Zweiter Forschungstag am LUKS ganz im Zeichen der Vernetzung

Die Forschungsdienstleistungen am Kantonsspital sollen ausgebaut und ein Forschungszentrum der Universität Luzern am Luzerner Kantonsspital (LUKS) aufgebaut werden. Das sind zwei wichtige Aussagen vom zweiten Forschungstag am LUKS. Das Ziel der internen und externen Vernetzung wurde dabei vollumfänglich erreicht.

19. Mai 2022

Lesezeit: 4 Minuten
2. Forschungstag 2022

PD Dr. phil. Dario Cazzoli, Leiter Neurovisuelle Rehabilitation

Zweimal im Jahr veranstaltet das Luzerner Kantonsspital (LUKS) einen Forschungstag mit dem Ziel, die Forschung sichtbarer zu machen und den Forschenden eine Plattform zur Vernetzung zu geben. Der zweite Forschungstag vom 10. Mai 2022 wurde von forschungsinteressierten LUKS-Mitarbeitenden sowie Mitgliedern des Verwaltungsrats und der Geschäftsleitung sowie Vertretern der Universität Luzern rege besucht. Im Oktober 2021 hatte erstmals ein Forschungstag stattgefunden.

Forschung als Treiber für Innovation und Wirtschaftlichkeit

Dr. Ulrich Fricker, Verwaltungsratspräsident der LUKS Gruppe, eröffnete die Veranstaltung mit einem spannenden Referat zur Bedeutung der Forschung für die ganze Gruppe. Er betonte, dass sich diese in ihrer Vision zur führenden Spitalgruppe der Schweiz durch Qualität, Lehre und Forschung bekennt. Er beleuchtete dabei die Funktion der Forschung als Treiber für Qualität und Innovation, Wirtschaftlichkeit und Mitarbeiterattraktivität.

Prof. Dr. med. Reto Babst, Fachbereichsleiter Medizin der Universität Luzern und Koordinator Joint Medical Master am LUKS, führte die von Ulrich Fricker aufgegriffene Institutionalisierung der Forschung am LUKS detailliert aus. Die dafür benötigten Bausteine seien die interne und externe Vernetzung, die Gründung einer Forschungsstiftung, der Aufbau des Forschungszentrums der Universität Luzern am LUKS sowie der Ausbau der Forschungsdienstleistungen. Diese erachtet er als zentral, um eine nachhaltig-gelebte Forschungskultur zu erreichen.

ETH Zürich setzt auf klinische Partner

Die Relevanz der Vernetzung und Kooperationen bei klinischen Forschungsprojekten war auch Thema beim Gast-Referat von Prof. Dr. Christian Wolfrum, Ordentlicher Professor am Institut für Ernährung und Gesundheit an der ETH Zürich. In seiner Präsentation ging er zuerst auf die Bedeutung der digitalen klinischen Forschung ein. Da der ETH Zürich kein Spital angegliedert ist und sie folglich auf keine Daten von eigenen Patientinnen und Patienten zurückgreifen kann, setzt sie auf die Zusammenarbeit mit klinischen Partnern.

MedLab Fellowship bietet eine Möglichkeit einer solchen Kooperation. Dabei werden exzellente forschungsinteressierte Assistenzärztinnen und -ärzte von der ETH Zürich unterstützt, ein Weiterbildungsjahr an der ETH Zürich zu absolvieren. In Zukunft ist auch eine Joint Professorship der ETH Zürich mit einem Spital angedacht, um den Zugang zu Patientendaten und Research Time garantieren zu können.

PD Dr. phil. Dario Cazzoli, Leiter neurovisuelle Rehabilitation am LUKS, zeigte dem Publikum anhand des Forschungsprojektes «Augen-Hand Koordination bei Hirnschlagpatienten mit Augmented Reality-Ansatz» auf, wie ein Kooperations-Projekt zwischen der ETH Zürich und dem LUKS konkret aussehen kann. Dabei wird die bisher kaum untersuchte, klinisch relevante Fragestellung von Augen-Hand-Koordinationsbeeinträchtigungen dank der Entwicklung und Implementierung eines äusserst innovativen technologischen Ansatzes zum ersten Mal bei Hirnschlagpatienten untersucht. So kann die optimale, synergetische Kombination von technologischen und experimentell-klinischen Kompetenzen beider Institutionen zu neuen, zukunftsweisenden Ansätzen für Diagnostik und Therapie der Beeinträchtigungen von Hirnschlagpatienten führen.

LUKiS kann Datenauswertung erleichtern

Im zweiten Teil der Veranstaltung wurden Dienstleistungen des LUKS zur Unterstützung der Forschung diskutiert. Prof. Dr. med. Balthasar Hug führte durch den Ablauf einer Masterarbeit und zeigte dabei die Unterstützungsmöglichkeiten beispielhaft auf. Danach liessen Dr. rer. nat. Angela Treis und Gabriele Gariglio (Informatik am LUKS) das grosse Potential von EPIC (Klinikinformationssystem LUKiS) bei der Durchführung von klinischen Studien erahnen.

Werden die Daten diskret in LUKiS erfasst, können beliebig viel Informationen aus dem System gezogen und in retrospektiven Forschungsprojekten analysiert werden. Bei prospektiven Studien können Arbeitsabläufe durch LUKiS erleichtert werden; etwa durch automatisches Versenden von Nachrichten oder automatisiertes Auslösen von Verordnungen.

Abschliessend zeigten die Referenten auf, wie bei ihren Forschungsgruppen in der Allgemein- und Viszeralchirurgie, der Radiologie und der HNO geforscht wird. Sie erklärten, dass mittels ihrer Forschungsprojekte die Behandlung ihrer Patienten verbessert und optimiert wird. Auch in diesem Teil der Veranstaltung wurde deutlich, wie wichtig Kooperationen mit anderen Kliniken oder Institutionen bei der Durchführung von klinischen Studien sind – und wie schmal gleichzeitig der Grat zwischen akademischem Erfolg und einem Ungleichgewicht der Work-Life-Balance der Forschenden ist.

Bei einem Apéro tauschten sich die Forschenden zu dem Gehörten aus oder konnten bereits ihr nächstes gemeinsames Forschungsprojekt andenken.  

Der nächste Forschungstag findet am 8. November 2022 statt.

Ferner finden folgende Lunchmeetings statt:

  • 29. Juni 2022: Datenbanken (secuTrial, REDCap, LUKiS)
  • 18. Juli 2022: secuTrial-Datenbank
  • 9. August 2022: REDCap-Datenbank
  • 5. September 2022: Wissensmanagement / virtuelle Bibliothek
  • 17. Oktober 2022: Datenbanken in LUKiS

 

Hier zeigen wir Ihnen noch ein paar Bildeindrücke vom Forschungstag:

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