik ist zudem ein Erdspeichersystem für eine nachhaltige Energieversorgung vorgesehen.

Baueingabe Neubau Spital Wolhusen

Das Siegerprojekt wurde in den vergangenen Monaten weiterentwickelt. Es ist bereit für die Baueingabe, die noch im Monat August erfolgen soll. Parallel dazu wird das Baugespann ausgesteckt, das die Dimensionierung des Neubaus zeigt. Das flache Gebäude mit einem grosszügigen Spitalpark soll sich harmonisch ins Quartierbild einfügen. Die Parkierung für Patienten und Besuchende erfolgt oberirdisch, eingebettet in die Umgebung. Das Kostendach für dieses Projekt beträgt ohne Nebengebäude, Parkierung, Rückbau und Hausarztpraxis 110 Millionen Franken. Ohne Einsprachen ist die Fertigstellung des Neubaus auf 2023 geplant.

Standortentscheid Sursee im Herbst

Für den Neubau des Spitals Sursee wurden aus ursprünglich 23 potenziellen Standorten anhand eines umfassenden Kriterienkatalogs drei Varianten näher geprüft. Ende März hat der Spitalrat bekannt gegeben, nur noch deren zwei weiter zu verfolgen: den heutigen Standort in Sursee und das Gebiet «Schwyzermatt» in Schenkon. Er bat die Stadt Sursee zur gleichen Zeit zur Verkehrserschliessung und weiteren betrieblichen Nachteilen am Standort «Spitalstrasse» Stellung zu nehmen, worauf diese aber verzichtete. Die nachfolgenden Abklärungen des LUKS für den Standortentscheid zusammen mit kantonalen Dienststellen sind noch im Gang. Für die Kompensation von Fruchtfolgeflächen am Standort «Schwyzermatt» konnte das LUKS inzwischen mit Grundeigentümern Absichtserklärungen abschliessen. Im Herbst erfolgt die Beurteilung durch den Spitalrat und danach die Besprechung der Ergebnisse mit dem Regierungsrat.


Detaillierte Informationen finden Sie unter:
www.luks.ch/bauen

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