Hybrid-OP im Luzerner Kantonsspital in Betrieb genommen

Als erstes Spital der Zentralschweiz verfügt das Luzerner Kantonsspital (LUKS) über einen Hybrid-Operationssaal (Hybrid-OP). Als Hybrid-OP wird die Kombination aus einer Hochleistungs-Röntgenanlage und einem Operationssaal bezeichnet. Dank seiner hochtechnisierten Ausstattung können komplizierte Operationen minimalinvasiv (d.h. mit kleinsten Schnitten in Haut oder Gewebe) durchgeführt werden. Dadurch werden die Grösse des Eingriffs und damit verbundene Belastungen für die Patienten massgeblich reduziert.

1. März 2018

Er sieht etwas futuristisch aus, der neue Hybrid-OP am Luzerner Kantonsspital (LUKS): Grosse Flachbildschirme, ein fernsteuerbarer multifunktionaler Operationstisch und ein Roboterarm in Kombination mit der C-förmigen eingebauten Röntgenanlage. Die grosszügige technische Ausstattung ist hierbei kein Selbstzweck, sondern nötig und eine wesentliche Voraussetzung, um komplizierte Operationen sicher und möglichst schnell durchführen zu können. Vom neuen Hybrid-OP profitieren in erster Linie die Patienten. Sie sind Operationsbelastungen, wie zum Beispiel der zwischenzeitlichen Unterbrechung grosser Gefässe,  viel weniger ausgesetzt und können in einigen Fällen wie bei grossen Schlagaderweiterungen des Brust- oder Bauchbereiches überhaupt erst durch den Einsatz dieser Technik operiert werden. «Mit unserem neuen Hybrid-OP und dessen vielfältigen Möglichkeiten sind wir bereits heute in der Zukunft angekommen», sagt PD Dr. med. Stefan Ockert, Co-Chefarzt Gefässchirurgie am LUKS. Der rund 7 Millionen teure Hybrid-OP wurde in rund fünf Monaten östlich des Spitalhauptgebäudes realisiert.

Vielseitig nutzbar

Die Kombination aus einer Hochleistungs-Röntgeneinheit und einem sterilen OP-Umfeld ermöglicht ein ganz neues Behandlungsspektrum insbesondere in der Gefässchirurgie, Kardiologie und Herzchirurgie. Auch Eingriffe im Bereich des Bewegungsapparates in der Orthopädie/Unfallchirurgie profitieren von der neuen Technik, so zum Beispiel Personen mit komplizierten Beckenbrüchen. Der neue Hybrid-OP ist inklusive Schalt- und Technikraum rund 100 Quadratmeter gross. Gerade die Herz- und Gefässmedizin benötigen eine Vielzahl an Materialen (Stentprothesen, Stents, Herzklappen oder Katheter), deren Präparierung Platz in Anspruch nimmt. Eine grosszügige Infrastruktur ist daher ein zentraler Faktor, um den Anforderungen hochkomplexer Operationen in Bezug auf Flexibilität und Hygiene gerecht zu werden.

Mehr Sicherheit für Patienten und Personal

Von der geringeren Strahlenbelastung durch die angepasste Hochleistungs-Röntgenanlage im Hybrid-OP profitieren nicht nur die Patienten, sondern auch das OP-Personal. «Der innovative Hybrid-OP verbindet Effizienz für das OP-Personal mit Sicherheit für den Patienten», so Benno Fuchs, CEO/Direktor des LUKS.

High-Tech-Röntgenanlage – Herzstück des Hybrid-OP

Im Zentrum des neuen OP-Saals steht eines der modernsten derzeit erhältlichen Röntgengeräte. Auf der Basis eines Robotiksystems garantiert es neben der exakten Handhabung durch den Operateur eine erhebliche Flexibilität bei speziellen Operationen. Die im Hybrid-OP zur Anwendung kommende Computersoftware gestattet es, vorgängig durchgeführte Untersuchungen im Rahmen der Operation zu nutzen, ohne sie nochmals wiederholen zu müssen. Dreidimensionale Bildrekonstruktionen erlauben es den Operateuren, sich ein perfektes Bild von den Patienten und ihrer Erkrankung zu machen. Zusätzliche Untersuchungen können dadurch minimiert oder gar vermieden werden. «Mit den intraoperativen dreidimensionalen Bildgebungstechniken können die Chirurgen direkt während der Operation – und nicht erst danach – Kontrollen mittels Bildgebung durchführen und allenfalls nötige Massnahmen sofort ergreifen», sagt PD Dr. med. Stefan Ockert. Das System unterstützt so die Operateure maximal bei der Navigation durch den menschlichen Körper und bei der Qualitätskontrolle am Ende des Eingriffes.

 

Angela Lötscher
Projektleiterin Unternehmenskommunikation
Luzerner Kantonsspital

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