Direkt zum InhaltDirekt zum Fussbereich

Neue Verfahren verbessern die Behandlung von Gefässerkrankungen

Die periphere arterielle Verschlusskrankheit betrifft weltweit Millionen von Menschen. Im interdisziplinären Gefässzentrum des LUKS Luzern kommen innovative Therapieverfahren zum Einsatz, die bessere Behandlungsmöglichkeiten eröffnen und gleichzeitig wissenschaftlich erforscht werden.
31. Juli 2026
Lesezeit: 3 Minuten
nab-
Prof. Dr. med. Aljoscha Rastan, Chefarzt Angiologie, LUKS Luzern

Die periphere arterielle Verschlusskrankheit (PAVK) stellt weltweit ein relevantes Gesundheitsproblem dar und zählt zu den häufigsten Manifestationen der Atherosklerose. Die global steigende Prävalenz wird auf über 230 Millionen Menschen geschätzt.

Die interventionelle Therapie der PAVK hat in den vergangenen Jahren durch technologische Innovationen (u.a. medikamentenbeschichtete Ballone oder Stents) und klinische Forschung einen wesentlichen Fortschritt erfahren. Heute stellt sie in vielen Fällen die bevorzugte invasive Behandlungsstrategie dar.

Die Vorbehandlung der Gefässwand (Vessel Preparation) durch Atherektomie oder Plaque-modifizierende Ballons wird heute zunehmend als bevorzugtes Vorgehen in der interventionellen Therapie der PAVK empfohlen. Diese Verfahren zielen darauf ab, die Effizienz einer nachfolgenden medikamentenbeschichteten Ballonangioplastie oder Stentimplantation zu erhöhen und die Offenheitsraten, insbesondere bei stark verkalkten oder komplexen Läsionen, zu verbessern.

Laser-Atherektomie

Der neu entwickelte AURYON-Katheter ist ein Atherektomiesystem, das unter Verwendung von Laserenergie mit einer Wellenlänge von 355 nm und der Abgabe hochenergetischer Pulse atherosklerotische Plaques verdampft bzw. fragmentiert. Auch bei der Behandlung von In-Stent-Stenosen (Intimahyperplasie) zeigt der Katheter eine hohe Effektivität. Dabei entsteht lediglich eine geringe thermische Intensität, sodass die umgebende Gefässwand weitestgehend geschont wird. Durch die zusätzliche Aspirationsfunktion (Embolieschutz) kann der Katheter auch bei thrombotischen Verschlüssen eingesetzt werden. Erste Studienergebnisse aus den USA weisen auf eine hohe Effektivität des Systems hin. Als erstes Zentrum in der Schweiz wurde dieses System am LUKS Luzern eingesetzt. Eine internationale Studie mit Beteiligung der Angiologie des LUKS Luzern ist für 2026 geplant.

auryon-laser

Auryon-Laser

Bioresorbierbare Stents

Stents werden häufig eingesetzt, wenn Ballonangioplastie und/oder Atherektomie keine ausreichenden Behandlungsergebnisse erzielen. Ein häufig diskutierter Nachteil der Metallstents ist ihre dauerhafte Präsenz im Gefäss, die potenziell zukünftige Behandlungsoptionen einschränken kann, beispielsweise bei der Entwicklung einer In-Stent-Stenose oder im Hinblick auf eine mögliche spätere Bypassanlage. Vor diesem Hintergrund wurde in den letzten Jahrzehnten intensiv an der Entwicklung bioresorbierbarer Stents geforscht. Im Gegensatz zu permanenten Metallstents bestehen diese in der Regel aus Polymeren, wie beispielsweise Poly-L-Lactid, und werden im Verlauf von Monaten im Körper abgebaut. Bioresorbierbare Stents können – ähnlich wie medikamentenbeschichtete Metallstents – mit antiproliferativen Substanzen wie Everolimus beschichtet werden, um das Risiko einer Intimahyperplasie und damit einer Restenose zu reduzieren. Erste Studien deuten darauf hin, dass die Offenheitsraten dieser Stents mit denen medikamentenbeschichteter Metallstents vergleichbar sind.

bioresorbierbaren stent esprit btk

Bioresorbierbarer Stent

Die Angiologie am LUKS Luzern zählt zu den frühen Anwendern bioresorbierbarer Stents in Europa und war in der Schweiz das erste Zentrum, das diese Technologie in der klinischen Routine eingeführt hat. Ein Einsatz im Rahmen von internationalen Studien ist geplant.

Insgesamt zeigt sich, dass die interventionelle Behandlung der PAVK ein hochinnovatives Feld bleibt, in dem technischer Fortschritt und klinische Forschung eng miteinander verzahnt sind. Diese Entwicklungen tragen wesentlich dazu bei, die Behandlungsergebnisse kontinuierlich zu verbessern und die Therapie zunehmend individualisiert zu gestalten.

Hinweis: Dieser Text ist im luksmagazin erschienen.

Artikel teilen

Mehr zum Thema

Für LUKS-Newsletter anmelden

Wählen Sie Ihre Abonnements

War diese Seite hilfreich?