Überblick

Die altersbedingte Makuladegeneration (AMD) betrifft die Makula, den zentralen Bereich der Netzhaut. In diesem kleinen Areal befinden sich ausserordentlich viele Sehzellen, die für das scharfe Sehen, insbesondere beim Lesen oder Gesichter erkennen, wichtig sind. Die Sehzellen der Makula werden langsam zerstört, was zu starken Seheinschränkungen führen kann.

Häufige Fragen
Führt eine Altersbedingte Makuladegeneration zur Erblindung?

Nein, sie führt nicht zu einer vollständigen Erblindung. Eine weit fortgeschrittene Makuladegeneration bedeutet aber einen sehr grossen Sehverlust. Tätigkeiten wie Lesen, Autofahren, feinmotorische Aktivitäten oder das Erkennen von Personen sind nicht mehr möglich und der Umgang mit Hilfsmitteln muss erlernt werden.

Welche Hilfsmittel gibt es, um den Alltag zu meistern?

Die Vielfalt ist heute sehr gross. Zur Vergrösserung dienen nebst angepassten Brillengläsern, einfache und elektronische Lupen oder Lesegeräte. Auch diverse sprechende Haushaltshelfer wie Wecker, Waagen, Thermometer oder Farbscanner können den Alltag erleichtern. Smartphones bieten heute eine riesige Anzahl von Apps zur visuellen Unterstützung. Zudem kann man bei allen den Bildschirm anpassen oder sich vorlesen lassen. So passt auch das Lieblingsbuch als Hörbuch in die Hosentasche. Wenn bei Ihnen im Alltag Schwierigkeiten auftreten, zögern Sie nicht, sich für eine Hilfsmittelberatung anzumelden.

Benötige ich bei einer Injektionstherapie alle paar Wochen eine Spritze?

Die Behandlung muss monatlich durchgeführt werden. Wenn die Behandlung eine gute Wirkung zeigt und sich die Erkrankung ruhig verhält, können einzelne Spritzen ausgelassen oder die Zeiträume zwischen den Spritzen ausgedehnt werden. Durchschnittlich ist im ersten Behandlungsjahr mit etwa acht Spritzen zu rechnen.

Kann eine Brillenglasanpassung mein Sehen verbessern?

​​​​​Wenn die Sehminderung durch die Netzhautschädigung aufgrund einer AMD verursacht wird kann durch eine Brillenglasanpassung keine Sehverbesserung erreicht werden. Eine optimale Anpassung der Sehhilfen ist dennoch wichtig.

Bestehen abgesehen von einer Injektionstherapie weitere Therapiemöglichkeiten?

Eine andere Verabreichungsform der aktuellen Medikamente anstelle einer Injektionstherapie besteht nicht. In der Ära vor der Injektionstherapie wurde eine Lasertherapie der zentralen Netzhaut durchgeführt. Dies führt jedoch unweigerlich zu Schädigung von gesunder Netzhaut und ist der heutigen Injektionstherapie weit unterlegen. Aus diesem Grund wird diese Lasertherapie der zentralen Netzhaut im Falle einer AMD nicht mehr durchgeführt.

Kann ich den Krankheitsverlauf durch Überanstrengung der Augen negativ beeinflussen?

Sowohl langes Lesen, Computerarbeiten oder Fernsehschauen haben keinen negativen Einfluss auf den Krankheitsverlauf.

Ursachen

Auf der Netzhaut, an der hinteren Wand des Auges, liegen die sensiblen Zellen, welche unsere gesehenen Bilder verarbeiten und per Sehnerv ans Gehirn weiterleiten. Mit zunehmendem Alter lagern sich dort Abfallprodukte des Stoffwechsels ab, welche die Funktion der Netzhaut und der Makula beeinträchtigen. Mit der Zeit sind die Zellen der Makula unterversorgt und sie sterben ab. Die Gründe für die Erkrankung sind noch nicht restlos geklärt. Es gibt Risikofaktoren wie ein hoher Blutdruck, das Rauchen oder besonders starkes Sonnenlicht. Auch genetische Ursachen spielen eine grosse Rolle. Aufgrund der immer höheren Lebenserwartung sind immer mehr Menschen von der Altersbedingten Makuladegeneration betroffen.

