Gesundheitstipp: Spickfinger – wenn der Finger spickt

Dr. med. Urs Hug begegnet in seiner täglichen Praxis immer wieder Patientinnen und Patienten mit einem Spickfinger. «Nebst dem Karpaltunnelsyndrom, bei dem meist nachts die Finger einschlafen, ist dies das zweithäufigste Problem eingeklemmter Nerven in der Hand», erklärt er. Wie der Name bereits vermuten lässt, kommt es dabei zu einem ruckartigen Spicken oder Schnappen des betroffenen Fingers.
Was ist die Ursache?
Die Beugesehnen im Finger können sich an jener Stelle entzünden, an der sie durch eine enge Kanalführung im Finger verlaufen. Dadurch entstehen Schwellungen und kleine Knoten. Diese verhindern, dass die Sehne reibungslos gleitet – sie bleibt hängen. Wird der Finger dann mit Kraft bewegt, kommt es zum typischen Spicken.
Und was kann man dagegen tun?
In vielen Fällen ist Abwarten die beste Option, denn zahlreiche Spickfinger verschwinden von selbst wieder. Wie lange die Beschwerden anhalten, ist jedoch individuell unterschiedlich.
«Wenn man eine Operation vermeiden möchte, kann eine Injektion mit einer kleinen Dosis Cortison Linderung verschaffen», so Hug. Die Erfolgschance liegt bei rund 50 Prozent, eine Wiederholung ist nach zwei bis drei Monaten möglich.
Bringen diese Massnahmen keine Besserung, kann eine Operation in Betracht gezogen werden. Dabei wird das sogenannte Ringband am Eingang des Tunnels geöffnet, wodurch die Sehne wieder frei gleiten kann. Der Eingriff ist kurz und wird ambulant durchgeführt.
Kann man Spickfinger vorbeugen?
Im Gegensatz zur Arthrose – einer Gelenksabnutzung – ist die genaue Ursache des Spickfingers nicht vollständig geklärt. «Das Problem tritt häufiger bei älteren Personen auf, sehr junge Menschen sind praktisch nie betroffen», erklärt Hug. Wirksame präventive Massnahmen sind bislang leider nicht bekannt.
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