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Schweizer Premiere: Erste subtotale Magenentfernung mit dem da Vinci Single Port Roboter

Am Luzerner Kantonsspital (LUKS) wurde erstmals in der Schweiz eine subtotale Magenentfernung mit einem da Vinci Single Port (SP) Roboter durchgeführt. Bei diesem komplexen Eingriff wird ein grosser Teil des Magens entfernt. Dank der bewährten robotergestützten Präzision verlief er besonders schonend und ermöglichte der jungen Patientin aufgrund der wenigen Hautschnitte eine noch raschere Erholung.
12. November 2025
Lesezeit: 3 Minuten
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Die 30-jährige Patientin litt an einem pflaumengrossen Tumor im unteren Teil des Magens, nahe der Bauchspeicheldrüse. Nach einer onkologischen Vorbehandlung wurde der Tumor operativ entfernt. Dabei setzte die Viszeralchirurgie des LUKS erstmals auf das da Vinci Single Port System, bei dem mit einem Roboterarm und mit einem einzigen Schnitt operiert wird. Beim Eingriff wurden rund sieben Achtel des Magens sowie die umliegenden Lymphknoten und -drüsen über einen kleinen Schnitt in der Bikinizone entfernt. Der verbliebene Restmagen wurde direkt mit dem Dünndarm verbunden.

«Die Patientin hatte den Wunsch, möglichst schnell wieder nach Hause zu ihren kleinen Kindern zu können. Das minimalinvasive Vorgehen mit dem da Vinci SP Roboter hat das ermöglicht», sagt Dr. med. Lana Fourie, Leitende Ärztin Viszeralchirurgie am LUKS.

Minimalinvasiv mit maximalem Nutzen

Die Vorteile des da Vinci SP Systems bei einem solchen Eingriff sind: weniger Schmerzen, ein hervorragendes kosmetisches Ergebnis und eine verkürzte Erholungszeit. Die Patientin konnte bereits nach fünf Übernachtungen das Spital verlassen und kurze Zeit später mit der weiteren Chemotherapie beginnen. «Gerade bei jungen Patientinnen sind das kosmetische Ergebnis sowie die rasche Rückkehr ins Familienleben ein wichtiger Faktor. Darüber hinaus ist der Zugang für den Roboter in der Bikinizone äusserst diskret», erklärt Lana Fourie. «Das kann bei der psychologischen Verarbeitung des Krankheitsgeschehens hilfreich sein. Zudem ist die Schmerzbelastung geringer als bei herkömmlichen Verfahren.»

Was ist das da Vinci SP System?

Der da Vinci Single Port ist ein hochmodernes, robotergestütztes Operationssystem, das über einen einzigen Zugangspunkt arbeitet – meist einen nur etwa 2.7 bis 4 cm kleinen Schnitt. Durch diesen Port werden eine Kamera und drei flexible Instrumente eingeführt, die sich im Körper entfalten und unabhängig voneinander bewegen können. Gelegentlich ist ein weiterer kleiner Hautschnitt für ein zusätzliches Arbeitsinstrument erforderlich.

Gesteuert werden die Instrumente von einer Chirurgin oder einem Chirurgen an einer Konsole. Die Methode ermöglicht einen besonders präzisen und schonenden Eingriff, selbst in anatomisch schwierigen Regionen. Im Vergleich zur herkömmlichen Multiport-Technik, bei der mehrere Schnitte notwendig sind, bietet das SP-System bei ausgewählten Eingriffen Vorteile in Bezug auf Schmerzreduktion, Heilungsverlauf und kosmetisches Ergebnis.

Teamleistung und internationale Zusammenarbeit

Als Pionier in Europa hat das LUKS im Frühjahr 2024 einen da Vinci SP angeschafft. Mit Prof. Dr. med. Martin Bolli und Dr. med. Lana Fourie konnten zwei anerkannte Kapazitäten im Bereich der roboterassistierten Viszeralchirurgie für das LUKS gewonnen werden. Lana Fourie betont die Wichtigkeit des gesamten Teams im OP-Saal, inklusive der Unterstützung durch den Hersteller, für das Gelingen solcher Operationen.

Am LUKS werden jährlich rund 30 Gastrektomien, also Magenentfernungen, durchgeführt – bislang im Multiport-Verfahren. Mit dem erfolgreichen erstmaligen Einsatz des da Vinci SP eröffnet sich nun eine neue Dimension der minimalinvasiven Chirurgie. Seit der erfolgreichen Premiere wurde der Eingriff am LUKS bereits mehrfach mit dem Da Vinci SP durchgeführt.

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