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Neubau Kinderspital Zentralschweiz: Bereit für die Zukunft

Im Herbst 2026 eröffnet das LUKS den Neubau des Kinderspitals Zentralschweiz. Die Kindermedizin erhält damit die modernste und zugleich eine kinder- und familiengerechte Infrastruktur.
29. Juni 2026
Lesezeit: 4 Minuten
neubau kidz
Prof. Dr. med. Martin Stocker, Leiter des Kinderspitals und Chefarzt Neonatologie und pädiatrische Intensivmedizin

Kranke und verunfallte Kinder und Jugendliche medizinisch und pflegerisch auf höchstem Niveau behandeln: Diesen Anspruch hat das Kinderspital Zentralschweiz schon heute. Allerdings haben die Patientenzahlen seit der Eröffnung des Kinderspitals 1971 stark zugenommen und die Infrastruktur entspricht nicht mehr den heutigen Anforderungen. Jetzt folgt der Quantensprung: Im Oktober wird der Neubau des Kinderspitals Zentralschweiz bezogen. «Dieser ermöglicht uns, die Kindermedizin mit Pädiatrie und Kinderchirurgie weiterzuentwickeln und auch in Zukunft eine optimale Versorgung von Kindern und Jugendlichen in der Zentralschweiz sicherzustellen», sagt Prof. Dr. med. Martin Stocker, Leiter des Kinderspitals und Chefarzt Neonatologie und pädiatrische Intensivmedizin.

Das neue Kinderspital wird ein eigenständiger Baukörper, gleichzeitig aber auf drei Stockwerken mit der neuen Frauenklinik verbunden sein. Das erlaubt es, Kindermedizin, Gynäkologie und Geburtshilfe gemeinsam zu denken. Die räumliche Nähe ermöglicht im Neubau unter anderem ein einzigartiges Perinatalzentrum, das alle Fachbereiche und Behandlungen rund um die Geburt auf einer Etage vereint.

Healing Architecture

Insgesamt wird das neue Kinderspital wie zuvor über rund 100 Betten verfügen. Das ist nötig, denn die Hospitalisationsdauer ist zwar auch in der Kindermedizin in den letzten Jahrzehnten gesunken, die Belegung unterliegt jedoch ausgeprägten saisonalen Schwankungen. So ist im Winter der stationäre Bereich aufgrund von Infektionskrankheiten bisweilen voll ausgelastet. Die jungen Patientinnen und Patienten werden im Neubau ausschliesslich in Einzelzimmern betreut werden können. Das reduziert die Gefahr von Infektionen, bedeutet mehr Privatsphäre und ermöglicht dank mehr Ruhe eine bessere Erholung. Einzigartig wird im neuen Kinderspital das Rooming-in – auch in der Neonatologie und bei längeren Aufenthalten im Kinder- und Jugendnotfallzentrum. Die Eltern oder andere Bezugspersonen der Kinder werden – dank Schlafsofa – mit deutlich mehr Komfort als bisher in der Nähe sein können.

«Die Kindermedizin ist heute viel familienzentrierter als früher.»

Prof. Dr. med. Martin Stocker, Leiter des Kinderspitals Zentralschweiz

«Die Bezugspersonen sollen nicht nur zu Besuch kommen, sondern Teil des Behandlungsteams sein und möglichst viel Zeit beim Kind verbringen können. Das fördert die Genesung», sagt Stocker. Zur bestmöglichen Gesundung soll auch beitragen, dass der gesamte Neubau nach den Prinzipien der Healing Architecture gestaltet ist – unter anderem mit viel Tageslicht und natürlichen Materialien wie Holz.
Dank der Einzelzimmer können Untersuchungen und Behandlungen in Zukunft zu einem grossen Teil im Zimmer stattfinden. Der Neubau mit seiner vergrösserten räumlichen Kapazität bringt weitere Vorteile mit sich: Die Geschäftsstelle der Kinderspitex Zentralschweiz wird neu im Kinderspital beheimatet sein, was die Austrittsplanung nach einem stationären Aufenthalt vereinfacht. Die räumliche Vergrösserung wird zudem in Zukunft neue Angebote wie zusätzliche Sprechstunden für seltene Krankheiten ermöglichen. Und: Die stationäre Kinderonkologie kann räumlich besser abgetrennt werden von den restlichen Patientinnen und Patienten.

