Direkt zum InhaltDirekt zum Fussbereich

Neue RSV-Studie: Schutz für Schwangere und Säuglinge

Dank einer Immunisierung mit einem Antikörper gab es bereits im Winter 2024/25 bei Babys deutlich weniger Infektionen mit dem Respiratorischen Synzytial-Virus (RSV). Ein neuer Impfstoff für Schwangere ergänzt nun die Prävention. Das Kinderspital und die Frauenklinik des Luzerner Kantonsspitals (LUKS) beteiligen sich an einer europäischen Studie, die untersucht, welche Strategie den besten Schutz bietet.
17. Februar 2026
Lesezeit: 3 Minuten
rsv

RSV kann Atemwegsinfektionen verursachen, welche vor allem im Verlauf des ersten Lebensjahres schwerverlaufen können. Seit Herbst 2024 steht in der Schweiz mit einem langwirksamen Antikörper erstmals eine wirksame Schutzmassnahme zur Verfügung. Dieser wird Neugeborenen und jungen Säuglingen kurz nach der Geburt oder vor dem ersten Winter verabreicht. In der Wintersaison 2024/25 konnten dadurch deutlich weniger RSV-Erkrankungen in dieser Altersgruppe registriert werden

«Die Kinderspitäler in der Schweiz wurden dank dieser Prävention in der letzten Saison deutlich entlastet», berichtet Prof Dr. med. Nicole Ritz, Chefärztin Pädiatrie am Kinderspital Zentralschweiz (KidZ). «Auch die RSV-Fälle auf der Kinderintensivstation zeigten einen massiven Rücklauf», ergänzt Prof. Dr. med. Martin Stocker, Leiter Kinderspital und Chefarzt Neonatologie sowie pädiatrische Intensivmedizin. 

Seit Beginn der Saison 2025/26 wird in der Schweiz eine weitere Option angeboten: ein Impfstoff für Schwangere, der ab der 32. Schwangerschaftswoche verabreicht werden darf. «Mit dieser Impfung bildet die Mutter schützende Antikörper und gibt diese noch vor der Geburt über die Plazenta an ihr Kind weiter. Dadurch wird das Neugeborene bereits ab der Geburt geschützt», erklärt KD Dr. med. Markus Hodel, Chefarzt Geburtshilfe und Fetomaternale Medizin. 

LUKS beteiligt sich an europäischer Studie 

In dieser Wintersaison stehen damit sowohl die Impfung der Mutter als auch die Immunisierung des Neugeborenen zur Verfügung. Es muss sich sich zeigen, welche dieser beiden Strategien Säuglinge im ersten Lebensjahr am wirksamsten schützt. Mögliche Strategien sind: die alleinige Impfung der Schwangeren oder nur die Immunisierung des Neugeborenen. Die Strategien sollen in der europäische PIPELINE-Studie verglichen werden. Das Kinderspital Zentralschweiz und die Frauenklinik bilden zusammen eines der drei Zentren in der Schweiz, die an der Studie ab Februar 2026 teilnehmen. Weitere Studienorte liegen in Grossbritannien, Italien, Frankreich, Spanien und den Niederlanden. In Luzern wird die Studie geleitet von Ass. Prof. Dr. med. Nora Fritschi, Brückenprofessorin für Personenzentrierte Medizin des Kindes- und Jugendalters an der Universität Luzern. Unterstützt wird sie durch das Team des Studien- und Forschungszentrums am KidZ, insbesondere durch die Studienkoordinatorinnen Gia Thu Ly und Marisa Hostettler. PD KD Dr. med. Michael Büttcher, Leitender Arzt für pädiatrische Infektiologie und Leiter des Studien- und Forschungszentrums am KidZ, betont: «Mit unserer Teilnahme wollen wir dazu beitragen, die wirksamste Präventionsstrategie für die Zukunft zu finden – damit möglichst viele Kinder ihr erstes Lebensjahr gesund und ohne RSV-Infektion erleben.»

Generelle Empfehlungen durch das BAG

Die Empfehlungen bezüglich Impfungen und Immunisierung gegen RSV sind auf diese Wintersaison vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) erneuert worden. Impfungen werden auch ausserhalb der Studie in der Frauenklinik, im Kinderspital Zentralschweiz und im Ambulatorium des Kinderspitals angeboten. 

 

Weitere Informationen: RSV Study – PIPELINE

Artikel teilen

Mehr zum Thema

Für LUKS-Newsletter anmelden

Wählen Sie Ihre Abonnements

War diese Seite hilfreich?