Menstruationsstörungen

Diese Seite beinhaltet auch: Polymenorrhö, Menorrhagie, Dysmenorrhö

Überblick

Von einer Menstruationsstörung spricht man, wenn die Monatsblutungen häufiger als einmal im Monat auftreten, ausserordentlich stark sind oder länger als sieben Tage andauern (Menorrhagie). Fast jede zehnte Frau ist betroffen und oft wird die Lebensqualität der Betroffenen durch die Beschwerden stark beeinträchtigt.

Häufige Fragen
Bezahlt die Krankenkasse eine Behandlung von Menstruationsstörungen?

Ja, wenn Ihre Ärztin oder Ihr Arzt nachweisen kann, dass eine Menstruationsstörung vorliegt, werden die Kosten von der Krankenkasse übernommen.

Gilt das auch für Medikamente und Hormonelle Verhütungsmittel, wenn diese der Behandlung von Menstruationsstörungen dienen?

Ja, gegebenenfalls ist eine vorgängige Kostengutsprache bei der Krankenkasse notwendig.

Kann ich nach einer Entfernung der Gebärmutterschleimhaut noch Kinder bekommen?

Nein. Für diesen Eingriff muss die Familienplanung abgeschlossen sein, denn ohne Schleimhaut kann sich der Fötus nicht richtig in der Gebärmutter einnisten. Verhütung bleibt aber weiterhin wichtig, da die Eierstöcke immer noch Eizellen produzieren, welche befruchtet werden können.

Wie werden Menstruationsstörungen diagnostiziert?

In einem ersten Schritt hilft es oft, die Blutungen und eventuelle Schmerzen zu notieren. Damit sind schon erste Rückschlüsse auf die Ursachen der Menstruationsstörungen möglich. Anschliessend wird eine gynäkologische Untersuchung zum Ausschluss von Infektionen und eine Ultraschalluntersuchung zur Beurteilung der Gebärmutter und der Eierstöcke durchgeführt.

Wie werden Menstruationsstörungen behandelt?

Abhängig von der Ursache der Menstruationsstörungen gibt es medikamentöse oder operative Behandlungsmöglichkeiten. Bei geringgradigen Störungen kommen auch phytotherapeutische oder bioidentische Hormontherapien in Frage. Nur sehr selten sind grosse operative Massnahmen notwendig, wenn dann genügen oft hysteroskopische Eingriffe (Spiegelung durch die Scheide).

Ursachen

Sind die Monatsblutungen unregelmässig, treten zu häufig oder zu lange auf, liegt die Ursache meist in der hormonellen Steuerung des weiblichen Zyklus. Die dafür verantwortlichen Hormone werden in den Eierstöcken produziert, es sind aber auch andere Organe an der Steuerung der Menstruation beteiligt. Die weiblichen Geschlechtshormone sorgen dafür, dass die Gebärmutterschleimhaut regelmässig abgestossen und erneuert wird. Geschieht dies in unregelmässigen Abständen, sind die Blutungen meist stärker als üblich. Nicht selten werden Menstruationsstörungen von starken Schmerzen und Krämpfen begleitet. Diese Beschwerden entstehen, wenn sich die Gebärmutter zusammenzieht wie bei den Geburtswehen. Zusätzlich führt dieses Zusammenziehen dazu, dass die Gebärmutter weniger mit Blut versorgt wird.

Neben der hormonellen Regulation gibt es zahlreiche weitere Ursachen, die Menstruationsstörungen verursachen können. Dazu gehören Wucherungen oder Vernarbungen in der Gebärmutter, Störungen der Blutgerinnung, Erkrankungen anderer Organe, angeborene Fehlbildungen und genetische Faktoren sowie manche Verhütungsmittel oder bestimmte Medikamente. Auch Faktoren wie Stress, zu viel Sport, Essstörungen, Über- oder Untergewicht können einen starken Einfluss auf den weiblichen Zyklus haben.

Menstruationsstörungen können im Rahmen körperlicher und hormoneller Veränderungen auch völlig normal sein, beispielsweise zu Beginn der Geschlechtsreife, während einer Schwangerschaft oder wenn Frauen in die Wechseljahre kommen.

Symptome
  • Blutungen häufiger als einmal im Monat
  • Monatsblutungen die länger als sieben Tage dauern
  • Hoher Blutverlust, sodass Hygieneartikel alle ein bis zwei Stunden gewechselt werden müssen
  • Starke Schmerzen vor oder während der Monatsblutung (Dysmenorrhö)
  • Krämpfe im Unterbauch
  • Übelkeit
  • Blähungen
  • Verstopfung oder Durchfall
  • Häufiges Wasser lassen
  • Kopfschmerzen
  • Ausbleiben der Monatsblutung (Amenorrhö)
Diagnose

Wichtig für eine Diagnose ist zuerst die Schilderung (idealerweise in Form eines Zykluskalenders) der Betroffenen über die Art und die Häufigkeit der Beschwerden.

