Gesunde Füsse sind die Basis

Golfsuisse - Wir sind mitten in der Saison und haben schon einige Runden Golf gespielt. Unsere Form und Technik haben sich verbessert und wir nähern uns dem gesteckten Saisonziel. Und dann plötzlich passiert es: Schmerzen am Fuss. Was tun, damit der erfolgreiche «Run» nicht unterbrochen wird?

15. August 2018

Lesezeit: 4 Minuten
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Ein gesunder Fuss ist stabil und aufgerichtet. Er verfügt über drei Bögen (siehe Bild): den inneren und den äusseren Längsbogen (Bogen A-C und Bogen B-C) und einen Querbogen (A-B) unter dem Mittelfuss, dort, wo die Zehen beginnen. Fussmuskeln, Sehnen und Bänder versuchen, diese Bögen zu halten und zu verspannen. Belasten wir zu viel, machen wir zu wenig Pausen, drückt der Schuh oder stimmt die Fussstatik nicht, dann kommt es zu Schmerzen. Wird beispielsweise der Längsbogen innen und/ oder aussen flachgedrückt und unsere Muskeln und Sehnen können dem Druck nicht entgegenwirken, dann kommt es zu Schmerzen an der Fusssohle und am Fersenbein. An diesem Punkt setzen die Sehnen und Muskeln an, die den Längsbogen sozusagen verspannen, und ziehen am Knochen. Irgendwann wird dieser Zug am Knochen zu gross und der Schmerz beginnt.

Die drei Bögen eines gesunden Fusses

Die drei Bögen eines gesunden Fusses.

Das hilft: Mit dem nackten Fuss über die Blackroll oder einen Tennisball hin- und herrollen. Der dabei entstehende Druck auf den Fuss sollte so hoch sein, dass er gut bis knapp ertragen wird. Dadurch entspannen sich Muskeln und Sehnen.

Dehnen der Unterschenkelmuskulatur: Die Verkürzung der Unterschenkelmuskulatur erhöht die Spannung auf der Fusssohle. Mit richtigem Dehnen entspannt sie sich wieder. Hilft dies alles nicht, dann muss eine speziell für Sie angefertigte Masseinlage beim Orthopädietechniker ausgemessen und hergestellt werden. Diese Einlage muss dann langsam eingelaufen werden. Wird dagegen der Bogen am Quergewölbe (A-B) zu schwach - also das Quergewölbe ist zu flach oder inexistent -, dann empfinden wir Schmerzen an der Fusssohle über den Mittelfussköpfchen.

Die Köpfchen der Mittelfussknochen seitlich des grossen Zehs drücken nach unten durch - meistens die Köpfchen des 2. und des 3. Zehs - und müssen plötzlich einen Teil unseres Körpergewichts tragen, obwohl dies sonst nicht ihre Aufgabe ist. Deshalb entstehen an diesen Orten Schwielen und Schmerzen. Bei dieser Problematik hilft in der Regel nur eine individuell angepasste Masseinlage, die das Ziel hat, das Quergewölbe wiederherzustellen respektive zu unterstützen. Damit drücken die Köpfchen der Mittelfussknochen nicht mehr nach unten durch. Mit dem Tennis- oder Golfball diese Stellen zu massieren führt in der Regel zu mehr Schmerzen.

Das Prinzip der heutigen Masseinlagen ist eine Mischung aus Unterstützung und Stimulation. Unterstützung der Fussstatik und Stimulation (Aktivierung) der Fussmuskeln und der Muskeln am Unterschenkel. Es sind also keine rein passiven Einlagen mehr.

Mittelfussköpfchen des 2. und 3. Zehs.

Mittelfussköpfchen des 2. und 3. Zehs.

Genügend Platz im Schuh

Fussgymnastik, um die Muskeln zusätzlich zu stärken, ist nützlich, nicht jedoch, wenn akute, starke Schmerzen bestehen. Beispielsweise mit den Zehen einen Bleistift vom Boden hochheben oder ein Tuch immer wieder krallen. Das Fussgewölbe aktiv aufrichten, wobei die Ferse, der grosse und der kleine Zeh immer am Boden bleiben. Einbeinstand auf unterschiedlich stabilen Unterlagen.

Jeder Mensch hat einen individuell anderen Fuss mit teilweise mehr oder weniger vorstehenden Knochen. Am häufigsten findet man solche prominenten Stellen am grossen und am kleinen Zeh sowie an der Ferse hinten. Trifft das auf Sie zu, dann sollten Sie unbedingt darauf achten, dass Ihr Fuss ausreichend Platz im Schuh hat. Gleichzeitig darf das Material an diesen Stellen nicht zu hart sein. Der Schuhmacher oder der Orthopädietechniker kann diese speziell «weich» machen. Denn wenn diese sogenannten Prädilektionsstellen einmal gereizt sind, kann es langwierig werden. Deshalb ist Vorbeugen die beste Strategie.

Wer Schmerzen am Fuss hat, der muss in der Regel hinken. Und wenn wir hinken, dann stimmt unsere ganze Körperstatik nicht mehr. Dies führt dann über kurz oder lang zu Knieund Rückenschmerzen. Damit sind schmerzfreie Füsse eine Grundbedingung für ein gutes Golfspiel. 

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Dr. med. Kerstin Warnke. Leitende Ärztin Sportmedizin, Luzerner Kantonsspital; Chief Medical Officer, Swiss Olympic, Rio 2016, Chief Medical Officer ASG.

Fünf Tipps zum Golfschuh

  1. Der Nachmittag ist zum Anprobieren von Golfschuhen besser geeignet, weil der Fuss gegenüber dem Morgen wegen der Belastung meist dicker und grösser ist.
  2. Immer beide Schuhe anprobieren und ein paar Minuten damit herumlaufen. Der Schuh sollte sich bequem und stabil anfühlen. Fragen Sie den Verkäufer, ob Sie mit dem Schuh auch nicht nach innen oder aussen einknicken beim Gehen.
  3. Golfschuhe haben in der Regel eine harte Fersenkappe. Achten Sie darauf, dass diese nicht drückt.
  4. Die Spikes sollten Sie durch den Schuh hin durch nicht an der Fusssohle spüren.
  5. Besitzen Sie bereits eine Einlage, dann sollten Sie diese mitnehmen und im Golfschuh anprobieren.

Quelle: Golfsuisse vom 15.08.2018

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