Drei Fokusbereiche der Viszeralchirurgie

In der Viszeralchirurgie der LUKS Gruppe wird standortübergreifend eng zusammengearbeitet. Luzern bündelt die hochspezialisierte Medizin und die Robotik, Sursee, Wolhusen und Stans stärken ihre Kompetenzen in der Grundversorgung sowie bei häufigen Eingriffen. Diese Struktur ist mehr als ein organisatorisches Konzept – sie bildet die Basis für ein Netzwerk, das Qualität, Effizienz und Versorgungssicherheit stärkt.
Die standortübergreifenden Teams wachsen weiter zusammen und entwickeln in gemeinsamen Fachboards klare Standards. Ihre Schwerpunkte umfassen Robotik, Hernien, Reflux, Beckenboden und Adipositas. Auf der nächsten Seite stellen wir das Reflux-Team vor. Diese klare Spezialisierung verbessert die Planbarkeit und stellt sicher, dass Patientinnen und Patienten gezielt von den Teams behandelt werden, die über die grösste Expertise verfügen. Gerade in einem breiten Fach wie der Viszeralchirurgie ist Spezialisierung zentral, um komplexe Fragestellungen sicher zu lösen und gleichzeitig eine wohnortnahe Versorgung zu gewährleisten.
Für Zuweisende entsteht dadurch zunehmende Transparenz: Die Zuständigkeiten sind klar definiert, die Abläufe abgestimmt. So entsteht eine Versorgung, die regional verankert ist und gleichzeitig die Vorteile eines starken medizinischen Verbundes nutzt.
Ambulante Gallenblasenentfernung:
Erste Erfahrungen sehr positiv Seit diesem Jahr wird die laparoskopische Cholezystektomie im Kanton Luzern grundsätzlich ambulant durchgeführt. Die bisherigen Erfahrungen sind insgesamt positiv: Die Komplikationsraten sind niedrig, nicht zuletzt dank der strukturierten Nachsorge durch die Hausärzteschaft, und die Patientenzufriedenheit ist hoch. Die minimalinvasive Technik ermöglicht eine rasche Erholung und unterstreicht das Potenzial des ambulanten Ansatzes.
«Die ersten ambulanten Cholezystektomien zeigen sehr deutlich: Mit klaren Prozessen und enger Nachsorge ist dieser Eingriff hervorragend ambulant machbar.»
Prof. Dr. med. Martin Bolli, Chefarzt Viszeralchirurgie LUKS Luzern
Im klinischen Alltag zeigt sich jedoch, dass die Umsetzung – insbesondere am Standort Luzern – mit logistischen Herausforderungen verbunden ist. Die Eingriffe sind im ambulanten Zentrum noch nicht vollständig etabliert und werden teilweise weiterhin im Zentral-OP durchgeführt. Ambulante Eingriffe innerhalb primär stationär ausgerichteter Strukturen gehen dabei mit Effizienzverlusten und erhöhtem Koordinationsaufwand einher.
Um das volle Potenzial der ambulanten Cholezystektomie auszuschöpfen, ist es notwendig, die Prozesse konsequent auf den ambulanten Patientenpfad auszurichten und die organisatorische Verankerung weiter voranzutreiben. Erfahrungen aus dem Ausland bestätigen seit Jahren, dass dieser Eingriff sehr gut ambulant durchgeführt werden kann.
HSM: Entscheidend für die Versorgung der ganzen Region
Das Thema der HSM-Leistungsaufträge beschäftigt die Viszeralchirurgie und zunehmend auch die nationale Presse. Aktuell läuft das Verfahren zur Zuteilung der Leistungsaufträge in der hochspezialisierten Medizin (HSM) für Oesophagus, Pankreas und Leberresektionen. Diese Eingriffe gehören zu den anspruchsvollsten Operationen des Fachbereichs und sind für die regionale Versorgung von grosser Bedeutung. In den vergangenen Jahren konnten die Fallzahlen – insbesondere in der Oesophaguschirurgie – deutlich gesteigert werden. Die geforderten Kriterien, von Mindestfallzahlen bis zu strukturellen und interdisziplinären Anforderungen, werden erfüllt.
Eine regionale Abdeckung dieser hochkomplexen Eingriffe ist entscheidend: Sie vermeidet lange Anfahrtswege, ermöglicht eine engmaschige Nachsorge und stärkt die Versorgungssicherheit in der gesamten Zentralschweiz. Das nationale Verfahren ist derzeit noch nicht abgeschlossen und wird aufmerksam verfolgt.
«Die hochspezialisierte Medizin bleibt ein zentraler Pfeiler einer umfassenden, leistungsfähigen viszeralchirurgischen Versorgung.»
Prof. Dr. med. Martin Bolli, Chefarzt Viszeralchirurgie LUKS Luzern
Sie ergänzt die standortübergreifende Zusammenarbeit und die neuen ambulanten Behandlungspfade zu einem Gesamtbild, das die Zentralschweiz medizinisch nachhaltig stärkt.
Hinweis: Dieser Beitrag erschien im luksmagazin 2026.