Mit einer Ultraschalluntersuchung können die Gebärmutter und die Eierstöcke beurteilt werden, um z.B. Muskelknoten (Myome) auszuschliessen. Ausserdem werden Abstriche zum Ausschluss einer Infektion und ein PAP-Abstrich (Krebsabstrich) zum Ausschluss einer HPV-induzierten Veränderung am Gebärmutterhals, durchgeführt. Da auch diese Erkrankungen zu Störungen der Menstruationsblutung führen können.

Bluttests sind meistens nicht notwendig. In besonderen Fällen können sie auf mögliche Ursachen wie Gerinnungsstörungen, hormonell bedingte Störungen oder Erkrankungen anderer Organe hinweisen.

Zur weiteren Diagnostik oder bei unklarer Ursache, wird eine Spiegelung der Gebärmutter  (Hysteroskopie) durchgeführt. Dabei wird eine ca. 3mm dünne Kamera durch die Scheide in das Innere der Gebärmutter eingeführt, um diese so von innen betrachten zu können und allenfalls Gewebeproben entnehmen zu können.

Verlauf

Oft leben betroffene Frauen sehr lange mit ihren Beschwerden, ohne diese Abklären zu lassen. Dies führt zu einer starken Einschränkung der Lebensqualität. Krankmeldungen auf der Arbeit, Ängste in der Öffentlichkeit und sozialer Rückzug während den Monatsblutungen können die Folge sein.

Sind die Blutungen sehr stark, sehr häufig oder dauern lange an, kann es zu Eisenmangel und Blutarmut (Anämie) kommen. Wird die Gebärmutterschleimhaut aufgrund einer Menstruationsstörung über längere Zeit nicht richtig abgestossen, kann sie sich verdicken. Dies erhöht das Risiko, dass Zellen beginnen zu wuchern und Krebsvorstufen entstehen können.

Je nach Ursache der Menstruationsstörung kommt es nicht in jedem Zyklus zu einem Eisprung, wodurch eine Schwangerschaft etwas weniger wahrscheinlich sein kann. Manche Ursachen wie Wucherungen oder Erkrankungen der Eierstöcke können gänzlich zu Unfruchtbarkeit führen. 

Bleibt die Regelblutung über lange Zeit vollständig aus (Amenorrhö) sollte eine Schwangerschaft ausgeschlossen werden. Seltener kommen eine Essstörung, zu starke sportliche Aktivität oder ein polyzystisches Ovarsyndrom (zu viele Eibläschen am Eierstock, wobei sich keines für die Eireifung durchsetzt) als Ursache in Frage. Auch Beschwerden wie in den Wechseljahren sind begleitend möglich. Treten Hitzewallungen oder Trockenheit der Scheide vor dem 45. Lebensjahr auf, sollten Sie auf jeden Fall weiter abgeklärt werden, um ein damit asoziiertes erhöhtes Risiko für geringere Knochendichte oder Herz- und Gefässkrankheiten zu verhindern.

Behandlung

Schmerzmittel

Die Behandlung ist abhängig von der Ursache der Menstruationsstörung. Grundsätzlich sind oft einfach medikamentöse, teilweise auch phytotherapeutische oder (bioidentische) Hormontherapien möglich.

hormonelle Verhütungsmittel

Eine weitere Option, gerade bei hormonellen Ursachen der Blutungsstörungen, sind hormonelle Medikamente wie die Antibabypille , Hormonersatztherapie oder die Spirale. Diese lassen die Gebärmutterschleimhaut dünner werden, wodurch diese weniger blutet und womöglich weniger Schmerzen verursacht. Weiter helfen sie, den Zyklus der weiblichen Geschlechtshormone zu regulieren und lassen so die Abstände zwischen den Menstruationszyklen und die Dauer der Monatsblutung regelmässiger werden.

Operation

Falls eine medikamentöse Therapie nicht zum Erfolg führt und die Familienplanung bereits abgeschlossen ist, kann die Gebärmutterschleimhaut entfernt werden. Bei diesem kleinen Eingriff, der nur 15 Minuten dauert, wird die Gebärmutterschleimhaut mit Hilfe von elektrischen Drähten verödet. Im Vergleich zu anderen Methoden besteht bei der elektrischen Verödung ein viel kleineres Risiko, dass die Gebärmutter während des Eingriffs verletzt wird.

Die Entfernung der gesamten Gebärmutter (Hysterektomie) ist ebenfalls eine Option. Bei dieser Operation ist heute meist kein Bauchschnitt mehr nötig. Stattdessen kann die Gebärmutter mithilfe der Schlüsselloch-Methode über die Scheide herausgenommen werden. Oft ist jedoch die Entfernung der Schleimhaut ausreichend. Zudem kommt es bei der Entfernung der gesamten Gebärmutter häufiger zu Komplikationen und längerfristigen Problemen, beispielsweise Scheidensenkungen oder Harninkontinenz.

Vorsorge
  • Gesunder Lebensstil, Verzicht auf Alkohol und Nikotin
  • Normales Körpergewicht halten, regelmässige sportliche Aktivität
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