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Neue Studie zu Zeckenerkrankungen bei Kindern

Zecken sind in der Schweiz weit verbreitet und ihre Ausbreitung sorgt insbesondere im Frühling und Sommer regelmässig für Aufmerksamkeit in Medien und Bevölkerung. Die Spinnentiere können Krankheiten übertragen, die für Kinder und Jugendliche schwerwiegende Folgen haben können. Um mehr über diese Erkrankungen zu erfahren, startet das Kinderspital Zentralschweiz (KidZ) eine binationale Forschungsstudie.
29. Juli 2026
Lesezeit: 3 Minuten
gettyimages-

Zecken gehören längst zum Alltag in der Schweiz und in Deutschland. Sie kommen in Wäldern, an Wegrändern, in Parks und in privaten Gärten vor. Steigende Temperaturen und klimatische Veränderungen begünstigen ihre Ausbreitung und verlängern ihre Aktivitätszeit. Damit rücken auch die gesundheitlichen Folgen von Zeckenstichen in den Fokus von Medizin und Forschung.

Zwei Krankheiten im Fokus

Auch wenn Zeckenstiche häufig ohne gesundheitliche Folgen verlaufen, können die Parasiten Krankheitserreger übertragen, die insbesondere bei Kindern zu Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) oder Lyme-Neuroborreliose führen können.

Die FSME wird durch ein Virus verursacht. Nach anfänglich grippeähnlichen Symptomen kann es in einzelnen Fällen zu Entzündungen der Hirnhäute oder des Gehirns kommen. Schwere Verläufe können neurologische Folgeschäden nach sich ziehen. Gegen FSME steht eine wirksame Schutzimpfung zur Verfügung.

Die Lyme-Borreliose wird durch Bakterien ausgelöst. Gelangen diese in das Nervensystem, spricht man von einer Lyme-Neuroborreliose. Typische Symptome bei Kindern sind Gesichtsnervenlähmungen, Hirnhautentzündungen oder anhaltende Kopfschmerzen. Die Erkrankung kann in den meisten Fällen erfolgreich mit Antibiotika behandelt werden. Eine Lyme-Borreliose-Impfung befindet sich in den letzten Phasen der klinischen Studien. 

Länderübergreifende Forschung

Um das Verständnis dieser zeckenübertragenen Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter zu verbessern, startet das KidZ die binationale Surveillance-Studie ZüNIK (Zeckenübertragene neurologische Infektionskrankheiten)Ziel des Projekts ist es, die Häufigkeit, den Krankheitsverlauf, die Diagnostik und die Behandlung von Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und Lyme-Neuroborreliose bei Kindern und Jugendlichen unter 16 Jahren systematisch zu erfassen und zwischen der Schweiz und Deutschland zu vergleichen. 

Mit ZüNIK entsteht erstmals eine gemeinsame Datengrundlage, um die beiden wichtigen zeckenübertragenen Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen länderübergreifend zu untersuchen. Die Studie wird über die jeweiligen nationalen Surveillance-Netzwerke für seltene Kinderkrankheiten durchgeführt. 

Die wissenschaftliche Leitung in der Schweiz übernehmen PD Dr. med. Michael Büttcher, Leiter Pädiatrische Infektiologie am Kinderspital Zentralschweiz, und Asisstenzprofessorin Dr. med. Nora Fritschi, Brückenprofessorin für personenzentrierte Medizin des Kindes- und Jugendalters. In Deutschland wird das Projekt von Prof. Dr. med. Tobias Tenenbaum, Chefarzt am Sana Klinikum Berlin-Lichtenberg geleitet. Die Studie ist auf zwei Jahre angelegt und wird durch internationale Forschungsförderungen unterstützt.

«Mit ZüNIK schaffen wir eine einzigartige Datengrundlage, um besser zu verstehen, wie häufig FSME und Lyme-Neuroborreliose bei Kindern auftreten, welche Auswirkungen die Erkrankungen auf die Betroffenen haben und wie Prävention sowie Versorgung künftig weiter verbessert werden können», sagt PD Dr. med. Michael Büttcher.

Prävention bleibt der beste Schutz

Denn trotz neuer Erkenntnisse aus der Forschung bleibt die Prävention entscheidend: die FSME-Impfung für Personen, die in Risikogebieten leben oder sich dort regelmässig aufhalten, und schützende Kleidung und Zeckenschutzmittel. Zudem sollte man den Körper nach dem Aufenthalt gründlich nach Zecken absuchen und Zecken rasch entfernen.

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