Gedächtnisschwund nach Covid-Impfung?

Ich (m, 84) wurde im April gegen Covid 19 geimpft. Seither stelle ich bei mir einen teils massiven geistigen Leistungsabfall fest, unter anderem mit dem Gedächtnis. Könnte das eine Folge der Impfungen sein? Gemäss Dr. med. Marco Rossi passt dies nicht zur Covid-Impfung, deren Nebenwirkungen meist in den ersten 24 Stunden danach auftreten.

4. August 2021

Lesezeit: 2 Minuten
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Fragen zu möglichen Nebenwirkungen der Covid-Impfung werden derzeit häufig an uns herangetragen. Wir unterscheiden dabei zwischen den kurzfristigen Reaktionen und den eigentlichen, schwereren Nebenwirkungen.

Die kurzfristigen Impf-Reaktionen sind häufig, lästig, aber kaum gefährlich. Wir beobachten diese Reaktionen öfter nach der zweiten Impfung und im Durchschnitt bei jüngeren Menschen ausgeprägter als bei älteren. Oft genannt werden Schmerzen, Rötungen und Schwellungen bei der Einstichstelle. Zudem wird über Kopfschmerzen, starke Müdigkeit, Muskel- und Gelenkschmerzen berichtet sowie über allgemeine Symptome wie Schüttelfrost, Fieber oder Fiebergefühl. Meist treten diese Reaktionen in den ersten 24 Stunden nach der Impfung auf und verschwinden spontan innerhalb von 2 bis 3 Tagen.

Etwas verzögert kann der sogenannte «Covid-Arm» auftreten, eine grossflächige Schwellung am Arm der Impfung. Ebenfalls verzögert beobachten wir gelegentlich Lymphknoten-Schwellungen am Hals und in der Achsel auf der Seite der Impfung.

Zu den schweren Neben-wirkungen zählen wir heftige allergische Reaktionen, die mit einer Häufigkeit von ungefähr 1 auf 100 000 zu erwarten sind. Ohne fachgerechte Behandlung kann eine solche allergische Reaktion lebensbedrohlich werden.

Der von Ihnen geschilderte Leistungsabfall über diese lange Zeit passt dagegen nicht zu einer Nebenwirkung der Covid-Impfung. Solche Erscheinungen sind weder in den Zulassungsstudien der Impfungen noch unter den von Swissmedic publizierten Nebenwirkungen beschrieben.

Langzeitfolgen nach Jahren sind unwahrscheinlich

Viele Menschen fürchten sich vor «Langzeitfolgen» einer Impfung und meinen damit Nebenwirkungen, die erst nach vielen Jahren auftreten. Jede Impfung reizt das Immunsystem und führt so zu einer schützenden Abwehr. Im Rahmen dieser erwünschten Immunaktivierung kann es auch zu fehlgeleiteten und überschiessenden Reaktionen kommen, sehr selten auch mit schweren Folgen. Wenn überhaupt, sind solche Reaktionen in den ersten 1 bis 2 Monaten nach der Impfung zu erwarten und nicht erst nach Jahren. Aus der Medizingeschichte kenne ich keine einzige Impfung, welche nach Jahren zu negativen Folgen geführt hat. Zwar fehlen Langzeit-Erfahrungen mit mRNA-Impfstoffen, aber nach heutigem Wissensstand sind unerwünschte Spätfolgen unwahrscheinlich. Die mRNA ist sehr instabil und wird innert Stunden in der Zelle abgebaut.

Die in der Schweiz verwendeten mRNA-Impfstoffe gegen Covid 19 können wie oben beschrieben unmittelbar nach der Anwendung unangenehme Reaktionen zeigen. Ausser seltenen Allergien kennen wir aber bislang keine schwerwiegenden Nebenwirkungen. Dies ist auch ein wichtige Information für noch Unentschlossene.

Die mRNA-Impfstoffe sind sehr sicher, und eine hohe Impfrate ist der wichtigste Beitrag zur Sicherung der Normalität.

Zur näheren Abklärung Ihres Leistungsabfalls empfehle ich Ihnen eine hausärztliche Konsultation.

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