Ambulatorium sowie Kinder- und Jugendnotfallzentrum

Neue Massstäbe setzen will der Neubau auch im ambulanten Bereich. Die jungen Patientinnen und Patienten werden neu in einem zentralen Ambulatorium empfangen, das alle Fachbereiche vereint – inklusive des chirurgischen Ambulatoriums.

«Das bedeutet mehr Flexibilität, kürzere Wege und geringere Wartezeiten.»

Prof. Dr. med. Martin Stocker, Leiter des Kinderspitals Zentralschweiz

Ausgebaut wird auch das Kinder- und Jugendnotfallzentrum. Dort werden die Untersuchungen in Zukunft nicht mehr in Kojen, sondern in Einzelzimmern stattfinden – mit dem Vorteil von mehr Privatsphäre und Ruhe. Zudem verfügt das Zentrum neu über eine eigene Bettenstation – für Kinder, die nach der Notfallbehandlung eine längere Beobachtung benötigen oder eine Nacht bleiben. Eine separate Notfallpraxis stellt weiterhin sicher, dass weniger dringende Notfälle gezielt, effizient und ohne Beeinträchtigung der Akutversorgung behandelt werden können.
Was die medizinische Infrastruktur anbelangt, bietet der Neubau modernste Standards. Er wartet sogar mit einer europaweiten Premiere auf: Die Radiologie wird über den ersten Photon-Counting-Computertomografen in der Kindermedizin verfügen. Die höhere Auflösung dieser Technologie im Vergleich zu einem herkömmlichen CT erlaubt es, die feinsten Gefässe und Strukturen von kleinen Kindern besser abzubilden. Bei geringer Strahlenbelastung werden zudem schnelle Messungen möglich, auch wenn sich ein Kind bewegt oder atmet. Zusätzlich verfügt das neue Kinderspital über einen eigenen Magnetresonanztomografen. Dies erlaubt eine entspanntere, angstfreiere Atmosphäre – ohne den hohen Untersuchungstakt wie beim Erwachsenen-MRI.

Flexible Kapazitäten

Eine neue Infrastruktur ermöglicht und bedingt auch neue Prozesse. «Bisher mussten wir uns der vorhandenen Infrastruktur anpassen. Jetzt haben wir die neue Infrastruktur den Bedürfnissen der Patientinnen, Patienten und Mitarbeitenden anpassen können», sagt Stocker. Dabei waren die Mitarbeitenden des Kinderspitals von Anfang an in die Planung einbezogen. Das Ziel: patientenzentrierte, effiziente Abläufe. So sind im Neubau die Wege der Mitarbeitenden und der Patientinnen und Patienten weitgehend getrennt (On-off-Stage-Prinzip). Und grundsätzlich gilt: Statt der Patientinnen und Patienten bewegen sich in Zukunft die Behandelnden zwischen den Zimmern.

Und wie fit ist das neue Kinderspital für die Zukunft?

«Wie sich der Bedarf in der Kindermedizin in den kommenden Jahrzehnten entwickelt, ist offen. Darum heisst die Devise: Flexibilität», sagt Martin Stocker. So sind die Zimmer weitgehend standardisiert und können unterschiedlich genutzt werden. Ein Beispiel: Im Neubau gibt es für privat versicherte Kinder sogenannte Suiten: Zwei Zimmer sind mit einer Türe so verbunden, dass das Kind in einem Zimmer und seine Eltern oder andere Bezugspersonen im Zimmer nebenan wohnen können. Sollte die stationäre Kapazität etwa im Winter knapp werden, kann das Angebot an Suiten reduziert werden, um mehr Patientinnen und Patienten aufnehmen zu können.

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