Ein Dach, ein Pfad, ein Team

Das Stroke Center gewährleistet eine rasche und qualitativ hochstehende Abklärung und Therapie bei Schlaganfällen. Welche Themenfelder sind aus der Sicht von Claudia Banz, Bereichsleiterin Pflege Neurologie und Neurorehabilitation, zentral und was freut sie an ihrer täglichen Arbeit in der Neurologie?

13. Mai 2019

Lesezeit: 3 Minuten
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Alles unter einem Dach

Um diesen Auftrag optimal erfüllen zu können, sind drei Themenfelder zentral: Interdisziplinarität, die ganze Behandlung und Therapie unter einem Dach sowie Flexibilität und Spezialisierung der Mitarbeitenden. Die Zusammenarbeit von Pflegenden, Ärzten und Therapeuten erfolgt immer auf Augenhöhe und Entscheide werden gemeinsam besprochen. Unser Stroke Center ist mehr als eine Unit, denn alles befindet sich unter einem Dach. Der Patient bleibt meist vom Notfall bis zur Reha im Haus und das Betreuungsteam ist konstant. Dies ergibt für den Patienten einen ganzheitlichen Behandlungspfad, vom Eintritt bis zum Austritt. Dadurch haben sich die Anforderungen an die Mitarbeitenden geändert: Man hilft sich gegenseitig aus, wenn es auf einer Abteilung ruhiger ist als auf einer anderen. Dies ist oft anspruchsvoll, es braucht Erfahrung und Spezialwissen. Man muss am Bett schnell und pragmatisch handeln können.

Patientenpfad aus einem Guss

Das Arbeiten unter einem Dach wurde möglich aufgrund der durch den Umzug des Zentrums für Intensivmedizin (ZIM) frei gewordenen Flächen. Zu Beginn war vieles noch Neuland, doch wir liessen uns stets vom Pioniergedanken «Patientenpfad aus einem Guss» leiten und setzten Massnahme um Massnahme um. Die baulichen Anpassungen erfolgten aufgrund von Erfahrungen aus der täglichen Praxis. Mit den verbesserten neuen Abläufen ist auch eine gewisse Ruhe eingekehrt, was Patienten, Angehörigen und Mitarbeitenden zugutekommt. Die Patienten fühlen sich gut aufgehoben. Die verschiedenen Fachgebiete arbeiten eng zusammen. Diagnostik, Behandlung und Rehabilitation erfolgen nahtlos. Die fachübergreifende Behandlung trägt wesentlich dazu bei, dass die Patienten die grösstmögliche Selbstständigkeit wieder erreichen und in der Folge möglichst uneingeschränkt ihr bisheriges Leben weiterführen können.

Unsere Motivation und Unterstützung, damit das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten wieder langsam zurückkehrt, ist hier besonders wichtig.

Claudia Banz

Dankbare Patienten motivieren

Die Entwicklung ist noch nicht abgeschlossen, sie geht weiter. Ich denke aber, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Der Erfolg und die Dankbarkeit der Patienten bestätigen diesen Eindruck. Wenn Patienten nach abgeschlossener Rehabilitation zu Besuch kommen, um sich zu bedanken und zu zeigen, wie gut es ihnen geht, ist das für mich und das ganze Team jedes Mal ein schönes und motivierendes Erlebnis. Es ist wichtig, dass wir in der Zentralschweiz ein Stroke Center haben. «Time is brain»: Je schneller die Behandlung nach einem Schlaganfall beginnt, desto geringer ist die Behinderung und Sterblichkeit.

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Ruth Arnold, Pflegefachfrau HF, und Renata Müller Mattmann, Pflegefachfrau HF, bei ihrer täglichen Arbeit im Stroke Center

Grosses Dankeschön an das ganze Team

Besonders in der Neurologie kann man als Pflegefachperson viel bewirken. So ist es ganz wichtig, Ausfälle der Patienten gezielt zu erfassen und sie in den Therapien zu unterstützen. Dazu gehört beispielsweise auch eine möglichst frühe Mobilisation aus dem Bett. Ein Schlaganfall ist meist eine grosse Zäsur für die Patienten. Unsere Motivation und Unterstützung, damit das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten wieder langsam zurückkehrt, ist hier besonders wichtig. Dabei die Fortschritte zu beobachten, ist sehr befriedigend. Den Mitarbeitenden bieten sich im Stroke Center attraktive Karriereperspektiven. Mich freut es immer sehr, wenn sich jemand weiter spezialisieren möchte und entsprechende Schritte unternimmt. Die Weiterentwicklung jedes Einzelnen, aber auch des ganzen Teams ist wichtig. An dieser Stelle ein grosses Dankeschön an das ganze Team und an alle Beteiligten für die hervorragende Unterstützung.

Autorin: Claudia Banz, Bereichsleiterin Pflege Neurologie und Neurorehabilitation

Zum Thema

Claudia Banz – die Frau mit dem «Neuroherz»

Claudia Banz ist seit dem 1. September 2018 Bereichsleiterin Pflege, Neurologie und Neurorehabilitation, Medizin LUKS Luzern, sowie Abteilungsleiterin 15 West plus Stroke Unit 11 West und arbeitet seit 1. Mai 2003 am LUKS. Sie gilt als grosse Motivatorin und Macherin. In ihrer Funktion ist sie unter anderem für die Rekrutierung, Weiterentwicklung und Prozessoptimierung im Pflegebereich zuständig.

Was ist ein Schlaganfall?

Schlaganfall nennt man auch Hirninfarkt, Hirnschlag, «Schlägli» oder «Insult». Er ist die Folge einer verminderten Durchblutung von Teilen des Gehirns und kündigt sich oft an. Zu den Warnsignalen gehören z.B. flüchtige Lähmungen, Gefühlsstörungen, leichte Sehstörungen oder Schwindel mit Doppelsehen. Bei Anzeichen sofort den Arzt aufsuchen. Es zählt jede Minute.

Hoch spezialisierte Medizin (HSM)

Per 1.1.2009 haben die Kantone die interkantonale Vereinbarung über die hoch spezialisierte Medizin (IVHSM) unterzeichnet, die zur gemeinsamen Planung und Zuteilung von Leistungen der HSM verpflichtet. Im Januar 2018 hat das Beschlussorgan (HSM) entschieden, dem Stroke Center des LUKS einen Leistungsauftrag für die komplexe Behandlung von Hirnschlägen zu erteilen.