Überblick

Bösartige Wucherungen der Bronchien und Lunge, werden als Lungenkrebs (Bronchialkarzinom) bezeichnet. Lungenkrebs gehört zu den häufigsten und aggressivsten Krebsarten.

Häufige Fragen
Ist die Diagnose Lungenkrebs ein Todesurteil?

Nein, denn viele Patienten können operiert und der Tumor damit komplett entfernt werden. Sie haben eine reale Heilungschance. Aber Lungenkrebs bleibt eine Krankheit, welche Patienten, Angehörige, Ärzte und Forscher vor grosse Herausforderungen stellt. Rückfälle nach Operationen sind häufig, und echte Heilungen bei fortgeschrittenen Tumoren, die bereits gestreut haben, sind noch immer selten.

Kann ich mein Risiko für Lungenkrebs senken, wenn ich auf E-Zigaretten umsteige?

Auch E-Zigaretten sind keineswegs gesund und schadstofffrei. Bei Rauchern ist der Konsum von konventionellen Zigaretten meist aber deutlich schädlicher, weshalb der Umstieg auf E-Zigaretten eine Verbesserung darstellen könnte. Aber auch E-Zigaretten können krebserregende Stoffe produzieren und es gibt noch keine Informationen zu langfristigen Auswirkungen. Es lohnt sich also, stattdessen ganz auf das Rauchen zu verzichten. Unser Team der Rauchstopp-Beratung am LUKS berät und unterstütz Sie dabei gerne.

Bin ich mit Lungenkrebs noch arbeitsfähig?

Da Lungenkrebs oft lange keine Beschwerden verursacht, bleibt auch die Leistungsfähigkeit lange erhalten. Bei fortgeschrittenem Krebs fällt das Atmen jedoch immer schwerer und Betroffene verspüren grosse Müdigkeit. Da bei einer Lungenkrebs-Operation teile des Lungengewebes entfernt werden müssen, bleibt die Lungenleistung selbst im Fall einer Heilung oft eingeschränkt. Ob damit eine Arbeitsfähigkeit möglich ist, hängt von der Grösse der Operation und der Art Ihres Berufs ab.

Ursachen

Lungenkrebs entsteht meist aufgrund von Schadstoffen, welche über die Atemluft in die Lunge gelangen, sich dort ablagern und Zellen zerstören. Beginnen diese Zellen zu wuchern und breiten sich auf gesundes Gewebe aus, spricht man von Lungenkrebs. In der Lunge können viele verschiedene Gewebearten von Krebs betroffen sein und man unterscheidet zwischen zwei Gruppen von Lungenkrebs:

Nicht-kleinzelliger Lungenkrebs ist die weitaus häufigere Form und er wächst eher langsam. Dazu gehören das Plattenepithelkarzinom, das Adenokarzinom und das grosszellige Karzinom.

Kleinzelliger Lungenkrebs (Haferzellkarzinom) hingegen ist seltener, dafür wächst er aber sehr schnell und ist sehr aggressiv. Er breitet sich stark auf umliegendes gesundes Gewebe aus. Die Heilungschancen sind deutlich kleiner.

Ein Grossteil der Lungenkrebserkrankungen hängen mit dem Rauchen zusammen. Das Risiko steigt, je länger bereits geraucht wurde und je mehr Zigaretten täglich konsumiert wurden. Da Männer vor mehreren Jahrzehnten mehr rauchten als Frauen, sind sie heute immer noch häufiger von Lungenkrebs betroffen. Die Anzahl der Frauen gleicht sich jedoch immer mehr an die der Männer an. Ein weiteres Risiko stellen Schadstoffe dar, welche bei der Arbeit eingeatmet werden können, wie beispielsweise Asbest oder radioaktiver Staub. Eine hohe Konzentration an Radon im Boden von Wohngebieten kann das Risiko ebenfalls erhöhen, in den meisten Gemeinden der Zentralschweiz ist der Radongehalt jedoch niedrig genug. Selten kann Lungenkrebs auch vererbbar sein und in Familien gehäuft auftreten.

Symptome
  • Trockener Husten, länger als drei Wochen
  • Schmerzen in der Brust
  • Kurzatmigkeit
  • Heiserkeit
  • Plötzliches Keuchen
  • Wiederkehrende Atemwegsinfektionen
  • Fieber
  • Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust
  • Müdigkeit
  • Blutiger Auswurf beim Husten
Diagnose

Je früher ein Lungenkrebs erkannt wird, desto grösser sind die Heilungschancen. Die Erkrankung wird meistens zufällig und damit leider auch zu spät entdeckt. Vorsorgeuntersuchungen wie für Brust- oder Prostatakrebs gibt es für Lungenkrebs bis jetzt nicht.