Symptome
  • Verzerrte Bilder, gerade Linien erscheinen krumm
  • Blinde Flecken oder Unschärfe beim Lesen oder Gesichter erkennen
  • Schwierigkeiten bei der Anpassung an schlechtes Licht
  • Abnahme der Farbwahrnehmung
Diagnose

Für die Diagnose ist eine Untersuchung durch eine Augenärztin oder einen Augenarzt notwendig. Eine möglichst frühe Diagnose ist wichtig, damit die Behandlung individuell angepasst und das Fortschreiten der Erkrankung gebremst werden kann. Zum Einsatz kommen modernste Technologien. Mit der optischen Kohärenztomografie (OCT) können wir hoch aufgelöste Querschnittaufnahmen der Netzhaut gewinnen. Damit erkennen und verfolgen wir die Aktivität und den Verlauf der Krankheit präzise.

Verlauf

Die Altersbedingte Makuladegeneration schmerzt nicht. Das ist einer der Gründe, weshalb die Krankheit oft lange nicht bemerkt wird. Zu Beginn einer Makuladegeneration merken Betroffene häufig nur, dass etwas mit ihren Augen nicht mehr stimmt. Bei etwa 85 Prozent der Betroffenen liegt eine trockene AMD vor. Über Jahre sterben die lichtempfindlichen Zellen langsam ab. Die Patienten sind zunehmend eingeschränkt, beispielsweise beim Lesen oder beim Autofahren. Bei manchen entwickelt sich daraus eine feuchte AMD. Diese schreitet sehr schnell voran und ist aggressiv. Krankhafte Blutgefässe wachsen in die Netzhaut ein und lassen Flüssigkeit austreten. Das Gewebe vernarbt und zerstört die empfindlichen Sehzellen. Innert kurzer Zeit kommt es zu einem starken Sehverlust.

Die Altersbedingte Makuladegeneration führt nicht zur Erblindung, sie schränkt aber mit der Zeit die Sehfähigkeit stark ein.

Behandlung

Die Krankheit kann nicht geheilt, aber gebremst werden. Da es sich bei der Altersbedingten Makuladegeneration um eine chronische Krankheit handelt, sind wir bestrebt, unsere Patienten und Patientinnen durch Hausärzte, die Augenärztin und unser Makula-Team engmaschig und wohnortsnah zu begleiten. Dadurch kann die verbleibende Sehkraft so gut wie möglich geschützt und die Lebensqualität verbessert werden.

Injektionstherapie

Je nach Verlaufsform kann mit einer Injektionstherapie ein sehr guter Therapieerfolg erzielt werden. Unsere Augenklinik hat weltweit als eine der ersten Kliniken die Injektionstherapie durchgeführt. Wir entwickeln unsere Möglichkeiten laufend weiter.

Die Medikamente Lucentis oder Eylea gehören heute zur Standard-Behandlung, mit der eine Sehverbesserung oder zumindest eine merkliche Verlangsamung der Erkrankung erreicht werden kann. Die Injektionstherapie läuft über längere Zeiträume.

Hilfsmittel

Der fortschreitende Verlust der Sehkraft stellt für Betroffene eine grosse Belastung und zunehmend eine Einschränkung im Alltag dar. Um die verbleibende Sehkraft so gut wie möglich zu schützen und die Lebensqualität zu stärken, stehen heute von einfachen Lupen, über zahlreiche Alltagshelfer, bis zu elektronischen Bildschirmlesegeräten unzählige Hilfsmittel zur Verfügung. Gerne zeigen wir Ihnen die Möglichkeiten auf und führen auch Hilfsmittelschulungen durch.

Vorsorge
  • Nicht rauchen
  • Sonnenbrillen mit UV-Filter tragen
  • Vitamin- und ballaststoffreiche Ernährung
War diese Seite hilfreich?

2. Bitte geben Sie Ihre E-mail-Adresse an, damit wir Sie bei Rückfragen kontaktieren können.

Vielen Dank für Ihr Feedback!

Bitte verwenden Sie einen anderen Browser.

Der Microsoft Internet Explorer unterstützt gewisse moderne Technologien nicht mehr, welche für luks.ch verwendet werden. Wenn Sie luks.ch trotzdem mit dem Internet Explorer verwenden, kann es zu Anzeigeproblemen kommen und es können nicht mehr alle Funktionen verwendet werden.
Wir empfehlen Ihnen deshalb, für die Verwendung von luks.ch einen neuen Browser zu verwenden (bspw. Google Chrome, Mozilla Firefox, Apple Safari oder Microsoft Edge).