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Gesundheitstipp: Wenn die Gene wichtige Hinweise liefern

Die Nachfrage nach genetischen Beratungen nimmt zu – insbesondere bei der Krebsprävention. Wann eine genetische Abklärung sinnvoll ist und welche Erkenntnisse sie liefern kann, erklärt Dr. med. Anna Allemann, Leitende Ärztin Medizinische Onkologie und Leiterin Molekular- und Präzisionsonkologie am Luzerner Kantonsspital.
8. Juli 2026
Lesezeit: 2 Minuten
Allemann Anna WebseiteBanner
Dr. med. Anna Allemann, Leitende Ärztin Medizinische Onkologie und Leiterin Molekular- und Präzisionsonkologie am Luzerner Kantonsspital

Genetische Beratung kann wertvolle Erkenntnisse liefern

Die meisten Tumorerkrankungen entstehen durch Umwelt- und Lebensstilfaktoren wie Sonneneinstrahlung, Nikotinkonsum oder Alkohol. «Es gibt jedoch einen kleinen Anteil von Patientinnen und Patienten, die eine erblich bedingte, sogenannte hereditäre Veranlagung aufweisen», erklärt Dr. med. Anna Allemann. Betroffene tragen bereits von Geburt an eine genetische Veränderung in ihrem Erbgut.

Wann ist eine genetische Beratung sinnvoll?

Bestimmte Veränderungen im Erbgut können das Risiko erhöhen, früher oder häufiger an Krebs zu erkranken. Deshalb wird eine genetische Beratung insbesondere für Personen empfohlen, die in jungen Jahren an Krebs erkranken oder bei denen mehrere Tumorerkrankungen auftreten. Auch eine auffällige familiäre Häufung von Krebs kann Anlass für eine genetische Abklärung sein.

Entscheidet sich eine Patientin oder ein Patient für eine genetische Beratung, wird zunächst die Kostenübernahme durch die Krankenkasse geprüft. Nach der Genehmigung erfolgt eine Blutentnahme, deren Analyse Hinweise auf mögliche genetische Risikofaktoren liefern kann.

Früherkennung und Prävention gezielt stärken

Die Ergebnisse einer genetischen Untersuchung können helfen, Behandlungen und Präventionsmassnahmen individuell anzupassen. Dazu gehören beispielsweise regelmässige Vorsorgeuntersuchungen wie Mammographien oder in bestimmten Fällen auch präventive operative Eingriffe.

«Ein bekanntes Beispiel ist Angelina Jolie, bei der ein deutlich erhöhtes Risiko für Brust- und Eierstockkrebs festgestellt wurde», sagt Dr. med. Anna Allemann. «Sie entschied sich deshalb vorsorglich für entsprechende Operationen, um das Erkrankungsrisiko deutlich zu senken.»

Präzisionsmedizin weiter stärken

Seit Mai 2026 verfügt das Luzerner Kantonsspital zudem über ein neues Zentrum für Präzisionsmedizin. Ziel ist es, Diagnostik und Therapie noch stärker auf die individuelle Situation der Patientinnen und Patienten abzustimmen und die Präzisionsmedizin entlang der gesamten Behandlungskette nachhaltig zu verankern.

Wöchentlicher Podcast

Hören Sie den ganzen Beitrag im Link. Die Gesundheitstipps werden jeweils mittwochs um 11.15 Uhr im Radio ausgestrahlt und sind anschliessend hier im Newsroom verfügbar.  

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