Erste Masterarbeit im Joint Master Medizin widmet sich der «Hasenpest»

Die erste Medizinstudentin aus dem Joint Master Humanmedizin in Luzern hat ihre Masterarbeit beendet. Gearbeitet hat sie am Thema Tularämie – auch als «Hasenpest» bekannt – bei Kindern und Jugendlichen. 28 Studierende haben im September 2020 das erste Masterjahr an der Universität Luzern aufgenommen, das in Zusammenarbeit mit dem Luzerner Kantonsspital (LUKS) angeboten wird.

1. April 2021

Lesezeit: 3 Minuten
Joint Medical Master-Absolventin Chiara Imbimbo

Chiara Imbimbo schloss als Erste die Masterarbeit ab.

Die Arbeit der Studentin betreuten KD Dr. med. Michael Büttcher, Oberarzt für pädiatrische Infektiologie am Kinderspital am LUKS, sowie PD Dr. med. Martin Stocker, Chefarzt am Kinderspital, der die Arbeit im Hintergrund leitete. Michael Büttcher sagt, die intensive Literaturrecherche lege eine gute Basis, um darauf aufbauend weiter zu forschen. Sie zeigte unter anderem, dass von der «Hasenpest» betroffene Kinder und Erwachsene ein ähnliches klinisches Bild aufweisen. Allerdings berichten einzelne Arbeiten von einem schwereren Verlauf bei Kindern (etwa in Skandinavien), sagt Studentin Chiara Imbimbo. Sie bekam für ihr Werk die Note 5.5 und konnte es Werk bereits publizieren und an einem internationalen Kongress vorstellen. 

Ein Rückblick auf Fälle der letzten Jahre am Luzerner Kantonsspital habe dies jedoch nicht belegt. Hier waren die Kinder weniger stark betroffen. Allerdings seien vergleichende klinische Daten zwischen Erwachsenen und Kindern sowie allgemeine Daten bei Kindern sehr rar. Chiara Imbimbo  ist die Erste, die ihre Masterarbeit dem Departement Gesundheitswissenschaften und Medizin der Uni Luzern abgeliefert hat. Es gebe bezüglich Kindern und Jugendlichen in der Schweiz sowie in Europa aktuell nur wenig Arbeiten, die sich mit Strategien zur Vermeidung einer verzögerten Diagnostik und adäquaten Therapieoptionen für diese Patientengruppe befassten, sagt sie.

Interessant wäre mehr über die optimale Therapie zu erfahren

Die Studentin fände es nun «interessant und hilfreich, die Situation in der Schweiz etwas genauer unter die Lupe zu nehmen und optimale Therapiestrategien bei Kindern und Jugendlichen weiter zu evaluieren.» Chiara Imbimbo wählte das von KD Dr. med. Michael Büttcher ausgeschriebene Thema unter anderem, weil sie in einer Zeitung über die Zunahme der Hasenpest-Fälle in der Schweiz gelesen hatte und mehr über Verteilung und klinische Aspekte wissen wollte. «Die Möglichkeit, tiefer in dieses Thema einzutauchen und meinen ersten Artikel in einem Fachjournal publizieren zu können, motivierten mich ebenfalls.»

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KD Dr. med. Michael Büttcher.

Die intensive Literaturrecherche legt eine gute Basis, um darauf aufbauend weiter zu forschen.

KD Dr. med. Michael Büttcher

Ihre Arbeit konnte Chiara Imbimbo bereits am letztjährigen ESPID-Kongress (European Society of Paediatric Infectious Diseases) vorstellen und im renommierten internationalen kinderinfektiologischen peer-reviewed Pediatric Infectious Diseases Journal publizieren. Ferner öffnete ihre Arbeit den Weg, um an einer Publikation zur ulceroglandulären Tularämie bei Kindern mitzumachen, die im New England Journal of Medicine kürzlich zur Veröffentlichung angenommen wurde.

Krankheit ist in der Schweiz meldepflichtig

Die Infektionskrankheit – auch «Wildhasenkrankheit» oder «Hirschkäferfieber» genannt – wird verursacht durch das Bakterium Francisella tularensis und ist bei kleinen Säugetieren wie Mäusen und Hasen verbreitet. Der Erreger kann durch direkten Kontakt oder via Zecken- und Insektenstich auf den Menschen übertragen werden. Die Krankheit kann beim Menschen mit einer beträchtlichen Sterblichkeit einhergehen. Da das Bakterium auch als Aerosol übertragen wird und nur kleinste Mengen eine Krankheit auslösen können, wird dieses auch als mögliche biologische Waffe angesehen.

In der Schweiz ist die Tularämie meldepflichtig. Sie galt bisher als selten. Seit 2012 nahmen die Tularämie-Meldungen an das Bundesamt für Gesundheit deutlich zu. Bis 2012 wurden jährlich maximal 15 Fälle registriert wurden, 2015 waren es bereits 50 und 2017 sogar 129 Fälle. Über die Ursachen dieser Zunahme kann nur spekuliert werden.

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