Bei Verdacht auf eine Lungenerkrankung werden zuerst Röntgenaufnahmen des Brustkorbs gemacht. Um einen Tumor oder bereits gestreuten Krebs nachweisen zu können, wird die Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT), die Skelettszintigraphie und der Ultraschall eingesetzt.

Um einen Lungenkrebs endgültig und verlässlich zu diagnostizieren, wird die Bronchoskopie verwendet. Dabei wird ein dünner Schlauch mit Kamera durch die Atemwege zur Lunge geführt. Bei der Spiegelung der Atemwege wird Gewebe (Biopsie) zur mikroskopischen Untersuchung entnommen. Dies erlaubt Aussagen über das Stadium der Erkrankung, den Umfang des Tumors, den Lymphknotenbefall und allfällige Krebsableger in anderen Organen.

Zudem erhalten wir durch die Funktionsprüfung der Lunge (Spirometrie) ein Bild über deren Leistungsfähigkeit. Neben bösartigen werden zuweilen auch gutartige Lungentumoren entdeckt. Diese müssen in der Regel ebenfalls operativ entfernt werden, da sie sich zu bösartigen weiterentwickeln können.

Verlauf

Lungenkrebs verursacht meistens keine Beschwerden bis er weit fortgeschritten ist, weshalb er leider oft erst spät entdeckt wird. Nicht selten haben sich bis dahin Krebszellen bereits in andere Körperteile ausgebreitet (metastasiert).

Bei fortgeschrittenem Lungenkrebs kommt es zu Wasseransammlungen in der Lunge, welche die Atmung erschweren. Zudem kann ein Tumor Teile der Lunge auch blockieren, was die Atmung zusätzlich erschwehrt und den blockierten Teil allenfalls kollabieren lässt.

Durch die erschwerte Atmung gelangt weniger Sauerstoff ins Blut. Langfristig ist dies auch eine grosse Belastung für das Herz, welches sich als Reaktion vergrössern kann. Manchmal entsteht so eine Herzschwäche.

Behandlung

Unsere Patienten besprechen wir individuell an den regelmässigen Konferenzen des Tumorzentrums, an denen unter anderem Spezialisten der Pneumologie, Thoraxchirurgie, Radiologie, Onkologie teilnehmen. Das Tumorzentrum des LUKS ist durch die Deutsche Krebsgesellschaft (DKG) zertifiziert und bietet eine hervorragende Krebsversorgung.

Die Art der Behandlung ist abhängig vom Stadium der Erkrankung, vom Umfang des Tumors, vom allfälligen Lymphknotenbefall und ob der Krebs bereits in andere Organe gestreut hat.

Operation

Ein nicht-kleinzelliger, lokal begrenzter Lungenkrebs kann durch eine Operation entfernt und geheilt werden, sofern er frühzeitig erkannt wird und sich noch nicht in andere Körperteile ausgebreitet hat. Eine Operation hängt nicht nur von der Art, der Lage und der Ausbreitung des Tumors ab, sie kommt auch nur infrage, wenn sichergestellt ist, dass das nach dem Eingriff zurückbleibende Lungengewebe für die Atemfunktion ausreicht. Eine Operation kann das Entfernen eines einzelnen Lungenlappens (Lobektomie) oder das Herausnehmen der ganzen rechten oder linken Lunge (Pneumonektomie) umfassen. Bei der operativen Entfernung des Lungenkrebses muss zur Sicherheit rund um den Tumor etwas mehr Gewebe entfernt werden. Zusätzlich beseitigt man auch angrenzende Lymphknoten.

Neben der offenen Operation gibt es heute auch zur Therapie des Lungenkrebses Methoden, bei welchen nur ganz kleine Schnitte notwendig sind (Schlüsselloch-Methoden). Diese können allerdings nur angewandt werden, wenn der Tumor kleiner als sieben Zentimeter ist und wenn er noch nicht in andere Organe gestreut hat. Zurzeit gibt es zwei Verfahren: die Videoassistierte Thorakale Chirurgie (VATS) und die Single-Port-VATS. Bei der VATS sind drei kleine Schnitte erforderlich. Bei der Single-Port-VATS genügt sogar ein einziger kleiner Schnitt. Manche Chirurgen bevorzugen wegen der besseren Übersicht und der einfacheren Handhabung der Instrumente die Dreier-Technik. Die Kompetenz und Erfahrung des Chirurgen spielen jedoch eine grössere Rolle als die Methode.

Für ausgewählten Situationen wird am LUKS auch die roboter-assistierte Thoraxchirurgie angeboten.

