«Nicht nur Pflegende oder Ärzte profitieren von LUKiS»

Das Luzerner Kantonsspital (LUKS) machte mit dem Klinikinformationssystem LUKiS im September 2019 einen grossen Schritt in Richtung Digitalisierung. Michael Döring, Departementsleiter Pflege und Soziales, würde das neue System «niemals» hergeben. Gerade in Corona-Zeiten habe sich dieses auch sehr bewährt, zugunsten des Personals und der Patientinnen und Patienten, sagt er in einem Interview.

4. April 2021

Lesezeit: 4 Minuten
Lukis Visite

Michael Döring, kann man schon sagen, ob sich die Einführung von LUKiS gelohnt hat?

Absolut. LUKiS war ein sehr grosser und mutiger Schritt für das LUKS. Wir waren und sind heute der tiefsten Überzeugung, dass er absolut richtig war. Nur ein Beispiel: Die Vernetzung der Informationen ermöglicht uns jederzeit und überall einen sicheren und schnelleren Überblick über die Patientenakten.

Die Einführung war eine Herausforderung.

Jedes Vorhaben dieser Grösse hat seine Herausforderungen. Unsere Mitarbeitenden haben das sehr gut gemeistert. Hilfreich ist, dass das System seit dem ersten Tag stabil läuft. Wir haben schon zwei reguläre Updates durchlaufen und verbessern das System fortlaufend. Auch wenn das zuweilen noch etwas schneller gehen dürfte, sind die Vorteile gewaltig und die Möglichkeiten, welche LUKiS des amerikanischen Herstellers Epic uns bietet, zu unser aller Nutzen.

Wo sehen Sie die wichtigsten Vorteile für die Mitarbeitenden?

Wir haben keine Papierdokumentationen mehr. Dafür können wir nun überall und jederzeit auf die notwendigen Daten zugreifen. Das neue System unterstützt Prozesse, liefert Berichte und Auswertungen und vernetzt uns. Etwa bei der internen Verlegung eines Patienten. Alle Informationen sind im gleichen System dokumentiert, die Pflegenden verlieren keine Zeit mehr damit, diese zu übertragen. Die Abläufe haben an Qualität deutlich gewonnen.

Welche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter profitieren vom neuen System?

LUKiS ist eine patientenzentrierte Dokumentation. Alle involvierten Mitarbeitenden, nicht nur Pflegende oder Ärzte, profitieren direkt davon. Auch die anderen Teams haben einen Nutzen. Unser Hotellerie-Personal etwa kann ganz einfach sehen, welche Ernährung verordnet und welche Essenswünsche beim Eintrittsgespräch erfasst  wurden oder welche Allergien bestehen. Oder ich kann mir mit wenigen Klicks einen Überblick über die Auslastung der Abteilungen verschaffen und das in Sekundenschnelle über alle Standorte.

Wie hat sich Ihr Alltag konkret verändert? Kommt LUKiS auch Patienten zugute?

Mit meinem digitalen Mobilgerät kann ich fortlaufend dokumentieren und Informationen abrufen. Eine Arzt-Verordnung aufgrund neuer Laborwerte taucht automatisch auf meinem Gerät auf. Oder denken Sie an all die Medikamente: Nach dem Einscannen erhalte ich Warnhinweise im Fall  eines Konflikts mit  bestehenden Medikationen. Unser klinisches System unterstützt uns im Spitalalltag massgeblich und präsentiert die riesige Menge an Informationen situationsgerecht zur Steigerung der Patientensicherheit.

Für Patienten gibt es MeinLUKS. Wie ist es mit LUKiS verzahnt?

MeinLUKS ist der Zugang für Patientinnen und Patienten und ihre Angehörigen zu LUKiS und damit ihren Gesundheitsdaten. Die App ermöglicht den raschen Zugriff auf Arztberichte, Labordaten oder offene Termine. So kann ein Patient sich besser auf den Spitalbesuch vorbereiten. Lasse ich mich auf Covid-19 testen, liefert mir die App das Ergebnis, sobald unser Infektiologe es  freigegeben hat. Den Patienten mit schwerem Covid-Verlauf können wir ein Gerät zur Messung des Sauerstoffgehaltes nach Hause geben. Sie tragen die Werte in MeinLUKS ein und der Arzt erhält bei Anzeichen einer Verschlechterung einen Alarm. Patienten können zudem schon vor dem Spitaleintritt ihre Allergien oder Medikamente erfassen. Solche Möglichkeiten bauen wir stetig aus.

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In meinem beruflichen Umfeld höre ich immer wieder, wie Kollegen zutiefst beeindruckt sind von unseren Möglichkeiten.

Michael Döring, Leiter Departement Pflege und Soziales

Hat sich LUKiS in der Corona-Zeit bewährt und wie?

In der Corona-Zeit wurde der Tatbeweis erbracht, wie wertvoll LUKiS ist: Ein eigens eingerichtetes Cockpit ermöglichte jederzeit einen Überblick über Verdachtsfälle, bestätigte Fälle, ausstehende Resultate und weitere Kennzahlen. Auch war es dank den digitalen Mitteln möglich, dass schnell und unkompliziert ärztliches und pflegerisches Personal aus anderen Abteilungen die Intensivstationen unterstützten.

Würden Sie LUKiS wieder hergeben?

Niemals. Ich lag 2020 selber als Patient bei uns in Luzern im Spital. Dabei habe ich aus Patientensicht erlebt, wie unsere Teams mit LUKiS arbeiten. Auf meine Fragen an die Pflegenden, was sie am System verbessern würden, kam am Ende ihrer Antwort immer das klare Statement, dass das System gut sei und sie es nicht mehr hergeben würden. Aktuell arbeiten wir intensiv am Transfer der Eintrittsdokumentation für die Pflege in MeinLUKS. Patienten können so Fragebögen in Ruhe zu Hause ausfüllen und unsere Mitarbeitenden sich rechtzeitig vorbereiten.

Wie wachsen neue Mitarbeitende in die Arbeit mit LUKiS hinein, wenn das LUKS bisher als einziges Spital damit arbeitet?

Inzwischen sind wir nicht mehr allein: Auch die Berner Insel Gruppe ist daran, dieses System einzuführen. In meinem beruflichen Umfeld höre ich immer wieder, wie Kollegen zutiefst beeindruckt sind von unseren Möglichkeiten. Neu eintretende Mitarbeitende werden gezielt ausgebildet. Zudem unterstützen Kollegen, speziell geschulte Superuser und Online-Informationsplattformen sie in der täglichen Arbeit.

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