Ist ständiger Durchfall ein Alarmzeichen?

Meine Frau (72) plagt seit ein paar Wochen starker Durchfall. Leider will sie nicht zum Arzt. Ich mache mir deswegen Sorgen, zumal sie täglich Medikamente gegen hohen Blutdruck einnehmen muss. Unser Spezialist rät, bei chronischem Durchfall nicht zuzuwarten mit einem Arztbesuch.

1. Juni 2021

Lesezeit: 2 Minuten
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Dr. med. Holger Spangenberger, Chefarzt Medizin, LUKS Wolhusen

Wir reden im Fall Ihrer Frau von chronischem Durchfall: Länger als vier Wochen und mehr als dreimal pro Tag dünner Stuhl. Das ist  keinesfalls zu unterschätzen. Was auch immer die Ursache ist: Wichtig ist, genug zu trinken, mindestens drei Liter am Tag, weil Durchfall den Körper austrocknet. Selbst wenn Trinken die Darmtätigkeit anregen und Durchfall fördern kann, muss auf alle Fälle die Gefahr des Austrocknens gebannt werden. Beobachten Sie Ihre Frau. Wichtig für den Arzt ist: Tritt der Durchfall nach bestimmten Nahrungsmitteln auf? Auch vor dem Essen? Auch nachts oder frühmorgens? In welchen Mengen? Riecht der Stuhl unangenehm? Auch Bauchschmerzen können ein wichtiger Hinweis sein. Sorgen sind vor allem dann berechtigt, wenn sich Blut im Stuhl zeigt, der Durchfall auch nachts auftritt und mit Gewichtsverlust verbunden ist. Mit einer Untersuchung kann Ihr Hausarzt, Ihre Hausärztin die Ursache finden und Schlimmeres ausschliessen.

Während ein solcher Durchfall bei jüngeren Menschen oft mit einer funktionellen Störung (z.B. Reizdarm) zusammenhängt, kann er bei Personen über 50 Jahren häufiger auf ein schwerwiegenderes Problem hinweisen.

Auch ein Medikament kann schuld sein

Oft treten Durchfallerkrankungen auf, weil Nahrung nicht gut aufgenommen wird. Auch Medikamente können chronischen Durchfall auslösen, so einzelne Antidepressiva oder Mittel gegen zu hohen Blutzucker.

Eine Darmspiegelung kann Entzündungen oder Tumorleiden erkennen helfen.

Dr. med. Holger Spangenberger, Chefarzt Medizin, LUKS Wolhusen

Gerade ältere Menschen und besonders Frauen leiden oft unter mikroskopischer Kolitis – einer atypischen, eher harmlosen Entzündung der Dickdarm-Schleimhaut. Um sie sicher zu diagnostizieren, muss eine Gewebeprobe unter dem Mikroskop untersucht werden. Betroffene trauen sich oft nicht mehr aus dem Haus aus Angst, kein WC in der Nähe zu finden. Gegen diese Darmentzündung helfen meist Medikamente. In solchen Fällen helfen zu können, ist für Ärzte ein schönes Erfolgserlebnis. Es gibt auch andere, eher leichter behandelbare Durchfallerkrankungen wie Unverträglichkeit auf Milchzucker oder Weizeneiweiss. Diese können zu (chronischen) Mangelerscheinungen führen.

Mit Darmspiegelung zu mehr Klarheit

Bei einer Veränderung des Stuhls ist es wichtig, Darmkrebs ausschliessen zu können. Eine Darmspiegelung kann Entzündungen oder Tumorleiden erkennen helfen. Darmkrebs, in der Schweiz die zweithäufigste Krebserkrankung, nimmt mit dem Alter zu, vorab zwischen 60 und 80 Jahren. Ab 50 sind Vorsorgeuntersuchungen empfehlenswert. Früh genug erkannter Darmkrebs kann mit einer Operation und begleitender Therapie behandelt werden. Es ist darum immer  ratsam, bei  chronischem Durchfall rechtzeitig den Arzt aufzusuchen. Der Darm als wichtiges Organ verdient auf jeden Fall genügend Aufmerksamkeit.

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