Hightech auf dem neusten Stand – eine Chance für die Patienten

Das Luzerner Kantonsspital (LUKS) hat Anfang Jahr den ersten Hybrid-Operationssaal der Zentralschweiz eröffnet. Dieser erweist sich als attraktiver Arbeitsplatz. Die moderne Arbeitsumgebung ermöglicht ein effizientes, ruhiges und konzentriertes Arbeiten. Die geringe Strahlung der hoch modernen Röntgenanlage entlastet die Mitarbeitenden.

19. September 2018

Hightech auf dem neusten Stand – eine Chance für Ihre Patienten

Einer der modernsten Hybrid-OPs Europas

Als einziges Spital der Zentralschweiz verfügt das LUKS über einen Hybrid- Operationssaal, das heisst über einen OP, der mit einer Hochleistungs- Röntgenanlage kombiniert ist. Mit 90 m2 ist er doppelt so geräumig wie ein konventioneller 44 m2 grosser LUKS-OP. Gerade die Herzund die Gefässmedizin unterliegen einer rasanten technologischen Entwicklung mit Bedarf an einer Vielzahl von Materialien (Stentprothesen, Stents, Herzklappen oder Katheter), deren sterile Präparierung Platz in Anspruch nimmt. Die grosszügige Raumgestaltung erlaubt den Mitarbeitenden ein effizientes, ruhiges und konzentriertes Arbeiten. Die moderne Infrastruktur ist ein zentraler Faktor für höchstmögliche Flexibilität und Hygiene bei komplexen Eingriffen.

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«Der neue Hybrid-OP bietet attraktive Arbeitsplätze und die Chance für persönliche Fortbildung und berufliche Qualifikation.»

Prof. Dr. med. Stefan Ockert

Strahlungsarme Röntgenanlage schützt Mitarbeitende

Bei einem Blick in den Hybrid-OP fallen die grossen Flachbildschirme, der fernsteuerbare multifunktionale Operationstisch und der mit der C-förmigen Röntgenanlage kombinierte Roboterarm auf. Der Operateur kann die Anlage mit Joysticks individuell in mehreren Raumebenen steuern. Die Patienten profitieren bei komplexen Operationen von der hoch modernen Infrastruktur, die äusserst präzise, sichere und schonende Eingriffe erlaubt. Die Hightech-Röntgenanlage ist das Herzstück des Hybrid-OPs. Der Roboterarm der Angiographieanlage ist mit der derzeit modernsten Detektortechnik kombiniert. Auf der Basis eines Robotiksystems garantiert die Röntgenanlage eine ebenso exakte wie flexible Handhabung durch den Operateur. Ein entscheidender Vorteil – sowohl für die Patienten als auch für die Mitarbeitenden – ist die deutlich geringere Strahlenbelastung, basierend auf der erwähnten Röntgen-/Detektortechnik. Der verbesserte Strahlenschutz gewährleistet den Mitarbeitenden die höchstmögliche Sicherheit.

Geringere Belastung für die Patienten

Im Hybrid-OP können dank der Hightech-Ausstattung komplizierte Operationen minimalinvasiv durchgeführt werden. Dies reduziert die Grösse des Eingriffs und belastet die Patienten in der Regel weniger als eine offene Operation mit grösserem Zugangstrauma (Laparatomie/ Thorakotomie). In der Folge verläuft auch der Heilungsprozess rascher und die Rehabilitationsdauer verkürzt sich. Die Kombination aus einer Hochleistungs-Röntgeneinheit und einem sterilen OP-Umfeld erweitert die Möglichkeiten insbesondere in der Gefässchirurgie, Kardiologie und Herzchirurgie. Gewisse Operationen sind bei schwer kranken Patienten mit zum Beispiel kombinierten Schlagadererweiterungen des Brust- oder Bauchbereichs sogar nur dank dieser Technik möglich. Auch die Patienten der Orthopädie, Unfall-, Wirbelsäulen- und Neurochirurgie profitieren von der neuen Technik, so bei schwierigen Eingriffen im Bereich des Bewegungsapparats und bei komplizierten Beckenbrüchen.

«Die moderne Arbeitsumgebung erlaubt ein ruhiges und konzentriertes Arbeiten.»

Prof. Dr. med. Stefan Ockert

Detaillierte Röntgenaufnahmen in Echtzeit

Die im Hybrid-OP eingesetzte Computersoftware gestattet es, vorgängig durchgeführte Untersuchungen im Rahmen der Operation zu nutzen, ohne sie nochmals wiederholen zu müssen. Dreidimensionale Bildrekonstruktionen erlauben es den Operateuren, sich ein perfektes Bild vom Inneren der Patienten und ihrer Erkrankung zu machen. Zusätzliche Untersuchungen können dadurch minimiert oder gar vermieden werden. Mit den intraoperativen dreidimensionalen Rekonstruktionstechniken sind die Chirurgen in der Lage, während der gesamten Operation – und nicht erst danach – Kontrollen durchzuführen und gegebenenfalls sofort Massnahmen zu ergreifen. Dadurch bleibt den Patienten unter Umständen die Notwendigkeit einer zweiten Operation erspart. Das System unterstützt die Operateure somit maximal bei der Navigation durch den menschlichen Körper und bei der Qualitätskontrolle am Ende des Eingriffs. Die neuen Möglichkeiten, die der Hybrid-OP des LUKS bietet, sind für Mitarbeitende auch im Hinblick auf ihre persönliche Fortbildung und berufliche Qualifikation äusserst interessant.

Der Hybrid-OP des LUKS

  • ist eine moderne Kombination aus OP und Hochleistungs- Röntgenanlage, die bei geringer Strahlenbelastung komplizierte katheterbasierte Operationen ermöglicht, selbst bei ansonsten bestehender Inoperabilität der Patienten.
  • verkleinert das Operationstrauma (kleine Schnitte / perkutane Zugänge), das perioperative Komplikationsspektrum (Revisionseingriffe, Nachblutungen) und die perioperative Mortalität und Morbidität im Bereich der Gefässchirurgie, Kardiologie und Herzchirurgie sowie in der Unfallchirurgie, Orthopädie, Wirbelsäulen- und Neurochirurgie.
  • bietet neue Möglichkeiten bei komplexen Operationen, zum Beispiel bei der minimalinvasiven Implantation von Herzklappen (TAVI), der endovaskulären Behandlung grosser Schlagaderweiterungen des Brust- oder Bauchbereichs (EVAR/ TEVAR) oder bei komplizierten Beckenbrüchen.
  • optimiert die operative Qualität bei komplexen Eingriffen, z.B. der Implantation massgeschneiderter Endoprothesen (fenestrierte/gebranchte Stentprothesen (FEVAR/BEVAR) und dem interventionellen Herzklappeneinbau (TAVI). 
  • verkürzt die Eingriffszeit, den Spitalaufenthalt und die Rehabilitationsdauer und verbessert somit die Lebensqualität der Patienten im kurz- und langfristigen Verlauf.