LUKiS vereinfacht die Zusammenarbeit mit den Zuweisern

Das neue Klinikinformationssystem LUKiS ist die gemeinsame digitale Arbeitsplattform für die Zusammenarbeit am Luzerner Kantonsspital (LUKS). Das Zuweiserportal LUKSLink vereinfacht den Austausch und die Kooperation mit den Zuweisern. Mit der Einführung im September wird das digitale Spital der Zukunft schrittweise Realität.

19. September 2019

Lesezeit: 5 Minuten
Visite LUKiS Dorothée Rhein Antonio Braizinho

Bei der Visite mit LUKiS: Dr. med. Dorothée Rhein Straub und Antonio Braizinho, LUKiS-Team

Der 21. September 2019 ist ein bedeutender Tag für das LUKS auf dem Weg zum digitalen Spital. Dann beginnt mit der Einführung von LUKiS für alle Mitarbeitenden ein Arbeitsalltag mit neuen digital Werkzeugen. Der Start des Klinikinformationssystems ist für das LUKS eine grosse Herausforderung, aber auch eine grosse Chance. Mit LUKiS hat sich die Spitalleitung für einen neuen, ganzheitlichen Ansatz und gegen die Weiterentwicklung bestehender Insellösungen entschieden. Diese ausbaufähige, flexible und dadurch zukunftsfähige Gesamtlösung wird zum Herzstück der internen und externen Zusammenarbeit. Einerseits rücken die Mitarbeitenden des LUKS näher zusammen – auf einer gemeinsamen digitalen Arbeitsplattform, andererseits erhalten die zuweisenden Ärzte und Patienten neue Tools und können von zusätzlichen Möglichkeiten profitieren.

eHealth-Strategie des Bundes

Diese Entwicklung wird auch durch den Bund gefördert. 2007 hat der Bundesrat die «Strategie eHealth Schweiz» beschlossen. Seit April 2017 gilt das Bundesgesetz über das elektronische Patientendossier (EPD). Ab 2020 sind Spitäler, Rehakliniken und  Psychiatrien schweizweit verpflichtet, dem Patienten zuhanden des EPD alle seine persönlichen behandlungsrelevanten Gesundheitsdaten zur Verfügung zu stellen. Ab 2022 kommen Pflegeheime und Geburtshäuser dazu. Das LUKS hat gleichzeitig die Realisierung des neuen Klinikinformationssystems LUKiS intensiv vorangetrieben. LUKiS ist im Kern eine Software, welche die Prozesse am LUKS digitalisiert und eine gemeinsame, interdisziplinäre und interprofessionelle Arbeitsplattform schafft. Mit den Portalen «MeinLUKS» und «LUKSLink» haben auch die Patienten und die zuweisenden Ärzte Zugriff auf die Patientendaten am LUKS.

« Ärzte- und Pflegeteams haben jederzeit Zugriff auf die Krankengeschichte ihres Patienten – egal wo sie sich gerade befinden.»

Xaver Vonlanthen

Stärkung der Kooperation zwischen Zuweisern und LUKS

Die neue digitale Arbeitsplattform wird die Kooperation zwischen Zuweisern und LUKS stärken, indem sie Informationen bündelt und diese rund um die Uhr zugänglich macht. Im Praxis- und Klinikalltag gibt es unzählige Schnittstellen und Details, die beachtet werden müssen. Insgesamt optimiert LUKiS die interne und externe Vernetzung und unterstützt die ganzheitliche  Behandlung der Patienten. 

Spezielles Portal «LUKSLink» für Zuweiser

Für den Datenaustausch zwischen Zuweiser und dem LUKS wurde LUKSLink entwickelt. Dabei handelt es sich um ein spezielles Portal für zuweisende Praxen. Dies ermöglicht eine zukunftsgerichtetere Zusammenarbeit und einen schnelleren und umfassenderen Datenaustausch mit den Spitälern. Das LUKS steht mit Zuweisern und der Ärztegesellschaft des Kantons Luzern in Kontakt, um im Rahmen des Projekts die bestehende Hausarzt- und Zuweiserkommunikation zu optimieren und weiterzuentwickeln. Die digitale Kommunikation schliesst  jedoch ein persönliches Gespräch oder einen Telefonanruf keineswegs aus. Im Gegenteil: Der persönliche Kontakt ist weiterhin wichtig und wird von allen sehr geschätzt.

Visite LUKiS Antonio Braizinho

Die wichtigsten Begriffe kurz erklärt

MeinLUKS 

MeinLUKS ist das Patientenportal des LUKS und Teil des Grossprojekts LUKiS. Es bietet mehr Funktionalitäten als das EPD, ist interaktiv und eröffnet neue Möglichkeiten, die Patienten aktiv und eng in die Behandlung einzubeziehen. MeinLUKS beinhaltet zum Beispiel eine Terminübersicht, Online-Terminbuchungen, E-Check-in, Therapiepläne oder Empfehlungen beispielsweise bezüglich Ernährung oder Physiotherapie-Übungen usw. MeinLUKS ist auch als App verfügbar.

