Überblick

Beim Keratokonus verändert die Hornhaut, die durchsichtige Haut vor Iris und Pupille, ihre Form. Mit der Zeit können so starke Seheinschränkungen entstehen. Die Augenklinik des Luzerner Kantonspitals bietet verschiedene Korrektur- und Behandlungsmöglichkeiten an, damit Ihre Sehkraft so gut wie möglich erhalten bleibt.

Häufige Fragen
Führt ein Keratokonus zur Erblindung?

Nein, ein Keratokonus führt nicht zu vollständiger Blindheit. Im Verlauf kann es jedoch zu starken Seheinschränkungen kommen, die sich auf das Alltagsleben auswirken. Es gibt jedoch gute Behandlungsmöglichkeiten, um die entstehenden Seheinschränkungen zu korrigieren und das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen oder gar zu stoppen.

Darf ich mit einem Keratokonus Auto fahren?

Eine Keratokonus-Diagnose an sich schränkt die Fahrtauglichkeit noch nicht ein. Die Fahrtauglichkeit ist jedoch von der individuellen Sehleistung abhängig. In einem frühen Stadium des Keratokonus können Sehschwächen meist gut korrigiert werden, sodass keine Einschränkungen bestehen. Führt der Keratokonus zu einer starken Blendeempfindlichkeit, ist das Autofahren bei Nacht unter Umständen nicht mehr möglich. Bei Sehschwächen, welche sich nicht mehr ausreichend korrigieren lassen, kann die Fahrtauglichkeit eingeschränkt werden.

Sehe ich nach einer Hornhauttransplantation wieder 100%?

Mit einer Hornhauttransplantation wird die Sehkraft stark verbessert. Eine hundertprozentige Sehkraft kann jedoch nicht garantiert werden. Oft bleiben eine restliche Sehschwäche und eine Hornhautverkrümmung weiterhin vorhanden. Anders als vor der Operation können diese nun aber wieder mit einer Brille oder Kontaktlinsen korrigiert werden, sodass eine gute Sehleistung erreicht wird.

Ursachen

Beim Keratokonus verformt sich die Hornhaut und wölbt sich vor. Gleichzeitig wird sie dünner, insbesondere im Zentrum. Die Ursache ist bisher nicht bekannt, das Risiko einen Keratokonus zu entwickeln ist aber höher, wenn ein anderes Mitglied der Familie betroffen ist oder wenn eine angeborene Sehstörung vorhanden ist. Männer erkranken zudem häufiger als Frauen. Auch starke Allergien oder häufiges Augenreiben können zu einem Keratokonus führen. Oft tritt ein Keratokonus auch in Verbindung mit bestimmten angeborenen Erkrankungen auf, so beispielsweise mit dem Down-Syndrom.

Symptome
  • Unscharfe Fernsicht (Kurzsichtigkeit)
  • Verzerrte Sicht (Hornhautverkrümmung)
  • Sehen von Doppelbildern
  • Hohe Blendeempfindlichkeit
  • Schlechte Nachtsicht
  • Häufiges Anpassen von Brillen oder Kontaktlinsen
Diagnose

Meist suchen Betroffene einen Augenarzt auf, weil sie eine Sehverschlechterung feststellen. Der Arzt führt zuerst einen Sehtest durch, dabei muss der Betroffene Buchstaben in unterschiedlichen Grössen von einer Tafel ablesen. Zudem wird die Hornhaut mit einer Spaltlampe untersucht. Dies ist ein Mikroskop, welches das Auge stark vergrössert und auch das Augeninnere beleuchtet. So lassen sich Hornhauttrübungen und die für den Keratokonus typische Verkrümmung der Hornhaut gut erkennen.

Da die Hornhautoberfläche beim Keratokonus meist sehr unregelmässig ist, wird mittels Hornhauttopographie eine Art Landkarte erstellt. Patienten müssen dazu lediglich wenige Minuten einen Punkt fixieren, während die Hornhaut vermessen wird.

Verlauf

Die Entstehung eines Keratokonus beginnt meist im Jugend- oder jungen Erwachsenenalter, wobei zuerst ein Auge und später beide betroffen sind. Die fortlaufende Verformung der Hornhaut führt zunehmend zu Sehproblemen und erfordert eine häufige Anpassung der Seh-Hilfsmittel. Wie stark und wie schnell sich die Hornhaut verformt, ist sehr individuell. Meist geschieht dies jedoch in Schüben. Mit etwa 35 Jahren verlangsamt und stoppt die Entwicklung bei den meisten Betroffenen.

Wird die Hornhaut an einer Stelle sehr dünn, kann Wasser eindringen. Dies verursacht Augenschmerzen und eine plötzliche Trübung der Sicht und muss sofort durch einen Augenarzt untersucht werden.

Behandlung

Die Hornhautabteilung der Augenklinik am Luzerner Kantonsspital gilt schweizweit als Referenzzentrum für Hornhauterkrankungen. Entsprechend werden uns Patienten aus der ganzen Schweiz und dem angrenzenden Ausland zugewiesen.

Geheilt werden kann ein Keratokonus nicht. Es gibt jedoch verschiedene Methoden, um die Beschwerden zu lindern und den Fortschritt der Erkrankung zu verlangsamen. Die geeignete Behandlung stimmen wir gemeinsam mit Ihnen auf Ihre individuelle Situation ab.

Sehhilfen

Die durch den Keratokonus verursachten Sehprobleme können zu Beginn mit einer Brille oder mit Kontaktlinsen ausgeglichen werden. Brillen korrigieren die Sehschwäche beim Keratokonus oft weniger gut als weiche Kontaktlinsen, diese sitzen jedoch bei einem stärker ausgeprägten Keratokonus nicht mehr richtig. In solchen Fällen müssen individuell angepasste harte, formstabile Kontaktlinsen getragen werden, welche unebene Oberflächen der Hornhaut ein Stück weit ausgleichen können. Mehr Informationen zu Kontaktlinsen finden sie hier.

Hornhautvernetzung

Verschlechtert sich Ihre Sehleistung und die Verformung der Hornhaut schreitet voran, kann eine Hornhautvernetzung (Corneal Cross-Linking) durchgeführt werden. Bei dieser Behandlung werden Vitamin B2-Tropfen verabreicht und das Auge mit ultraviolettem Licht behandelt. Durch das UV-Licht verbindet sich das Bindegewebe in der Hornhaut stärker und es entstehen Quervernetzungen. Die Hornhaut wird härter, an den dünnen Stellen stabiler und kann sich somit weniger verformen. Mit diesem Eingriff, der nur etwa eine Stunde pro Auge dauert, kann das Fortschreiten des Keratokonus verlangsamt oder sogar gestoppt werden.

Hornhauttransplantation

Wenn die Hornhaut sehr dünn oder stark getrübt ist, aber auch wenn die Sehschwäche nicht mehr ausreichend korrigiert werden kann, ist eine Hornhauttransplantation (Keratoplastik) die beste Option. Dabei können die ganze Hornhaut oder auch nur einzelne Schichten durch gespendetes Material ersetzt werden. Unsere Spezialisten der Augenklinik am LUKS sind Experten für Hornhauttransplantationen und führen mehr als ein Drittel aller Eingriffe in der Schweiz durch.

Vorsorge
  • Häufiges Augenreiben vermeiden
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