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Viszeralchirurgie baut Single-Port-Robotik am LUKS weiter aus

Der Da Vinci SP kommt am Luzerner Kantonsspital zunehmend auch in der Bauchchirurgie zum Einsatz. Nach der ersten Single-Port-Rectopexie wurden inzwischen weitere Eingriffe mit dem robotischen System durchgeführt, darunter auch eine erste onkologische Darmoperation. Damit erweitert sich das Einsatzspektrum der Single-Port-Technologie kontinuierlich.
6. August 2026
Lesezeit: 2 Minuten
Da Vinci
Beim Single-Port-Roboter werden die Instrumente über einen einzigen Zugang ins Innere des Körpers geführt.

Mit dem Da Vinci SP verfügt das Luzerner Kantonsspital (LUKS) seit 2024 als eines der ersten Zentren Europas über die neueste Generation der roboterassistierten Chirurgie. Nach den ersten Anwendungen in der Urologie und weiteren viszeralchirurgischen Eingriffen kommt das System nun auch bei Erkrankungen des Beckenbodens und des Dickdarms zum Einsatz.

Bei einer Rectopexie wird der Enddarm operativ in seiner natürlichen Position fixiert. Der Eingriff kommt insbesondere bei Patientinnen und Patienten mit einem Mastdarmvorfall (Rektumprolaps) zur Anwendung. Die Operation wurde mit dem Da Vinci SP über einen einzigen Zugang durchgeführt. Das System ermöglicht es, Kamera und Instrumente über eine einzelne Inzision einzubringen und eignet sich insbesondere für Eingriffe in anatomisch engen und schwer zugänglichen Regionen. 

Gerade Operationen im Beckenraum stellen hohe Anforderungen an die Präzision. Der Da Vinci SP bietet dafür sehr gute Voraussetzungen. Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass die Single-Port-Technologie auch in der Viszeralchirurgie interessante zusätzliche Möglichkeiten eröffnet.

Dr. med. Jörn-Markus Gass, Leitender Arzt Viszeralchirurgie

Erfahrungen werden kontinuierlich ausgebaut 

Die erste Rectopexie blieb kein Einzelfall. Inzwischen wurde bereits ein weiterer Eingriff dieser Art durchgeführt. Darüber hinaus erfolgte mit einer rechtsseitigen Hemikolektomie mit Complete Mesocolic Excision (CME) erstmals auch ein onkologischer Dickdarmeingriff mit dem Da Vinci SP. 

«Wir prüfen bei jedem Verfahren sorgfältig, ob die Single-Port-Technologie einen konkreten Vorteil für unsere Patientinnen und Patienten bieten kann. Die bisherigen Resultate stimmen uns zuversichtlich und erlauben es uns, das Einsatzspektrum schrittweise auszubauen», sagt Jörn-Markus Gass. 

Single-Port-Technologie für anspruchsvolle Eingriffe 

Der Da Vinci SP ermöglicht die Einführung von vier Instrumenten und einer hochauflösenden 3D-Kamera über einen einzigen Zugang von rund 2,5 Zentimetern. Dadurch können Zielorgane häufig direkter erreicht und umliegende Strukturen geschont werden. Das System wurde speziell für Eingriffe in engen anatomischen Räumen entwickelt. 

Am LUKS wird der Da Vinci SP inzwischen in mehreren chirurgischen Disziplinen eingesetzt. Neben der Urologie nutzen auch die Hals-, Nasen-, Ohren-Chirurgie, die Thoraxchirurgie sowie die Allgemein- und Viszeralchirurgie die Technologie. 

Zentrum für roboterassistierte Chirurgie 

Mit seinem Zentrum für Roboterchirurgie zählt das LUKS zu den führenden Robotikzentren der Schweiz. Die jüngsten Eingriffe zeigen, dass die Single-Port-Technologie inzwischen weit über ihr ursprüngliches Einsatzgebiet hinaus genutzt wird. 

Mit der Rectopexie und der rechtsseitigen Hemikolektomie mit CME wurde das Anwendungsspektrum des Da Vinci SP am LUKS auf weitere Erkrankungen des Dickdarms und des Beckenbodens ausgeweitet. Die Viszeralchirurgie sammelt damit weitere Erfahrungen für den gezielten Einsatz der Single-Port-Technologie bei ausgewählten Patientinnen und Patienten. 

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