LUKSLink

LUKSLink ist als spezielles Portal des LUKS  für Zuweiser geplant – für eine einfachere Zusammenarbeit und einen schnellen Datenaustausch. Das LUKS ist mit Zuweisern und der Ärztegesellschaft des Kantons Luzern in Kontakt, um im Rahmen des Projekts die bestehende Hausarzt- und Zuweiserkommunikation zu optimieren und weiterzuentwickeln.  

Das elektronische Patientendossier (EPD)

Das elektronische Patientendossier (EPD) ist eine Sammlung persönlicher Dokumente mit den wichtigsten Gesundheitsdaten von Patientinnen und Patienten. Über eine sichere Internetverbindung sind diese Informationen jederzeit abrufbar. Die Patienten erteilen die Zugriffserlaubnis und bestimmen, wer welche Dokumente wann einsehen darf. Alle Daten gehören dem Patienten. Das EPD ist ein schweizweites Projekt des Bundes. Alle grossen Gesundheitsanbieter sind verpflichtet, daran teilzunehmen: Akutspitäler, Rehakliniken und Psychiatrien ab 2020, Pflegeheime und Geburtshäuser ab 2022. Für Patienten und Hausärzte ist das EPD freiwillig. Die Umsetzung erfolgt dezentral, in der Zentralschweiz koordiniert durch den Verein E-Health Zentralschweiz. Dessen Mitglieder, darunter das LUKS, haben sich für den Betrieb des EPD der branchen- und berufsübergreifenden Stammgemeinschaft XAD (Cross Affinity Domain) angeschlossen. EPD und LUKiS sind zwei unabhängig voneinander geführte Projekte.

Schneller Zugriff auf relevante Informationen

Das Ziel des LUKS ist es, sukzessive die siebte und höchste Stufe der EMRAM-Kriterien zu erreichen. EMRAM ist das europäische Bewertungssystem für den Digitalisierungsgrad von Kliniken. Alle an der Behandlung beteiligten Ärzte- und Pflegeteams haben rasch und jederzeit Zugriff auf die jeweilige Krankheitsgeschichte. So können alle an der Behandlung Beteiligten den Patienten ganzheitlich betrachten und entsprechend fundiert entscheiden – egal, wo sie sich gerade befinden. Informationen sind nur wertvoll, wenn sie rasch, unkompliziert und vollständig verfügbar sind.

Höhere Behandlungsqualität und Patientensicherheit

LUKiS unterstützt im Alltag, fördert die interdisziplinäre und interprofessionelle Zusammenarbeit und reduziert Redundanzen wie mehrfache Anamnesen. Es generiert auch Warnhinweise. Ein Beispiel: Einem onkologischen Patienten mit einer aufgrund der Therapie eingeschränkten Nierenfunktion wird ein Standardmedikament verordnet. Das System fragt nach: «Achtung, wollen Sie trotz der eingeschränkten Nierentätigkeit dieses Medikament verordnen?»

Digitale Dokumentation der Medikation

Zudem tragen die verbesserten Kontrollen unter anderem dazu bei, Infektionen und Blutvergiftungen zu vermeiden. Die digitale Dokumentation der Medikation macht Rückfragen aufgrund unleserlicher Schrift überflüssig. Hinterlegte Warnhinweise bei Verordnungen dienen der Patientensicherheit, zum Beispiel im Fall von Allergien. Diese und zahlreiche andere Neuerungen sowie die optimale Verfügbarkeit der Daten werden die Qualität der medizinischen Entscheidungen und Behandlungen erhöhen. Demgegenüber steht ein grösserer Aufwand an Schulung und Dokumentation, denn jeder Arbeitsschritt muss genau erfasst werden. // Xaver Vonlanthen Projektleiter LUKiS

Die Vorteile von LUKiS

  • Eine gemeinsame digitale Arbeitsplattform für den gesamten medizinischen Bereich am LUKS. Alles rund um die Patienten wird hier festgehalten, gesammelt und verarbeitet.
  • Dank LUKiS haben die Mitarbeitenden alle für die Behandlung relevanten Daten rund um die Uhr, überall und vollständig zur Hand.
  • Mit dem Zuweiserportal LUKSLink erhalten die zuweisenden Ärzte Zugang zu den Informationen ihres Patienten.
  • Auch die Patienten erhalten mit MeinLUKS ab dem 1.Quartal 2020 Zugang auf ihre persönlichen Daten.