15 Prozent der Luzerner haben Corona-Antikörper

Erste Ergebnisse des Luzerner Teils der schweizweiten «Corona Immunitas»-Studie liegen vor: Demnach hat im Kanton Luzern mehr als jeder siebte Erwachsene die Corona-Erkrankung durchgemacht – ein etwa gleich hoher Anteil wie im Kanton Bern, aber möglicherweise ein geringerer als etwa in Genf. Die Studie wird in Zusammenarbeit der Universität Luzern mit dem Luzerner Kantonsspital erstellt.

25. Februar 2021

Lesezeit: 2 Minuten
Corona Immunitasstudie

Im Kanton Luzern haben sich gemäss einer repräsentativen Schätzung 15 Prozent der erwachsenen Bevölkerung mit dem Coronavirus infiziert und Antikörper gegen SARS-Cov-2 entwickelt: Das zeigt eine Untersuchung an der Uni Luzern (Departement Gesundheitswissenschaften und Medizin der Universität Luzern) in Zusammenarbeit mit dem Luzerner Kantonsspital (LUKS) – die erste solche Messung in der Luzerner Bevölkerung. Es handelt sich um eine Teilstudie des schweizweiten Projekts «Corona Immunitas», die von der «Swiss School of Public Health» koordiniert wird.

Bislang 309 Testresultate ausgewertet

Basierend auf einer vom Bundesamt für Statistik ausgewählten Zufallsstichprobe wurden im Kanton Luzern je 200 Erwachsene in zwei Altersgruppen (20 bis 64 Jahre; 65+) zwischen dem 25. Januar und dem 25. Februar kontaktiert und zur Teilnahme eingeladen. Inzwischen sind 309 der insgesamt 400 Testresultate ausgewertet. Im Vergleich zu anderen Kantonen ist die Seroprävalenz – die Häufigkeit von Antikörpern in Blutproben – niedriger als etwa die des Kantons Genf mit 22 Prozent, wie sie dort zwischen dem vergangenen November und Dezember gemessen wurde. Diese Werte sollten aber zurückhaltend interpretiert werden, da die Messungen zu unterschiedlichen Zeiten durchgeführt wurden. So ist die Seroprävalenz im Kanton Luzern ähnlich derer aus dem Kanton Bern, wo zwischen Dezember und Februar entnommene Blutproben untersucht wurden.

Unterwegs mit «Corona Immunitas»-Bus 

Die am 25. Februar 2021 abgeschlossenen Entnahmen im Kanton Luzern fanden an den drei Standorten des Luzerner Kantonsspitals (Luzern, Sursee und Wolhusen) statt. Um auch Risikopersonen die Teilnahme zu ermöglichen, wurden diese vom Forschungsteam mit einem speziell ausgebauten Bus besucht. Dieser verfügt über die notwendige Infrastruktur für die Blutentnahme und für die sichere Lagerung der biologischen Proben. Die Entnahmen erfolgten unter Einhaltung entsprechender Schutzmassnahmen (Isolationsschürze, Maske, Handschuhe und grossflächige Desinfektion). Die Proben werden im Testzenter des Waadtländer Universitätsspitals (Centre hospitalier universitaire vaudoise, CHUV) ausgewertet. Im Mai/Juni findet eine weitere Testung von 400 neuen Erwachsenen statt.

Entscheidungsgrundlage für Politik

Ziel von «Corona Immunitas» ist es – als Entscheidungsgrundlage für die Politik – herauszufinden, wie viele Menschen ungefähr mit dem Virus in Berührung gekommen sind; auch lassen sich Rückschlüsse darauf ziehen, wie hoch der Anteil von infizierten Personen ohne Symptome ist. Die Studie soll auch ein besseres Verständnis darüber vermitteln, ob das Vorhandensein von Antikörpern vor einer Neuinfektion schützt und ob dieser Schutz von der Menge der produzierten Antikörper abhängt. Zudem sollen die Resultate der Studie Informationen zu den Risikofaktoren im Zusammenhang mit einer Infektion sowie auch zum Thema Impfung liefern.

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