Chemotherapie

Vor oder nach einer Lungenkrebs-Operation erfolgt häufig zusätzlich eine Chemotherapie. Auch wenn eine Operation nicht möglich oder nicht sinnvoll ist, wird mit Chemo- und Strahlentherapie versucht, den Tumor zu verkleinern oder das Tumorwachstum zu verlangsamen. Die eingesetzten Medikamente (Zytostatika) zerstören die Krebszellen und bekämpfen die Ausbreitung des Krebses im Körper. Die Wirkstoffe werden als Infusion, neuerdings zum Teil auch in Tablettenform verabreicht. Die Kombination und die Dosierung der Mittel hängen ebenso wie die Behandlungsdauer vom Tumorstadium und vom Gesundheitszustand des Patienten ab.

Strahlentherapie

Alternativ oder ergänzend zur Chemotherapie bietet sich die Strahlentherapie an. Moderne Techniken ermöglichen es, die Tumoren hoch dosiert und äusserst genau zu bestrahlen. Um das umgebende Gewebe zu schonen, wird am Luzerner Kantonsspital die hochpräzise stereotaktische Radiotherapie durchgeführt. Die Art der Behandlung richtet sich nach dem Tumorstadium und dem Gesundheitszustand des Patienten.

Die Strahlentherapie wird auch bei gestreutem Krebs gegen Knochenschmerzen eingesetzt. Wenn ein Tumor die Atemwege einengt, kann unter Umständen die Brachytherapie die Symptome lindern.

Die Bestrahlung erfolgt von innen, indem die Strahlungsquelle direkt in den Tumor eingebracht wird.

Zielgerichtete Therapie

Die neueren zielgerichteten Therapien haben den Vorteil, dass sie sich direkt gegen Krebszellen richten. Dies im Unterschied zu Chemotherapien, wo die Zellgifte nicht nur die Tumorzellen, sondern auch gesundes Gewebe angreifen. Zielgerichtete Therapien wirken beispielsweise gegen Faktoren, die das Tumorwachstum fördern. Sie können die Blutversorgung des Tumors unterbinden oder die Signalübertragung zwischen Tumorzellen verhindern. Im Rahmen der personalisierten Medizin können spezielle Laboruntersuchungen am Tumorgewebe zeigen, welche Medikamente bei einem Patienten wirken und welche nicht.

Innovative Therapieansätze im Rahmen von klinischen Studien bieten den Patienten neue Perspektiven. 

Immuntherapie

Die Immuntherapie ist eine neue, vielversprechende Möglichkeit nicht-kleinzelligen Lungenkrebs in fortgeschrittenem Stadium zu behandeln. Normalerweise erkennen die Zellen des Immunsystems schädliche Zellen an ihrer Oberfläche und zerstören diese. Doch Krebszellen unterscheiden sich nur leicht von gesunden Zellen und verfügen über Oberflächenmoleküle, welche die Zerstörung durch Immunzellen hemmen. Die neuen Medikamente ermöglichen es, die Krebszellen für das Immunsystem als schädlich zu markieren und unterstützen so die Arbeit der Immunzellen. Die Medikamente werden den Patienten als Infusion verabreicht.

Nachsorge

Wie bei anderen Krebserkrankungen sind auch beim Lungenkrebs regelmässige Nachsorgeuntersuchungen wichtig, weil so ein erneutes Krebswachstum frühzeitig erkannt und behandelt werden kann. Den Kontrollrhythmus bestimmt der behandelnde Arzt in Absprache mit dem Patienten. Durch die gute Zusammenarbeit mit Haus- und Spezialärzten ermöglichen wir den Patienten einen nahtlosen Übergang zwischen stationärer und ambulanter Betreuung. Die weitere Begleitung im Rahmen der sogenannten Tumornachsorge erfolgt in einem stetigen interdisziplinären Austausch. Dieser hat das Ziel, die bestmöglichen Ergebnisse nicht nur im Hinblick auf die Tumortherapie, sondern auch auf den Erhalt der Lebensqualität im Alltag zu erreichen. Gezielte Rehabilitationsmassnahmen bieten Abhilfe. Zu diesen gehören die ärztliche und pflegerische Behandlung, die psycho-onkologische Beratung, Physiotherapie, Atemgymnastik, Ernährungsberatung und Psychotherapie. Psychosoziale Angebote dienen der Bewältigung der neuen Lebenssituation, der Unterstützung bei der Krankheitsverarbeitung, der Verbesserung der Lebensqualität und dem Abbau von Angst und allfälligen Depressionen.

Vorsorge
  • Nicht rauchen
  • Schutz vor Schadstoffen in der Luft (z.B. Asbest)
  • Vorsorgeuntersuchung bei Kontakt mit Schadstoffen im Beruf
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